04. November 2010. „Evolution der Menschen“ ist der Titel einer Sonderausstellung im Naturkundemuseum im Ottoneum, die am Mittwoch, 10. November, um 18 Uhr von Oberbürgermeister Bertram Hilgen eröffnet wird. Die Ausstellung wird vom 11. November bis 1. Mai 2011 im Naturkundemuseum gezeigt.
Eines der spannendsten Themen der Evolution ist unsere eigene Geschichte - wo kommen wir her - und wo gehen wir hin?
Die neue, umfangreiche Ausstellung des Naturkundemuseums zeigt verschiedenste Aspekte der Menschwerdung: War der aufrechte Gang die Initialzündung für ein großes Gehirn? War die Werkzeugnutzung mit der Sprachentwicklung verknüpft? Welche sozialen Verhaltensweisen sind Grundlagen unseres Zusammenlebens, und welche Wurzeln haben sie?
In anschaulichen Szenarien, von der berühmten „Lucy“ in der afrikanischen Steppe bis zum „sprechenden“ Homo erectus in seinem Lager, wird unsere Vergangenheit plastisch dargestellt. Anhand von Originalen und Abgüssen von berühmter Fossilien der Menschheitsgeschichte wird die Entwicklung der Menschen anschaulich demonstriert.
Vom 6 Millionen Jahre alten Sahelanthropus bis hin zu den verschiedenen Arten der Gattung Homo werden die Anpassungen und Umwelteinflüsse auf dem Weg zum unspezialisiertesten Lebewesen der Erde allgemeinverständlich erklärt.
Die Ausstellung zeigt, dass während der gesamten Entwicklungszeit immer mehrere Menschenarten gleichzeitig lebten. Erst seit etwa 30.000 Jahren, nach dem Aussterben der Neanderthaler, sind wir die einzige verbliebene Menschenart auf der Welt.
Deutlich wird auch, dass die Geschichte der Erforschung der Menschwerdung eine vergleichsweise junge Sparte ist. Ein Großteil der Funde wurde erst in den vergangenen 50 Jahren gemacht. Die Präsentationen stellen daher klar, dass es sich nur um den derzeit neuesten Stand der Wissenschaft handelt. Die ausgeprägte Diskussionskultur unter den Forschen und neue Funde können diesen Stand kurzfristig ändern.
Ein großer Bereich widmet sich ausführlich dem Jetztmenschen und den Ursprüngen menschlichen Denkens und Handelns. Auch unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen, werden bei der Beleuchtung von Familien- und Gruppenstrukturen mit einbezogen.
Dass die Bezeichnung Homo sapiens, übersetzt der „weise, vorausschauende Mensch“, nicht wirklich zutreffend ist, zeigt der Bereich „Macht, Moral und Ressourcen“: Eine rasant steigende Erdbevölkerung passt die Umwelt an ihre Bedürfnisse an. Ob sich der abschließende Ruhebereich zum „Sinn des Lebens“ da förderlich auswirkt, bleibt dem Besucher überlassen.
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