AG Behinderte berät Fragen zur Barrierefreiheit und Inhalte des neues Gleichstellungsgesetzes
Am 25. November im Alten Rathaus
Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen trifft sich am Donnerstag, dem 25. November, um 13.30 Uhr zu ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt. Die Arbeitsgruppe befasst sich vor allem mit Fragen der barrierefreien Gestaltung von Bauvorhaben und des ÖPNV.
Auf der Tagesordnung steht dieses Mal der aktuelle Sachstand zur Verbesserung der Barrierefreiheit an der Lindwurmbrücke und an MVB-Haltestellen sowie zu den geplanten Rollstuhlrampen für das Gebäude der Stadtverwaltung in der Julius-Bremer-Straße. Außerdem wird eine Vertreterin des Sozial- und Wohnungsamtes über die Situation bei der Eingliederungshilfe und der Inanspruchnahme des Persönlichen Budgets berichten.
Darüber hinaus informiert der Behindertenbeauftragte Hans-Peter Pischner die Arbeitsgruppe über das neue Behindertengleichstellungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt sowie über die Veränderungen, die sich aus der Neuregelung der Rundfunkgebühren für Menschen mit Behinderungen ab 2013 ergeben sollen. "Seh-, Hör- und Mehrfachbehinderte, die bisher davon befreit waren, sollen nach dem Willen der Ministerpräsidenten künftig Rundfunkgebühren zahlen, obwohl die Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks alles andere als barrierefrei zugänglich sind und von den Betroffenen kaum genutzt werden können", so Hans-Peter Pischner. In Magdeburg werde das rund 2.500 Menschen betreffen, landesweit über 28.000.
Auf ihrer nunmehr 51. Sitzung wird die Arbeitsgruppe auch über wichtige Themenschwerpunkte für das Jahr 2011 beraten, darunter die Verabschiedung einer überarbeiteten Dringlichkeitsliste zur Verbesserung der Barrierefreiheit und die Erarbeitung eines kommunalen Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Magdeburg. Der Stadtrat hat dazu in seiner Sitzung am 12. November einen entsprechenden Beschluss gefasst.
An der kommunalen AG Menschen mit Behinderungen beteiligen sich seit 1999 Mitglieder von Behindertenverbänden und -vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen und Ämtern der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive.
In Sachsen-Anhalt leben ca. 171.300 anerkannte Schwerbehinderte (7,2 % der Bevölkerung). In der Landeshauptstadt sind mit Stand vom Dezember 2009 rund 17.200 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,5 %), einschließlich der Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 sind bis zu 25.000 Menschen betroffen (11 %).
Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 10.000 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G), weit über 1.000 von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. 350 sind blind, 206 gehörlos und ca. 4.200 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten rund 2.000 Menschen (Merkzeichen H).
Rund 60 % der Betroffenen sind 65 Jahre und älter. 53,3 % der Behinderten sind weiblich. Etwa 5.500 Magdeburger sind pflegebedürftig, rund 2.600 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt. In den beiden Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind rund 850 Betroffene beschäftigt.
Nähere Informationen:
Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter, Telefon 03 91/5 40 23 42
E-Mail: behindert@magdeburg.de
Der Behindertenbeauftragte ist im Alten Rathaus, Alter Markt 6, Südflügel, Erdgeschoss, Zimmer 043, zu erreichen. Seine Sprechzeiten sind dienstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.30 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.
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