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Presseinformation

24. November 2010
Internationaler Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ am 25. November
„Runder Tisch häusliche Gewalt im Kreis Steinfurt“ zählte 307 Fälle in 2009

Kreis Steinfurt. Der Internationale Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“, der jährlich am 25. November begangen wird, geht zurück auf die Schwestern Mirabal, die politischen Widerstand gegen die Diktatur in der Dominikanischen Republik leisteten und vom militärischen Geheimdienst des Landes nach monatelanger Folter am 25. November 1960 ermordet wurden. Seither wird der Tag genutzt, um das Ausmaß und die Formen der Gewalt gegen Frauen zu skandalisieren und um auf Erreichtes aber auch die Handlungsdefizite bei der Intervention gegen Gewalt aufmerksam zu machen.
Die Dimensionen und Formen der Gewalt sind vielfältig: sie reichen von der strukturellen Gewalt zum Beispiel in Formen von sozialer Armut bis zu körperlicher Misshandlung, der alltäglichen Pornografie und dem Sexismus in Medien und Werbung.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Steinfurt, Anni Lütke Brinkhaus, unterstützt daher auch in diesem Jahr die bundesweite Aktion „Nein zu Gewalt an Frauen“.

Gewalt gegen Frauen weltweit…
Gewalt gegen Frauen gilt weltweit als eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen; Frauen und Mädchen sind Opfer von Zwangsprostitution, Zwangsheirat und Genitalverstümmelungen, sie werden vergewaltigt und missbraucht und sind häufig Opfer häuslicher Gewalt.

Bei der 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking wurde erklärt, dass „Gewalt gegen Frauen einer der entscheidenden Mechanismen ist, durch den Frauen in eine im Vergleich zu Männern untergeordnete Stellung gezwungen werden.“ Im Aktionsplan des Europäischen Rates gegen Gewalt gegen Frauen 1997 heißt es, „Gewalt gegen Frauen ist ein grundsätzlicher Verstoß gegen die Menschenrechte und die Menschenwürde von Frauen.“

….in der Bundesrepublik
1994 wird im Beschäftigtenschutzgesetz im Rahmen des 2. Gleichberechtigungsgesetzes der Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz geregelt, der in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz 2006 übernommen wird. Seit 1997 gilt Vergewaltigung in der Ehe als Straftatbestand.

1999 lässt das Bundesfrauenministerium die Problematik der Gewalt gegen Frauen in Deutschland genauer untersuchen und kommt zum Ergebnis, dass jede vierte Frau sexualisierte und/oder körperliche Gewalt durch ihren Partner erfahren muss.
Daraufhin wird der erste Aktionsplan der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen beschlossen, dem 2007 ein weiterer Aktionsplan folgt.

….und im Kreis Steinfurt
2002 tritt das Gewaltschutzgesetz zum verbesserten Schutz von Opfern häuslicher Gewalt in Kraft, das gerichtliche Schutzanordnungen und Wohnungszuweisungen erleichtert bzw. ermöglicht. Der „Runde Tisch-Häusliche Gewalt Kreis Steinfurt“ wird im Jahre 2003 unter der Schirmherrschaft von Landrat Thomas Kubendorff gegründet.

Dem Runden Tisch gehören Vertretungen und Fachkräfte von verschiedenen Beratungs- und Hilfeeinrichtungen sowie aus den Bereichen Polizei, Justiz, Politik und Verwaltung an.

Ziele des Rundes Tisches sind die Ächtung häuslicher Gewalt, die spürbare Verbesserung von Schutz und Hilfe für die Opfer und die Reduzierung der Fälle häuslicher Gewalt durch Prävention.

Häusliche Gewalt wurde lange Zeit bagatellisiert und tabuisiert. Den Opfern stand kein besonderer Schutz zur Verfügung. Seit 2002 werden die zur Anzeige gebrachten Fälle von häuslicher Gewalt im Kreis Steinfurt statistisch erfasst, so wurden im Jahr 2009 im Kreis Steinfurt 307 Fälle angezeigt. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Dunkelziffer noch höher liegt.

Am Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ wird mit zahlreichen Aktivitäten über die Menschenrechtsverletzungen an Frauen informiert und sie werden skandalisiert. Seit 10 Jahren werden auf Initiative von TERRE DES FEMMES an diesem Tag die Fahnen „Frei leben – ohne Gewalt“ als Signal und Appell gegen die weltweite und alltägliche Gewalt gegen Frauen gehisst.

Ausführliche Informationen zum Thema „Häusliche Gewalt“ und zur Arbeit des „Runden Tisches Häusliche Gewalt Kreis Steinfurt“ gibt es im Internet unter www.haeusliche-gewalt-kreis-steinfurt.de


Pressekontakt: Silke Wesselmann, Tel.: 02551/69-2167




Herausgeber:
Kreis Steinfurt, Stabsstelle Landrat; Pressesprecherin: Kirsten Weßling; Tecklenburger Straße 10, 48565 Steinfurt
Telefon: 02551-692160, Telefax: 02551-692100; www.kreis-steinfurt.de, kirsten.wessling@kreis-steinfurt.de