Magdeburg ist die bundesweit erste „energieeffiziente Musterkommune“
Landeshauptstadt und dena kooperieren
Die Landeshauptstadt Magdeburg verstärkt ihr Engagement zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Verbesserung des Klimaschutzes. Als bundesweit erste Stadt führt Magdeburg das von der Deutschen Energie-Agentur (dena) entwickelte kommunale Energiemanagementsystem ein. Der Leiter des Umweltamtes Rolf Warschun und der Vorsitzende der Geschäftsführung der dena Stephan Kohler unterzeichneten heute eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.
„Als bundesweit erste ‚energieeffiziente Musterkommune’ gehen wir beispielhaft voran und werden unsere Aktivitäten für den Umweltschutz weiter verstärken“, begründet Umweltamtsleiter Rolf Warschun die Kooperation mit der dena. „Magdeburg ist bereits seit Jahren im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz aktiv. Als Mitglied im Klimabündnis der europäischen Städte und Modellstadt regenerativer Energien hat sich die Landeshauptstadt verpflichtet, einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Partnerschaft mit der dena ist dabei ein weiterer wichtiger Schritt.“
Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler betonte: „Engagierte Kommunen sind entscheidend, um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen. Daher freuen wir uns, dass Magdeburg mit Hilfe des Energie- und Klimaschutzmanagements der dena zukünftig den Energieverbrauch senken wird. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern entlastet auch die Haushaltskassen.“
Der Stadtrat hatte im September seine Zustimmung für die Kooperation zwischen Stadtverwaltung und dena gegeben. Bei erfolgreicher Umsetzung des Vorhabens erhält Magdeburg die Auszeichnung als „dena Energieeffiziente-Kommune“.
Voraussetzungen dafür sind unter anderem ein Leitbild für Klimaschutzmaßnahmen, die Einführung von geeigneten Organisationsstrukturen und Arbeitsabläufen, die Erstellung eines Energieberichtes, ein Energie- und Klimaschutzprogramm mit konkreten Maßnahmen sowie die Erfolgskontrolle umgesetzter Energieeffizienz- und Klimaschutzprojekte.
„Einige der von der dena geforderte Kriterien erfüllt Magdeburg bereits“, so der Leiter des Umweltamtes Rolf Warschun „Wir haben unser Leitbild für Klimaschutzmaßnahmen, können mit Stolz auf die energetische Sanierung zahlreicher kommunaler Gebäude verweisen und wurden bereits als energieeffiziente Stadt und Recyclingpapier-Aufsteiger ausgezeichnet. In der neuen Kooperation mit der dena werden als nächsten Schritt klare Zuständigkeiten für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen festlegen und messbare Ziele definieren.“
Die dena wird Magdeburg bis zur erfolgreichen Einführung des Energie- und Klimaschutzmanagements beratend begleiten. Die Beratung erfolgt durch Mitarbeiter der dena sowie bei besonderen Fragestellungen durch von der dena beauftragte Fachberater. Vorgesehen sind rund zehn Vor-Ort-Termine pro Jahr.
Das Vorhaben in Magdeburg wird von den Städtischen Werken Magdeburg GmbH und vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) finanziell getragen.
Hintergrundinformationen zu den Magdeburger
Aktivitäten für den Klima- und Umweltschutz
Die Reduzierung der CO2 -Emissionen ist eine Hauptaufgabe des kommunalen Klimaschutzes. Die Bereiche Energieverbrauch und -erzeugung sowie der Verkehr verursachen mit Abstand die meisten Emissionen und bieten daher auch die größten Möglichkeiten, um Energie zu sparen und damit CO2 zu vermeiden.
Modellstadt regenerativer Energien
Im Juli 2006 hatte der Stadtrat beschlossen, dass Magdeburg "Modellstadt regenerativer Energien" werden soll. Diesem Ziel dient nicht nur der Einsatz umweltfreundlicher Technologien, sondern auch der weitere Ausbau der Kreislaufwirtschaft und der Produktionsstandorte für regenerative Energien und Energiesysteme. Mit der Firma Enercon als größten Hersteller von Windenergieanlagen in Deutschland und der Biodieselerzeugung verfügt der Wirtschaftsstandort Magdeburg hier bereits über prägende Unternehmen.
Energieeffiziente Stadt
Im September dieses Jahres wurde die Landeshauptstadt von Bundesforschungsministerin Anette Schavan als Preisträger im Bundeswettbewerb ‚Energieeffiziente Stadt’ ausgezeichnet. Die Landeshauptstadt hat sich damit als eine von insgesamt fünf Städten für die Endphase des Wettbewerbes qualifiziert und wird vom Bundesministerium in den kommenden Jahren mit jeweils bis zu 1 Mio. Euro jährlich gefördert. Die Auszeichnung bestätigt, dass Magdeburg auf einem guten Weg ist, um den Ressourcenverbrauch und den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren, damit auch künftige Generationen eine intakte, vielgestaltige Umwelt vorfinden. Die Förderung durch das Bundesministerium versetzt die Landeshauptstadt in die Lage, weitere Projekte umzusetzen und vor allem die Erforschung von intelligenten, zukunftsfähigen Systemen und Technologien fortzusetzen.
Engagement der Stadtverwaltung
Neben dem Engagement von Wirtschaft und Bürgern geht auch die Verwaltung wichtige Schritte in Richtung Klimaschutz und Energieeffizienz. Seit 1993 ist die Landeshauptstadt Magdeburg Mitglied im Klimabündnis der europäischen Städte zum Erhalt der Erdatmosphäre. Im Rahmen ihrer Mitgliedschaft unterstütz Magdeburg Projekte zum Schutz des Regenwaldes und der indigenen Völker. Seit 2004 wird ein Solarlampenprojekt in Peru mit jährlich 2.500 Euro von der Stadt gefördert. Das Sanierungsprogramm kommunaler Gebäude ist verbunden mit erheblichen CO2-Einsparungen.
Umweltamt mit Vorreiterrolle
Im September dieses Jahres hat das Umweltamt mit den SWM Magdeburg eine Energieeinspar-Partnerschaft vereinbart. Gemeinsames Ziel beider Vertragspartner ist es, Verhaltensänderungen im Büroalltag bei den Mitarbeitern der Stadtverwaltung anzustoßen und zum Energieeinsparen anzuregen.
Die von SWM beauftragten Energieberater ermitteln und analysieren dafür vorab den Verbrauch anhand von Vergleichswerten eines Musterbüros. Diese Werte stehen dann als Standard für den Energieverbrauch in den Büros und dienen als Basis für die Berechnung des möglichen Einsparpotentiales. Darauf aufbauend erhalten die Mitarbeiter Tipps für die Praxis, wie sie durch einen bewussten Umgang Energie einsparen und damit den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 verringern können.
Recyclingpapier-Aufsteiger
Für die herausragende Steigerung des Recyclingpapieranteils von knapp drei auf 90 Prozent innerhalb eines Jahres erhielt die Magdeburger Stadtverwaltung 2009 den Titel des "Recyclingpapier-Aufsteigers“. Damit gehört die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts zu den Vorreitern bei der Verwendung von umweltfreundlichem Papier. Der Anteil an Recyclingpapier in der Verwaltung beträgt in Magdeburg 8,50 Mio. Blatt bei einem Gesamtverbrauch an Büropapier von 9,48 Mio. Blatt. Durch die Verwendung von Recyclingpapier hat die Stadt insgesamt eine Einsparung von ca. 1,42 Mio. Liter Wasser, 293.162 kWh Energie sowie rund 8.000 kg CO2 bewirkt. Mit der eingesparten Wassermenge kann zum Beispiel der Tagesverbrauch von 11.388 Magdeburger Einwohnern gedeckt werden. Die eingesparte Menge an Energie entspricht einem jährlichen Energieverbrauch von 83 Drei-Personen-Haushalten. Bereits der Einsatz von 1000 Blatt Recyclingpapier spart soviel Energie wie 70 Computer mit Flachbildschirm für einen Arbeitstag benötigen.
Kampagne SolarLokal
SolarLokal ist eine bundesweite Imagekampagne für Solarstrom in Kreisen, Städten und Gemeinden mit dem Ziel, den Anteil des umweltfreundlichen Solarstroms an der Energieerzeugung auszubauen. Für ihre Aktivitäten innerhalb der Kampagne, bei der die Landeshauptstadt kommunale Dachflächen zur Nutzung von Sonnenenergie bereitstellt, wurde die Landeshauptstadt Magdeburg mit dem diesjährigen Solarpreis der Deutsche Gesellschaft für Sonnenergie (DGS) ausgezeichnet. Damit würdigte die DGS das klimabewusste Handeln der Stadtverwaltung.
Schulprojekt "Fifty/fifty"
Auch der Umwelterziehung misst die Stadtverwaltung erhebliche Bedeutung zu. Gemeinsam mit den Städtischen Werken organisiert die Stadt an Magdeburger Schulen den Energiespar-Wettbewerb "Fifty/fifty". Das vom Umweltamt ins Leben gerufene und vom Stadtrat beschlossene Projekt ist fester Bestandteil des städtischen Maßnahmeplanes zum Klimaschutz. Ziel ist es, einen sparsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu vermitteln und gezielt Energie- und Wasser durch umweltbewusstes Verhalten einzusparen. Gleichzeitig sollen den Schülern die Zusammenhänge im Klimaschutz zwischen dem eigenen Handeln vor Ort und den globalen Auswirkungen näher gebracht werden. Fifty/fifty heißt, dass die Schulen 50 Prozent der verhaltensbedingt eingesparten Energiekosten erhalten. An dem Energiesparprojekt nahmen bisher insgesamt 33 Schulen erfolgreich teil. Die Bildungseinrichtungen konnten gemeinsam 220.000 Euro einsparen.
|