Kasseler Delegation zu Gast in türkischer Partnerstadt

Zehn Jahre Städtepartnerschaft mit Izmit/ Kocaeli

03. Dezember 2010. Große Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung und breite Berichterstattung in den regionalen Medien löste jetzt der Besuch einer Kasseler Delegation um Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Jordan, Stadträtin und Beauftragte für Städtepartnerschaften, Brigitte Bergholter, und den Leiter des Haupt- und Bürgeramtes, Hans-Jochem Weikert, in der türkischen Partnerstadt Izmit/Kocaeli aus. Die kleine Delegation aus Kassel war einer Einladung anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Izmit und Kassel in die türkische Region gefolgt.

Bei einem Empfang für die Kasseler Gäste drückte der Generalsekretär der Provinz Kocaeli, Ersin Yazici, die große Dankbarkeit der türkischen Stadtbevölkerung für die engagierte Hilfe der documenta-Stadt nach dem schweren Erdbeben in der Region Kocaeli 1999 aus. Ebenso wie Stadträtin Brigitte Bergholter äußerte er dabei den Wunsch, die Partnerschaft beider Städte zu intensivieren. Im Rahmen des Freundschaftsbesuches wurden so sechs zukünftige Begegnungsprojekte vereinbart, unter anderem auf den Ebenen Kultur, Sport und Jugendaustausch.

Ein weiterer Höhepunkt des Aufenthalts war die Eröffnung einer gemeinsamen Ausstellung beider Städte. Während Kassel mit der Wanderausstellung „3 Schlösser – 3 Parks“ für das Weltkulturerbe und das Stadtjubiläum im Jahr 2013 Interesse weckte, erinnerten eindrucksvolle Fotografien türkischer Künstler an die Erdbebenkatastrophe im Jahr 1999.

Die Naturkatastrophe vor elf Jahren – bei dem binnen drei Minuten viele Häuser, öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, Kinder- und Waisenhäuser zerstört wurden und tausende Menschen ihr Leben verloren - bildete den Anlass für die Städtepartnerschaft Kassels mit Izmit. So gehörte die Stadt Kassel – in der selbst über 11.000 türkische Staatsbürger leben - gerade auch aus dieser Betroffenheit der Menschen heraus zu den Ersten, die neben Mitgefühl und Trauer auch schnelle und konkrete praktische Hilfe anbot.

Helferinnen und Helfer machten sich kurz nach der Katastrophe von Kassel aus auf den Weg in die Türkei. Mitarbeiter der Stadtreiniger halfen im Rahmen eines freiwilligen Einsatzes der Trümmerbeseitigung. Fahrzeuge für die Feuerwehr, Lebensmittel, medizinisches Hilfsgerät, Haushaltsgegenstände aus Kassel waren eine wirksame Hilfe. Mitarbeiter der Kasseler Feuerwehr bauten in ihrer Freizeit ein Container-Haus ab, das auf dem Gelände der Feuerwehrschule in Kassel stand und nicht mehr gebraucht wurde, und stellten es in Izmit wieder auf, um es obdachlos gewordenen Menschen zur Verfügung zu stellen.

Damals bildete sich auch eine Kasseler Initiative mit Friedrich-Michael Fillies an der Spitze zum Wiederaufbau des zerstörten Waisenhauses in Karamürsel bei Izmit. Über 200.000 Euro an Spendengeldern waren so zusammengekommen. Im Jahr 2003 konnte das Waisenhaus feierlich wiedereröffnet werden.

Während ihres Aufenthaltes in Izmit/Kocaeli stand für die Kasseler Delegation selbstverständlich auch ein Besuch der Einrichtung, in der mittlerweile 112 Kinder im Alter bis 18 Jahren unter besonderer Fürsorge des Heimleiters Mehmet Akpinar in Familiengruppen heranwachsen, auf dem Programm.

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