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300 Kilometer Kanalnetz digital erfasst

Borken - 03. August 2000. Per Mausklick kann jetzt das Tiefbauamt der Stadtverwaltung nachsehen, welcher Kanal zum Beispiel in der Bahnhofstraße verlegt wurde. Wie lang er ist, wie alt und wann er das letzte Mal kontrolliert wurde. Grund: Die Daten des kompletten Kanalsystems in Borken und den Stadtteilen sind jetzt vollständig digital vorhanden. Das sind immerhin stolze 300 Kilometer Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanal. Außerdem wurden die 50 Kilometer Druckrohrleitung anhand von vorhandenen Plänen digitalisiert. Begonnen hat die Stadt mit der Datenerfassung in 1993. Bund und Land forderten damals durch Gesetz diese Bestandsaufnahme von allen Städten und Gemeinden. "Abgeschlossen hatten wir die örtliche Erfassung vor etwa zwei Jahren", schildert Klaus Langenbrink vom städtischen Tiefbauamt. Gleichzeitig sei eine Firma beauftragt worden, die Rohre auf mögliche Schwachstellen hin zu untersuchen. Insgesamt rund 500 Videofilme sind dabei "gedreht" worden. Anschliessend habe man sich daran gesetzt und alle Daten in den Computer übernommen. In diesen Tagen soll die letzte Druckrohrleitung erfasst werden. "Die digitale Bearbeitung hat viele Vorteil", freut sich auch Dieter Riethmann vom Hauptamt. Insgesamt werde das Arbeiten dadurch verbessert. Das Kanalnetz sei in das schon vorhandene geographische Informationssystem der Stadt eingearbeitet worden. Die Kanaldaten lagern also genau da, wo sie auch hingehören; nämich zwischen den Grünflächen, Bebauungsplänen, Flächennutzungsplänen und den Plänen über versiegelte Flächen. "Will man genauere Informationen über ein bestimmtes Flurstück, genügt ein Mausklick und man gewinnt einen Gesamtüberblick", so die Fachmänner. Unterstützt wird die Stadt von dem EDV-System GRIPS. Ein schlauer Name für eine tolle Sache. Kanalplanungen werden direkt im System am Bildschirm erstellt. Zeichnungen von Hand sind nicht mehr erforderlich. Pläne können in jedem Maßstab erstellt und dann den Architekten und Bauherren zugeleitet werden. Die Stadt will das System noch weiter verfeinern. Als nächstes sind die Kleinkläranlagen dran. Auch sie sollen in das System aufgenommen werden. Zu Zweidrittel ist der Bestand schon aufgenommen.

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Klaus Langenbrink und Dieter Riethmann am Digitalisiertisch



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