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Leverkusen, 03. Dezember 2010
„Verlacht, verboten, gefeiert"
Ausstellung zur Geschichte des Frauenfußballs bis 15. Dezember zu sehen
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Die Ausstellung "Verlacht, verboten und gefeiert" zur Geschichte des Frauenfußballs dokumentiert dazu eindrucksvoll, dass dies nicht immer so war. Am Donnerstag, 2. November, wurde die Ausstellung von Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn vor rund 100 Gästen im Leverkusener Forum eröffnet. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 15. Dezember im Forum Leverkusen.
Natürlich durfte bei dieser Eröffnung, drei Tage nach der Auslosung der Gruppen für die FIFA-Frauen WM 2011 der aktuelle Bezug nicht fehlen. So verwies Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn in seiner Eröffnungsrede auf die Chancen, die sich mit der WM auch für Leverkusen ergeben.
„Wir können und werden uns der Welt als guter Gastgeber präsentieren", zeigte sich der Oberbürgermeister überzeugt. Fernsehübertragungen in rund 200 Länder dieser Erde seien eine Chance, die so schnell nicht wiederkomme, so der OB. Er erinnerte an die atemberaubende Entwicklung, die der Frauenfußball in den letzten Jahren genommen habe und bekannte sich gleich dazu, inzwischen selbst ein Anhänger des Frauenfußballs zu sein. „Die Spiele unserer Fußballerinnen von Bayer 04 und der deutschen Nationalmannschaft, zuletzt wieder beim 8-0 Sie gegen Nigeria in Leverkusen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, haben mich zum Fan werden lassen, " unterstrich der OB und verwies auch auf die tolle Stimmung, die trotz nicht so hoher Zuschauresonanz beim jüngst ausgetragenen Länderspiel in der BayArena in die Leverkusener Fans an den Tag gelegt hatten. Das werde bei den WM-Spielen 2011 noch eindrucksvoller, so die feste Überzeugung des Leverkusener Stadtoberhauptes.
Die Ausstellung selbst bildet einen historischen WM-Einstieg. Der zeitliche Bogen reicht von den Anfängen des Damenfußballs im deutschen Kaiserreich um 1900 über die Gründung des ersten deutschen Damenfußballclubs 1930 bis in die Gegenwart. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft war bei der WM 2003 zum ersten Mal international erfolgreich. Die knapp vierzigjährige Erfolgsgeschichte des Frauenfußballs in Deutschland war nicht einfach. Sie war zugleich auch eine Geschichte des Kampfes gegen männliche Verbote und Bevormundungen. Deren Gipfel stellte das Spielverbot für Frauen im Deutschen Fußballbund bis 1970 dar.
Die Ausstellung beleuchtet diese Schwierigkeiten und Anfeindungen, denen die "Vorkämpferinnen" des Frauenfußballs ausgesetzt waren.
"Verlacht, verboten und gefeiert" ist eine Ausstellung der Volkshochschule Aachen in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Präsentiert wird sie in Leverkusen vom städtischen Frauenbüro gemeinsam mit der Volkshochschule Leverkusen, dem Stadtsportbund und dem WM-Büro.
Noch vor rund 50 Jahren hatte der DFB den Mitgliedsvereinen unter Androhung von Strafe verboten, Damenfußballabteilungen zu gründen oder Fußballerinnen auf ihren Sportplätzen auch nur das Spielen zu gestatten. "Das kann sich heute niemand mehr vorstellen", sagte Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH, in einer von Anke Feller moderierten Talkrunde bei der Ausstellungseröffnung und fügte an: "Aber diese Zustände sind ja mittlerweile Vergangenheit und die Stimmungslage rund um den Frauenfußball ist sehr positiv."
Mit Blick auf die WM-Spiele in der BayArena betonte Holzhäuser: "Mit Schweden und Norwegen werden wir zwei sehr interessante Mannschaften in Leverkusen sehen, die zu den besten Teams in Europa gehören." Auch die bei der Ausstellungseröffnung anwesende Fecht-Olympiasiegerin und WM-Botschafterin Britta Heidemann freut sich auf die WM: "Natürlich werde ich mir die Partien in Leverkusen anschauen. Das werden bestimmt tolle Spiele." Diese Überzeugung teilte auch Sandra Minnert, vielfache Nationalspielerin und zweifache Weltmeisterin. Sie bedauerte sichtlich, bei der WM im eigenen Land nicht mehr gegen den Ball treten zu können.
Dass der Mädchen- und Frauenfußball auch in Leverkusener Vereinen inzwischen eine gute Entwicklung genommen hat und bei insgesamt neun Leverkusener Vereinen gut aufgehoben ist, zeigt die eigens erstellte regionale Dokumentation. Zur
„Nachspielzeit" zeigt das kommunale Kino der VHS herausragende Filme rund um den Mädchen- und Frauenfußball in der Welt. Die gute Entwicklung positiv beeinflussen sicherlich auch die von Doreen Meier trainierten Bundesliga-Spielerinnen von Bayer 04 Leverkusen, die vor allem den Ehregeiz ihrer jungen Spielerinnen hervorhob.
Den Erfolg Schule, Studium oder Beruf unter einen Hut zu bringen mit dem Bundesliga-Fußball dies wollen alle unserer Frauen und davor ziehe ich den Hut. Gleichzeitig verdeutlichte sie sehr anschaulich, wie weit der Frauenfußball noch vom Stellenwert der männlichen Kollegen entfernt sei. Der Begeisterung und der Qualität tue dies aber keinen Abbruch, so Meier, im Erstberuf auch noch Lehrerin an einem Kölner Gymnasium
Kaum besser als mit dem rhythmischen Trommelwirbel der Musikgruppe der Käthe-Kollwitz Gesamtschule aus Leverkusen
–Rheindiorf und dem Spalier mit Fahnen schwenkenden Nachwuchsspierlinnen des SC Hitdorf hätte es hervorgehoben werden können: Der Frauenfußball in Deutschland ist auf dem Vormarsch.
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