Museen zwischen Weihnachten und Jahresanfang
Ottostadt Magdeburg.
Der Wolf ist zurück in Sachsen-Anhalt und hat seine Spuren nicht nur im reichlich gefallenen Schnee dieses Jahres hinterlassen. Bekannt ist, dass ein Rudel auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow lebt. Eine in Kooperation mit dem NABU entstandene Ausstellung im Museum für Naturkunde informiert darüber und über die Einwanderung, Bestandszahlen und Konflikte mit dem größten Rautier Sachsen-Anhalts.
Nur wenige Schritte von dieser Schau entfernt warten Einblicke in die Sammlung des Kulturhistorischen Museums und Entwürfe des neuen Sarges für Königin Editha auf die Besucher. Den Preis im Wettbewerb um die Neugestaltung des Sarges erhielt die Künstlerin Kornelia Thümmel.
Mehr als 60 Künstlerinnen und Künstler des 20. Jahrhunderts präsentiert die Sonderausstellung „Künstler-Generationen“. Dazu gehören Arbeiten von Bruno Beye, Ulrich Hachulla, Hans Jüchser, Wolfgang Mattheuer, Gertraud Möhwald oder Herbert Stockmann. Im Kaiser-Otto-Saal sind Fayencen und „englisches Steingut“ aus der Manufaktur der Familie Guischard (1756-1839), die sich in der Braunehirschstraße befand, zu sehen.
Spuren des Medienkonsums bei den Schöpfern und Nutzern von Video, Film und Fotografie sind das Thema, dem sich der international bekannte deutsche Medienkünstler Björn Melhus seit mehreren Jahren widmet. Seine jüngste Installation „NACHTWACHE/NIGHTWATCH“ zeigt das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen. Ihre Entstehung ist eng mit dem Ausstellungsraum verbunden. Besucher können sich darin auf eine Gratwanderung zwischen Traum und Albtraum, Wachen und Schlafen begeben und erfahren, welche Bilder die Klangcollage im Kopf erzeugt, Bilder und Vorstellungen, die vielleicht medial vorgeprägt sind. Der Katalog zur Ausstellung bietet Einblicke in das umfangreiche Werk des in Berlin lebenden Künstlers, ergänzt durch eine DVD, die die Magdeburger Installation zeigt. Die Begleitpublikation wird am 9.1., ab 15 Uhr, im Rahmen der Finissage vorgestellt.
Eine weitere Ausstellung des Kunstmuseums, entstanden in Kooperation mit dem Stadtplanungsamt, zeigt im Guericke-Zentrum Lukasklause Fotos von Hermann Brösel. Das einmalige Werk des Magdeburger Farbenfabrikanten Hermann Brösel (1902-1984) umfasst viele Tausend Aufnahmen aus fünf Jahrzehnten. Vor einigen Jahren konnte es für die Stadt gesichert werden. Früh von der Moderne geprägt, sind es Bildzeugnisse einer Jahrzehnte auf sich selbst gestellten Sicht von Fotografie, die ihre Aufgabe aus sich selbst definiert, mit fotografischen Bildern zu bezeugen was stattfindet, damit es für die Zukunft sichtbar bleibt.
Die Magdeburger Museen, das Kulturhistorische Museum, Museum für Naturkunde und Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, sind am 24., 25. und 31.12. geschlossen, am 26., 28. bis 30.12. und 1.1. geöffnet von 10 bis 17 Uhr.
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