23. Dezember 2010.
Eine positive Bilanz der lufthygienischen Situation in Kassel hat jetzt Stadtrat Dr. Joachim Lohse im städtischen Pressedienst gezogen. Auch wenn das Jahr noch nicht ganz vorbei sei, lasse sich schon heute absehen, dass 2010 aus lufthygienischer Sicht gut verlaufen sei. So zeigten die an den beiden Luftmessstationen „Fünffensterstraße“ und „Mitte“ („Hinter der Komödie“) übers Jahr gemessenen Werte, dass die Belastung durch die beiden problematischen Luftschadstoffe „Feinstaub“ und „Stickstoffdioxid“ erkennbar zurückgegangen sei. Dr. Lohse: „Es war ein gutes Jahr ohne lang andauernde austauscharme Wetterlagen.“ Dies habe mit dazu beigetragen, dass die Zahl der Überschreitungen des zulässigen Tagesmittelwertes von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft für Feinstaub (PM 10) an der Verkehrsmessstation Fünffensterstraße gegenüber dem Jahr 2009 etwa halbiert wurde. PM 10 bezeichnet die Masse aller im Gesamtstaub enthaltenen Partikel, deren Durchmesser kleiner als zehn Mikrometer ist, als Feinstaub.
Bis zum 15. Dezember sei die Belastungsgrenze für Feinstaub nur 15 Mal in Kassel überschritten worden. Im vergangenen Jahr habe es noch 30 Überschreitungen gegeben. Somit sei zum fünften Mal in Folge der bei maximal 35 Überschreitungen liegende Grenzwert in Kassel eingehalten worden, teilte der Stadtrat weiter mit.
Auch der Jahresmittelwert für Feinstaub werde mit etwa 28 Mikrogramm je Kubikmeter Luft niedriger ausfallen als im Vorjahr. Da habe der Wert noch 30 Mikrogramm je Kubikmeter Luft betragen, so Dr. Lohse. Der zulässige Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Erstaunlich sei an dieser Entwicklung, dass die Zahl der Überschreitungen wesentlich stärker abgenommen habe, als die Verringerung des Jahresmittelwertes erwarten lasse.
„Auch beim zweiten problematischen Luftschadstoff, dem Stickstoffdioxid (NO2), kann eine günstige Tendenz beobachtet werden“, so Dr. Lohse. Der Jahresmittelwert werde in diesem Jahr voraussichtlich bei 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft liegen. In den Vorjahren waren es noch 53,8 beziehungsweise 52,8 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Allerdings, so Dr. Lohse weiter, sei zu bedenken, dass diese Werte deutlich über dem derzeit zulässigen Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft liegen würden. Diese Überschreitung habe dazu geführt, dass der Luftreinhalteplan für den Ballungsraum Kassel (etwa das Gebiet des Zweckverbandes) zurzeit durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fortgeschrieben werde.
„Im Luftreinhalteplan werden Maßnahmen vorgeschlagen, die helfen können, die Schadstoffbelastung weiter zu verringern“, führte der Stadtrat aus. Überregional werde sich die Einführung schadstoffärmerer Motoren (Euro 5 und 6) positiv auswirken. Auf regionaler Ebene setzten die Maßnahmenvorschläge des Magistrats in erster Linie auf freiwillige Maßnahmen zur Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie die Förderung des Fahrradverkehrs. Er hoffe, dass die vom Magistrat in diesem Jahr beschlossenen und weitergeleiteten Maßnahmenvorschläge im Ministerium in Wiesbaden Beachtung fänden und in den Luftreinhalteplan aufgenommen würden, erklärte Dr. Lohse. Mit den Ergebnissen der Forschreibung sei in der ersten Jahreshälfte 2011 zu rechnen.
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