27. Dezember 2010. Für den Bau von zwei Rückhaltebecken hat die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, heute in Kassel einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 1.092.490 Euro an Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser übergeben. Die Fördermittel stammen aus dem Programm „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“ und decken den überwiegenden Teil der veranschlagten Investitionssumme von 1.362.600 Euro. Die Restkosten trägt die Stadt Kassel. Im Stadtteil Niederzwehren soll mit dem Bau der Hochwasserrückhaltebecken Keilsberg und Wartekuppe, eines Einlaufbauwerks, eines Durchlasses an der Straße Wartekuppe und mit weitestgehender Beseitigung der vorhandenen Gewässerverrohrung dafür gesorgt werden, dass auftretende Hochwasserabflüsse überstaufrei abgeführt werden.
„Es gibt keine völlige Sicherheit, aber der Bau der beiden Rückhaltebecken Keilsberg und Wartekuppe ist ein weiterer wichtiger Schritt zum Schutz der Kasseler Bürger vor Hochwasser. Es ist die konsequente Fortsetzung der Investitionen für den Hochwasserschutz in Hessen, für den die Landesregierung in den letzten zehn Jahren fast 220 Millionen Euro bereitgestellt hat", sagte Staatsministerin Kühne-Hörmann. Bei der Übergabe wies die Ministerin darauf hin, dass zum guten Hochwasserschutz nicht nur die Maßnahmen von Stadt und Land die Sicherheit vor Hochwasser erhöhen, sondern auch der Bürger durch Eigenvorsorge und sachgerechtes Verhalten zur Verringerung von Hochwasserschäden beitragen muss.
Bürgermeister Kaiser dankte der Landesregierung für die finanzielle Unterstützung der Stadt beim Hochwasserschutz. Gerade angesichts der sich abzeichnenden Klimaveränderungen komme diesem immer mehr Bedeutung zu. Hochwasserschutz sei aber zugleich auch Umweltschutz, der unmittelbar den Menschen vor Ort, in diesem konkreten Fall den Einwohnerinnen und Einwohnern Kassels, nütze.
Im Rahmen der Baumaßnahme ist vorgesehen, dass die beiden Hochwasserrückhaltebecken möglichst zeitgleich gebaut werden, da die beim Becken Keilsberg abgetragenen Löß- und Lößlehmböden auch als Dammbaustoff für den Erddamm des Beckens Wartekuppe genutzt werden sollen. Die hessische Landesregierung nimmt den Hochwasserschutz ernst. Die notwendigen Baumaßnahmen werden nach der Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz gefördert, die die finanzielle Belastung für Städte und Gemeinden im Hochwasserschutz deutlich mildert.
Hintergrund: Der Eselsgraben kommt aus der Feldflur Wiesengrund nördlich von Rengershausen, und fließt teilweise in einem begradigten, mit Basaltsteinbrocken befestigten Bett, das größtenteils von einem Ufergehölzsaum aus Weiden und einzelnen Erlen begleitet wird. Nach Durchfließen mehrer verrohrter Abschnitte in Niederzwehren mündet er beim Tränkeweg in den Grunnelbach, der nördlich der Neuen Mühle in die Fulda einleitet. Im Sommer fällt der obere Bereich teilweise trocken. Im offenen Gewässerabschnitt zwischen der Dittershäuser Straße und der Straße Wartekuppe kommt es nach Starkregenereignissen häufig zu Überflutungen. Insbesondere vor dem Einlaufbauwerk in die Verrohrung des Eselsgrabens an der Straße Wartekuppe werden die angrenzenden Grundstücke überschwemmt und das Mauerwerk bestehender Gebäude durchnässt. Die vorhandenen Grabenquerschnitte reichen nicht aus, um auftretende Hochwasserabflüsse überstaufrei abzuführen. Auch die Grabenverrohrung kann nur einen geringen Anteil der Hochwasserspitzen weiterleiten.
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