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Pressemitteilung vom
11. Januar 2011
Der Klimawandel beginnt früh – Grundschulkinder lernen Klima – Zuschuss für Hochwasserschutz an der Diemel
Kreis Kassel/Bad Arolsen.

„Das Projekt „KLIMZUG“ wird mit der Lernwerkstatt Klima konkret“, stellt Vizelandrätin Susanne Selbert bei einem Besuch in der Grundschule am Stadtpark in Baunatal fest. „KLIMZUG“, das von der Universität Kassel koordinierte Klimaanpassungsnetzwerk für Nordhessen, beschäftigt sich mit den Folgen des Klimawandels für Nordhessen.

„Mit der zusammen mit den Experten vom Wassererlebnishaus Fuldatal erarbeiteten Lernwerkstatt wollen wir Grundschulkindern an Themen wie Klima, Klimawandel und Klimaschutz heranführen“, erläutert Selbert. Es sei eine gute Entscheidung des Umweltministeriums gewesen, die Konzeption und die Realisierung der Lernwerkstatt mit rund 12.000 Euro zu finanzieren. Damit werde auch die Arbeit des Wassererlebnishauses Fuldatal gefördert.

Der Hessische Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister, der sich selbst ein Bild vom Einsatz der Lernwerkstatt an der Baunataler Grundschule macht, ergänzt: „Umweltschutz gehört in den Stundenplan und mit der Lernwerkstatt Klima wird den Kindern auf spielerische Weise verdeutlicht, wie Wetter entsteht, was auf das Klima einwirkt und wie sich Klimaveränderungen auswirken“. Deshalb haben die Landesregierung und das Fachzentrum Klimawandel Hessen beim Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie die Erarbeitung der Unterrichtseinheit „sehr gern unterstützt“.

Auch der Kreis unterstützt die Durchführung der Lernwerkstätten an den Grundschulen. Selbert: „Bisher haben wir hier 3.900 Euro als Förderung zur Verfügung gestellt“. Pro Einsatz der Lernwerkstatt an einer Grundschule fallen rund 200 Euro Kosten an.

Staatssekretär Weinmeister: „Wir wollen mit unserer Förderung die Umweltbildung in den Grundschulen unterstützen und die Kinder von heute dafür sensibilisieren, dass sie mit ihrem Verhalten mit dazu beitragen, den Klimawandel zu gestalten“.

Nachdem mittlerweile weltweit anerkannt ist, dass sich die Durchschnittstemperaturen um mindestens zwei Grad erhöhen werden, rücken für Politik und Verwaltung auch auf lokaler Ebene die Folgen des Klimawandels in den Blickpunkt. Auch wenn natürlich nicht mit absoluter Sicherheit vorhergesagt werden kann, wie unser Klima im Jahr 2030 wirklich sein wird – einige grundlegende Tendenzen stehen jedoch bereits heute fest. „Kurz gesagt: Es wird wärmer, das Wetter wird extremer und die Schwankungen im Klima werden größer – auch in unserer Region“, berichtet Vizelandrätin Selbert.

Die Lernwerkstatt Klima sei ein guter Ansatz, um den abstrakten Begriff Klimawandel nicht nur für Kinder begreifbar zu machen, so Weinmeister weiter. Klimaschutz und Klimawandel betrifft bereits heute unseren Alltag weit mehr, als Viele denken. Hier setze die Lernwerkstatt an: „Die Materialien werden so konzipiert, dass sowohl die Schüler wie auch die Lehrkräfte anhand von praktischen Versuchen das Problem Klimawandel verstehen können“. Staatssekretär und Vizelandrätin bedanken sich für die Unterstützung durch die Mitarbeiter des Wassererlebnishauses Fuldatal, die eine große Erfahrung in der Erstellung und Umsetzung von praxisnahen Unterrichtsmaterialien zu Umweltthemen haben.

Inhalte der Lernwerkstatt Klima sind die Themenbereiche „Wetter und Klima“, „CO² und Treibhauseffekt“, „Folgen des Klimawandels“ und „Wie kann man das Klima schützen“. Vorgesehen ist, die Lernwerkstatt möglichst vielen Grundschulen in Nordhessen zur Verfügung stellen zu können.

Eine Folge des Klimawandels sind häufigere Hochwasserereignisse. „Der Hessische Wasserverband Diemel beabsichtigt zur nachhaltigen Sicherung des Stauraumes regelmäßige Sedimenträumungen in der Vorsperre der Twistetalsperre bei Volkmarsen durchzuführen“, informiert Umweltstaatssekretär Weinmeister.

Das Land Hessen unterstütze diese Maßnahmen mit einer Förderung in Höhe von 250.740 Euro.

Die Fördermittel stammen aus dem Programm „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“ und decken den überwiegenden Teil der veranschlagten Investitionssumme von knapp 295.000 Euro. An der Vorsperre der Twistetalsperre bei Braunsen soll eine Baustraße zur Entnahme der Geschiebe- und Sedimentfrachten gebaut werden, damit die Vorsperre nicht verlandet und weiterhin bei Hochwasserereignissen den zeitweiligen Wasserüberfluss aufnehmen und weiterleiten kann.

„Es gibt keine völlige Sicherheit vor Hochwasser, aber der Bau der Baustraße ist ein weiterer wichtiger Schritt zum Schutz der Bürger an Twiste und Diemel vor Hochwasser. Es ist die konsequente Fortsetzung der Investitionen in den Hochwasserschutz in Hessen, für den die Landesregierung in den letzten zehn Jahren fast 220 Millionen Euro bereitgestellt hat", sagt Staatssekretär Weinmeister. Bei der Übergabe weist der Staatssekretär darauf hin, dass die hessische Landesregierung den Hochwasserschutz sehr ernst nehme. Hierzu gehörten nicht nur die Maßnahmen von Stadt und Land, die die Sicherheit vor Hochwasser erhöhen, sondern auch der Bürger müsse durch Eigenvorsorge und sachgerechtes Verhalten zur Verringerung von Hochwasserschäden beitragen.

Vizelandrätin Selbert, die auch Vorsitzende des Wasserverbandes Diemel ist, freut sich über den Förderbescheid aus Wiesbaden: „Für den Hochwasserschutz ist eine effektive Schlammentfernung aus der Twistetalsperre erforderlich“. Jahr für Jahr setzen sich durchschnittlich rund 3000 m³ Sedimente in der Vorsperre ab, die das Stauvolumen erheblich verringern. Mit dem Bau der Baustraße soll nach Abklingen der aktuellen Hochwassersituation begonnen werden. „Wir müssen aus Naturschutzgründen bis Ende März mit den Bauarbeiten fertig sein“, so Selbert abschließend.

 

Hintergrund:

„KLIMZUG Nordhessen“, das Klimaanpassungsnetzwerk für Nordhessen, wird von der Universität Kassel koordiniert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Im Rahmen des Verbundprojektes zur zukunftsfähigen Gestaltung des Klimawandels sollen die Folgen des Klimawandels für die Region Nordhessen untersucht und praktische Umsetzungsprojekte entwickelt werden. Die Bandbreite reicht dabei von Vorhersagen über die Veränderung des Regionalklimas über Energiepflanzenanbau, Auswirkungen auf den Personenverkehr und den Regionaltourismus bis hin zu Hitzestressgefährdung und gesellschaftlichen Konsequenzen des Klimawandels.

An „KLIMZUG“ sind neben der Universität Kassel, der Hochschule Fulda, die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt und dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik, die Landkreise des Regierungsbezirks Kassel (außer Fulda) und die Stadt Kassel, das Regierungspräsidium Kassel, das Regionalmanagement Nordhessen, deENet, die Volkshochschule Region Kassel und das Gesundheitsamt Region Kassel sowie weitere Projektpartner beteiligt.

Für jede beteiligte Gebietskörperschaft sind Klimaanpassungsbeauftragte zuständig, die zusammen mit den kommunalen Partnern konkrete Schritte zur Anpassung an den Klimawandel in Verwaltung und Politik steuern und umsetzen sollen.

Der Hessische Wasserverband Diemel kümmert sich um Hochwasserschutzmaßnahmen sowie den Ausbau, die Renaturierung und die Unterhaltung an Diemel, Twiste, Erpe und Warme einschließlich der dazugehörigen Nebengewässer. Die Größe des Verbandsgebietes beträgt 409 Quadratkilometer und umfasst 404 Kilometer Gewässer. Seit seiner Gründung hat der Verband das Hochwasserrückhaltebecken Volkmarsen-Ehringen, die Twistetalsperre und eine Sohlschwelle bei Liebenau gebaut, die Alte Mühle Trendelburg und die Mühle Laar bei Zierenberg saniert bzw. unterhalten sowie eine Reihe von Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Bad Karlshafen durchgeführt. Im Aufgabenfeld Renaturierung ist der Verband in Trendelburg und Liebenau aktiv. Aktuell stehen Hochwasserschutzmaßnahmen im Warmetal und Gewässerunterhaltungsmaßnahmen im gesamten Verbandsgebiet auf dem Programm.

Zum Verband gehören die Kommunen Bad Arolsen, Bad Karlshafen, Calden, Diemelstadt, Liebenau, Trendelburg, Volkmarsen und Zierenberg sowie die Landkreise Kassel und Waldeck-Frankenberg. Vorsitzende des Verbandes ist seit Januar 2010 die Kasseler Vizelandrätin Susanne Selbert, ihr Stellvertreter ist der Korbacher Vizelandrat Peter Niederstraßer.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:


Lernwerkstatt Klima 004
Auf dem angehängten Foto sieht man Vizelandrätin Selbert zusammen mit Grundschulkindern an einer Station der Lernwerkstatt.


Lernwerkstatt Klima 003
Von links nach rechts: Rolf Enders (Geschäftsführer Wasserverband Diemel), Staatssekretär Marc Weinmeister, Vizelandrätin Susanne Selbert und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke.


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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
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