20. Januar 2011.
Es sind nicht nur die großen Jubiläum, die zu historischen Nachforschungen ermuntern. Auch die ganz persönlichen "runden Geburtstage", die Eröffnung eines Gebäudes, die Entstehung eines Vereins oder aber das Gründungsdatum eines Familienunternehmens können Anlass geben, auf Dachböden, in alten Schriftstücken und Fotoalben zu stöbern. Gar nicht so selten lässt sich dabei einiges von allgemeinem stadthistorischem Interesse wiederfinden. So geschehen im Fall des 100. Jubiläums der am 1. April 1910 von Nicolaus Bode aus dem Eichsfeld in der Kasseler Schlachthofstraße gegründeten Firma Bode.
Zimmermeister Nicolaus Bode profitierte vom Bauboom der Gründerzeit in Kassel, der jedoch mit Beginn des Ersten Weltkriegs ein jähes Ende nahm. 1936 übernahm sein Sohn Egon, Bruder von Arnold und Paul Bode, den Betrieb. Nach dem Krieg und den Bombenangriffen auf Kassel baute Egon Bode das Unternehmen neu auf. Mit der Tochterfirma Federholz o.H.G. produzierte er in Zusammenarbeit mit documenta-Gründer Prof. Arnold Bode auch patentierte Sitzmöbel, die sich durch modernstes Design auszeichneten. 1954 übernahm Maria Bode nach dem Tod ihres Mannes Egon die Unternehmensleitung. In den 70er Jahren trat die dritte Generation mit Thomas und Stephan Bode in den Familienbetrieb ein.
Das inzwischen auf den Innenausbau spezialisierte Familienunternehmen hat heute seinen Firmensitz in Kaufungen-Papierfabrik – heute arbeiten 20 Mitarbeiter für die Stephan Bode Holzbau GmbH.
Mit der neuen Sonderpräsentation in seiner "Schaustelle" in der Wilhelmsstraße 2 möchte das Stadtmuseum Kassel eine beispielhafte Unternehmens- und Familiengeschichte aus Kassel beleuchten und damit zugleich aus Anlass der nahenden 1100-Jahrfeier Kassels eine facettenreiche "Jubiläumsreihe" einleiten. Am Sonntag, 30. Januar, findet ab 11.30 Uhr ein Ausstellungsrundgang mit Familie Bode statt. Die „Schaustelle“ ist von Dienstag bis Freitag, 12.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Eintritt frei.
Für das Jahr 2011 sind in der "Schaustelle" unter anderem ein Sommerfest zum 25. Vereinsjubiläum der "Freunde des Stadtmuseums", Veranstaltungen und Präsentationen zur Eröffnung des Ständehauses vor 175 Jahren, zu den Kasseler Eingemeindungen von 1936, zum 1961 beschlossenen „Anwerbeabkommen BRD-Türkei“ und zum städtischen "Jahrtausendjubiläum" von 1913 geplant.
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