Mehr Mobilität für Kassel - Magistrat beschließt Konzept zum Aufbau eines Verkehrs- und Mobilitätsmanagementsystems

25. Januar 2011.

Schnell und sicher an das jeweilige Ziel zu kommen - das ist der Wunsch aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, ob sie mit dem Wagen, zu Fuß, per Fahrrad oder im Öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. Schnell, sicher und umweltbewusst anzukommen ist auch die Zielsetzung der verschiedenen Bausteine eines Verkehrs- und Mobilitätsmanagementsystems (VMMS), das der Magistrat jetzt auf den Weg gebracht und an die Stadtverordnetenversammlung zur weiteren Beratung und Beschlussfassung geleitet hat. „ Damit haben wir grünes Licht für ein zukunftsfähiges Verkehrsprojekt gegeben“, sagten Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse.

 

Die Stadtverordnetenversammlung hatte den Magistrat im Mai 2010 aufgefordert, eine Vorlage für ein Verkehrs- und Mobilitätsmanagementsystem vorzubereiten. Wird das jetzt vorgelegte Konzept umgesetzt, ist vorgesehen, dass der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung einmal jährlich über den Stand sowie die aktuellen Kostenberechnungen und die Zuwendungsmöglichkeiten berichtet.

 

Voraussetzung für die Realisierung des VMMS ist die Aufnahme des Projektes in den Finanzierungsplan des Landes Hessen. So bestehen beispielsweise Fördermöglichkeiten durch das Landesprogramm „Staufreies Hessen“. „Hier haben wir eine Reihe positiver Signale erhalten und gehen von einer Bewilligung im Laufe des Jahres aus“, so die Einschätzung von Stadtrat Lohse. Durch die Fördermöglichkeiten des Projektes VMMS würden sich auch für die Kasseler Ampelanlagen, von denen 20 Prozent älter als 20 Jahre sind, neue Fördermöglichkeiten bis zu einem Kostenanteil von 85 Prozent erschließen. Die immer schnellere technische Entwicklung erforderte es, dass Signalanlagen jetzt alle 15 Jahre erneuert werden.

 

Verbesserung des Verkehrsflusses ohne hohe Investitionen

Das Verkehrs- und Mobilitätsmanagementsystem setzt sich aus insgesamt acht Modulen zusammen. Dabei, so Stadtrat Lohse, werden die unterschiedlichen Anforderungen der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer berücksichtigt: von Menschen, die sich auf dem Weg zur Arbeit, in ihrer Freizeit oder zum Einkauf in Kassel bewegen, von Pendlern, Schülern, Studenten, aber auch Touristen. Der Mobilität von Kindern und Jugendlichen sowie von Senioren sind eigene Module gewidmet.

 

Neue technische Entwicklungen sowie die bessere Auslastung des bestehenden Verkehrssystems sollen intelligent und zukunftsfähig genutzt werden, so dass ein im Vergleich deutlich teurerer Ausbau des Straßennetzes oder andere Investitionen nicht notwendig werden. „Zukunftsweisende Technik ermöglicht Verbesserungen im Verkehrsablauf, kann Staus vermeiden, die Erreichbarkeit der Innenstadt und freier Parkplätze beschleunigen und die Verkehrslenkung von und zu Großveranstaltungen unterstützen“, so Lohse. Daher werde angestrebt, technische Systeme so zu optimieren, dass zum Beispiel an Knotenpunkten und Ampeln eine Verstetigung des Verkehrs umgesetzt wird und Lärm- und Schadstoffemissionen gesenkt werden. Auch die Verkehrsanteile des Umweltverbundes sollen erhöht werden, um eine nachhaltige Verkehrsentwicklung zu erreichen.

 

Konzept enthält hohes Maß an Informationsstrategien für die Verkehrsteilnehmer

Information werde dabei großgeschrieben und sei eine wichtige Voraussetzung, um die geplanten Module gemeinsam mit den Verkehrsteilnehmern umzusetzen zu können. „Wir setzen bei allen Maßnahmen auf ein ausführliches Informationsangebot, um die Verkehrsteilnehmer durch Überzeugung auf dem Weg mitzunehmen“, formulierte Stadtrat Lohse als Botschaft. Da beispielsweise digitale Endgeräte - wie Navigationsgeräte - immer effizienter und vielfältiger werden, soll es individuell optimierte Empfehlungen für die Verkehrsteilnehmer geben. Das im Mobilitätsmanagement vorgesehene begleitende Beratungsangebot könne dabei die Änderungen im Verhalten der Verkehrsteilnehmer fördern.

 

Aus einer begleitenden Feldstudie werden neue Möglichkeiten der -  so der Fauchausdruck - „kooperativen adaptiven Netzsteuerung“ erwartet. „Praktisch bedeutet es, dass für Autofahrer weniger Halte entstehen, ohne dass die Beschleunigungsqualität für den Öffentlichen Personennahverkehr darunter leidet oder Fußgänger in Zukunft länger warten müssen“ erläuterte Lohse diesen Aspekt des Mobilitätsprojektes. Ziel sei es, insgesamt zehn Prozent weniger Halte für den Individualverkehr im Stadtgebiet zu erreichen.

 

Umsetzung unter Entlastung des Stadthaushaltes

Dem Magistratsbeschluss zum Ausbau des Verkehrs- und Mobilitätsmanagementsystems sei eine intensive Investitionsprüfung vorausgegangen. „Die Stadt kann die Realisierung durch Einwerbung von Drittmitteln kostenneutral oder sogar positiv für den Haushalt gestalten“, erläuterte Stadtrat Lohse zu der Kostenseite. Wenn das VMMS umgesetzt wird, wären aus heutiger Sicht für den Zeitraum 2010 bis 2023 zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse 16, 3 Millionen Euro unter Einrechnung der Fördermittel notwendig; wird das System nicht realisiert, müssten 19,3 Millionen Euro aufgewendet werden.

(5710 Zeichen)


Bild: Druckansicht Druckansicht

Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel

Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@stadt-kassel.de

Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg
Pressesprecherin Petra Bohnenkamp

Kassel und die Region im Internet:www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de

presse-service.de Die Pressestelle documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.