02. Februar 2011. Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hessischer Frauenbüros hat am Dienstag ihre erste Konferenz im Jahr 2011 in Kassel in Kooperation mit dem Frauenbüro der Stadt Kassel und dessen Leiterin Dr. Ute Giebhardt durchgeführt.
Als Sprecherinnen der LAG wurden dabei Christa Winter aus Marburg und Karin Dörr aus Offenbach für zwei weitere Jahre wiedergewählt.
„Ich freue mich, dass Sie sich wieder für Kassel als Tagungsort entschieden haben“, begrüßte die Dezernentin für Jugend, Schule, Frauen und Gesundheit, Anne Janz, die Frauenbeauftragten aus ganz Hessen. „In vielen Bereichen der Frauenförderung wie der Arbeitsmarktpolitik und der Bekämpfung der Häuslichen Gewalt ist die hessenweite Vernetzung eine wichtige Voraussetzung für eine effektive Interessenvertretung für Frauen.“
Die Frauenbeauftragten beschäftigten sich unter anderem mit aktuellen Veränderungen der hessischen Arbeitsmarktpolitik. Hierzu referierte Dörte Ahrens aus dem Hessischen Sozialministerium. Das Land steuert die Verteilung von 26 Millionen Euro pro Jahr für Ausbildungs- und Beschäftigungsförderung in den Hessischen Regionen. Zielvereinbarungen mit dem Land stärken die Kommunen in ihrer regionalen Arbeitsmarktpolitik.
Die LAG der Hessischen Frauenbüros sieht die neu geschaffene Funktion der Beauftragten für Chancengleichheit in den Jobcentern als große Chance für die bessere Arbeitsmarktintegration der SGB II-Bezieherinnen. „Die Kommunalen Frauenbeauftragten bieten diesen neuen Kolleginnen ihre Netzwerke für eine gute Zusammenarbeit an“, so die Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft, Karin Dörr. „Arbeitsmarktförderung geht nur in Kooperation mit guten Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Sicherstellung der Mobilität von Frauen insbesondere im ländlichen Raum und mit familienfreundlichen Unternehmen.“
Der zweite Schwerpunkt der Konferenz war das Thema „Lohngleichheit“. Anja Braselmann, stellvertretende Frauenbeauftragte und Gender Budgeting Controllerin des Regierungspräsidiums Kassel zeigte am Beispiel ihrer Behörde auf: „Frauen verdienen weniger – aber das lässt sich ändern“. Das Regierungspräsidium Kassel richtet die interne Frauenförderung an der Gesamtsumme der Personalkosten aus, die für die Arbeitsplätze von Frauen und Männern ausgezahlt werden. Es wurde eine Quote von 60 % für die Gehälter der Frauen und 40% für die Gehälter der Männer festgelegt. Dies wird angewendet bei Einstellungen, Beförderungen und Höhergruppierungen und zwischen 2002 und 2010 wurde das Ziel sogar knapp erreicht.
Die LAG-Sprecherin Rita Czymai betonte, dass dieses Modell beispielgebend dafür ist, wie die Ziele des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes auch in den Kommunen umgesetzt werden können. Dieses Gesetz war ebenfalls Thema, da derzeit die Verlängerung mit kleinen Änderungen und mittelfristig eine größere Novellierung ansteht.
Aus der Arbeitsgruppe Gewaltprävention berichtete die Sprecherin Christa Winter über die ungesicherte und unzureichende Finanzierung des Hilfesystems bei Gewalt im häuslichen Bereich. In diesem Kontext fordert die LAG den Schutz der Betroffenen und die Präventionsarbeit zu einer Pflichtaufgabe der Länder und Kommunen zu machen. "Eine finanzielle Absicherung der Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen, Interventionsstellen und der Täterarbeit ist längst überfällig", so Irmgard Schüler, die die Landesarbeitsgemeinschaft in der Arbeitsgruppe "Gewalt im häuslichen Bereich" des Landespräventionsrates vertritt.
Die Kommunalen Frauenbeauftragten fordern dazu die lang angekündigte Verabschiedung und Umsetzung des neuen Landesaktionsplans zur Bekämpfung Häuslicher Gewalt zu nutzen.
Die LAG der hessischen Frauenbüros trifft sich im regelmäßigen Turnus zu ihren Konferenzen, die nächste findet im Mai diesen Jahres in Darmstadt statt.
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