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OB Hilgen erinnert mit Kranzniederlegung an Holger Börner

80. Geburtstag des Kasseler Ehrenbürgers

07. Februar 2011. Als „einen der bedeutendsten politischen Köpfe des 20. Jahrhunderts in Deutschland“, würdigte Oberbürgermeister Bertram Hilgen den im Jahr 2006 verstorbenen ehemaligen Hessischen Ministerpräsidenten und Kasseler Ehrenbürger Holger Börner, der am heutigen Montag, 7. Februar, seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte. Im Rahmen einer Kranzniederlegung am Grab Holger Börners in dessen Heimatstadtteil Wolfsanger sagte Hilgen: „Holger Börner bleibt als großer Sohn unserer Stadt unvergessen. Er hat über Jahrzehnte die Politik in Deutschland, in Hessen und in seiner Heimatstadt Kassel mitbestimmt und geprägt.“

Es sei dieser menschliche Umgang mit einfachen Leuten gewesen, der Holger Börner über die Grenzen seiner Geburtsstadt Kassel hinaus beliebt gemacht habe, erklärte OB Hilgen. So habe der gelernte Betonfacharbeiter und Hilfspolier seine Herkunft aus der Arbeitnehmerschaft nie vergessen. „Die Menschen hatten immer das Gefühl: Das ist einer von uns! Weil er trotz hoher politischer Ämter im Grunde ein bescheidener Mensch geblieben ist.“

Auch für ihn persönlich sei Holger Börner bis zu seinem Tod ein wichtiger Ansprechpartner in allen Fragen gewesen, dessen Rat er gerne und dankbar angenommen habe, erklärte Bertram Hilgen abschließend. Die Stadt Kassel werde Holger Börner stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Rückblick (Quelle: Hessische Staatskanzlei):

Holger Börner wurde am 7. Februar 1931 in Kassel geboren. Er kam 1957 als damals jüngster Abgeordneter für die SPD in den Deutschen Bundestag. Als Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender war er zusätzlich lange Jahre (bis 1972) im Kasseler Rathaus in der Kommunalpolitik tätig.

Im Bundestag wurde Holger Börner 1965 Vorsitzender des Verkehrsausschusses und 1967 wurde er zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen berufen. Anfang Februar 1972 wechselte er aus dieser Regierungsfunktion in die Aufgabe des Bundesgeschäftsführers der SPD. Mit der Neubildung des Landesverbandes der hessischen SPD 1977 wurde Holger Börner zum Landesvorsitzenden der hessischen Sozialdemokraten gewählt und 1979, 1981 und 1983 bestätigt.

Am 12. Oktober 1976 wurde Holger Börner vom Hessischen Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt und nach der Landtagswahl vom 8. Oktober 1978 in diesem Amt bestätigt. Nach der Landtagswahl vom 26. September 1982 führte er gemäß der Hessischen Verfassung die Geschäfte weiter, da keine Partei im Landtag eine Mehrheit für eine gewählte Regierung hatte. Mit der Landtagswahl am 25. September 1983, die durch Selbstauflösung des Landtags zustande kam, wurde die SPD wieder stärkste Partei. Am 7. Juni 1984 wurde Holger Börner wieder zum Hessischen Ministerpräsidenten gewählt, am 4. Juli wurde die neue Landesregierung vereidigt. Die Koalition mit den Grünen, die sich an die Tolerierung anschloss, ging er im Oktober 1985 ein. Zur vorgezogenen Landtagswahl am 5. April 1987 trat er nicht mehr als Spitzenkandidat der SPD an.

Während der Amtszeit Holger Börners wurden zahlreiche wirtschafts- und sozialpolitische und ökologische Entscheidungen getroffen. Hessen war das erste Land, das im Bundesrat die Initiative zur Einführung der Pflegeversicherung ergriff. Zu nennen sind weiter das Naturschutzgesetz, das Energiespar-Gesetz und die Berufung einer Bevollmächtigten für Frauenfragen in das Kabinett; der öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde gesichert. Holger Börner hat die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen zu einem zentralen Bestandteil der hessischen Politik gemacht. Wichtige neue gesellschaftliche Strömungen und politische Bewegungen wurden damit ein Element der demokratischen Kultur in Hessen und in der Bundesrepublik Deutschland.

Holger Börner verstarb am 2. August 2006 nach langer schwerer Krankheit in Kassel.



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