
In 2010 hat das Jobcenter 749 Widersprüche gegen Bescheide verzeichnet. Jeder fünfte Widerspruch war erfolgreich. Die Anzahl der erhobenen Klagen beläuft sich in 2010 auf 229. Berücksichtigt man die Bearbeitungsdauer vor den Sozialgerichten, werden aktuell Klagen aus den Jahren 2007 und 2008 behandelt. Hier obsiegt der Kläger in knapp zehn Prozent der Fälle (2005: 19 Prozent).
„Mit dem für 2011 um 2,8 Millionen Euro gekürzten Budget kommen wir so eben hin. Zusätzliche Maßnahmen können aber nicht gestartet werden, da vertragliche Bindungen die 19,1 Millionen Euro fast ganz ausschöpfen“, beschrieb Ingrid Stein die Finanzsituation für 2011. 2010 hatte der Bund noch 21,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Jahresrechnung für 2008 wurde vom zuständigen Bundesministerium ohne Beanstandung anerkannt.
Bei den zwölf Städten und Gemeinden wird im Fallmanagement eine sogenannte ABC-Analyse (Attitude, Balance, Competences) eingesetzt. Hierbei steht der Kunde als Ganzes im Mittelpunkt. „Für eine passgenaue und nachhaltige Beschäftigungsaufnahme stehen hier die persönliche Einstellung, das emotionale Gleichgewicht und die Fähigkeiten des einzelnen Kunden im Fokus. Es werden neue Impulse in der Kundenbeziehung gesetzt“, beschreibt die Jobcenterleiterin die Analyse, die das Fallmanagement technisch unterstützt. Das Verfahren stammt aus den Niederlanden und wurde auf den Kundenkreis des SGB II zugeschnitten. Die Teilnahme ist freiwillig und wird von Bildungsträgern in Arnsberg, Meschede und Olsberg angeboten.
Ingrid Stein stellte dem Ausschuss das Projekt „Aktivierung Sofort“ vor. Ziel dieses Projektes im Fallmanagement ist, eine zeitnahe und systematische Betreuung von neuen Kunden zu gewährleisten. Es sollen eigene Aktivitäten gefördert und Betriebspraktika angeboten werden. Das Projekt läuft für den Kunden bis zu zwölf Wochen und beinhaltet nach Möglichkeit ein vierwöchiges Praktikum. Dafür muss der Kunde jeden Werktag drei Zeitstunden aufwenden. Ingrid Stein freut sich über die gute Resonanz: „Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 484 Personen zugewiesen, davon konnten während der Teilnahme bzw. innerhalb eines Monats nach deren Beendigung 92 Frauen und Männer in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführt werden.“