04. März 2011.
In diesem Jahr findet der Internationale Frauentag zum 100. Mal statt – ein Anlass, den Zielen, die sich mit diesem Tag verbinden, besondere Aufmerksamkeit zu schenken. „Es ist viel erreicht worden, aber es ist auch noch viel zu tun“, bilanziert Stadträtin Anne Janz im städtischen Pressedienst die bisherige Entwicklung.
So sei das Wahlrecht für Frauen inzwischen verwirklicht, die rechtliche Gleichstellung habe in vielen anderen Bereichen Fortschritte gemacht. Andere Ziele hingegen, die sich von Beginn an mit dem Frauentag verbinden, wie die Lohngleichheit, seien gerade auch in Deutschland noch nicht erreicht. „Die Sachverständigen zum Gleichstellungsbericht haben erneut bestätigt, dass die Differenz im Einkommen von Frauen und Männern noch 23 Prozent beträgt. Frauen arbeiten besonders häufig in schlecht bezahlten Bereichen, zwei Drittel aller Niedriglöhner in Deutschland sind Frauen.“
Handlungsbedarf sieht Janz in Kassel im Bereich der Frauenerwerbsquote. Diese lag nach den letzten veröffentlichten Zahlen aus dem Arbeitsmarktmonitor der Bundesagentur für Arbeit bei nur 40,4 Prozent, deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 46,4 Prozent. „Wir müssen gemeinsam mit der lokalen Wirtschaft versuchen, hier aufzuholen, denn das wird ein wichtiger Teil der Strategie sein, dem Fachkräftemangel in der Region zu begegnen“, meint Janz.
In den 100 Jahren seines Bestehens sind am Internationalen Frauentag immer aktuelle frauenpolitische Aspekte aufgegriffen worden. Seit der Frauenbewegung der 70er Jahre ist die eigenständige Existenzsicherung von Frauen durch gute Ausbildung und Erwerbstätigkeit ein wichtiges Thema, ebenso wie die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und internationale Solidarität unter Frauen. Dies spiegelt sich in den Themen der Veranstaltungsreihe zum 8. März wieder. Die Reihe wird vom Kasseler Frauenbündnis getragen, einem Zusammenschluss verschiedener frauenpolitischer Initiativen, Projekte und Institutionen, an dem sich auch das Frauenbüro der Stadt Kassel beteiligt.
Weiter Informationen unter www.gleichstellungsbericht.de
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