Weitere Kasseler Integrationsprojekte können beginnen

18. März 2011. In die nächste Runde gehen jetzt die Aktivitäten des städtischen Zukunftsbüros, damit weitere Kasseler Projekte am Landesprogramm „Modellregion Integration“ teilnehmen können. Wie Oberbürgermeister Bertram Hilgen im städtischen Pressedienst mitteilte, sollen nun als weitere Bausteine der Integrationsarbeit Initiativen im Bereich des Sports und von Migrantenselbstorganisationen im Vordergrund stehen. Diese habe man als Projektanträge beim Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa eingereicht und seien inzwischen bewilligt.

Bengi e.V., ein Verein, der Migrantinnen Unterstützung in den Bereichen Bildung, Existenzgründung, Vernetzung, Gesundheit und Interkulturelles Lernen anbietet, will an der Grundschule Am Lindenberg im Stadtteil Forstfeld eine interkulturelle Elternarbeit aufbauen, die sich in erster Linie an Mütter wendet.

Der Landessportbund Hessen e.V. will ein Projekt unter dem Titel „Kassel bewegt Kulturen – das Miteinander zählt“ zur Qualifizierung und Ausbildung von Migrantinnen zu Sportübungsleiterinnen starten, um langfristig Sportvereinen gezielt die Möglichkeit zu eröffnen, kultur- und geschlechtersensible Angebote zu machen und sich damit interkulturell sowie einer neuen Zielgruppe zu öffnen.

Das Sportamt der Stadt Kassel, die Sportjugend Hessen e.V., der FreizeitSportClub Dynamo Windrad e.V. und der türkische Sportverein Türkgücü e.V. wollen gemeinsam unter dem Motto „Sport und Spaß – so leicht geht das: Breiten- und Freizeitsport für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ einen gemischtgeschlechtlichen Ligabetrieb im Straßenfußball aufbauen und zusätzliche Sportangebote für Kinder in Kindergarten und Schule anbieten.

Internationaler Bund Kassel und Caritasverband Nordhessen-Kassel haben gemeinsam ein Konzept zur kultursensiblen psychosozialen Beratung in der offenen Jugendarbeit entwickelt, das mit den Angeboten des Jugendmigrationsdienstes verknüpft ist.

Das Jugendamt der Stadt Kassel will in Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung Fachkräfte für die Gestaltung der Übergänge von Schule in Ausbildung und Beruf für Jugendliche weiterqualifizieren.

Für die Modellregion Integration Kassel wurden zusammen mit den Neuanträgen für das Jahr 2011 insgesamt 15 Projekte vom Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa bewilligt. „Die neuen Projekte werden ihre Arbeit Anfang April aufnehmen“, so Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Ferner arbeite das Zukunftsbüro, in dem die Themenschwerpunkte bürgerschaftliches Engagement, demografischer Wandel und Integration gebündelt sind, weiterhin eng mit den bereits 2010 in das Programm aufgenommenen Trägern zusammen, führte der Oberbürgermeister weiter aus.

Das Besondere und Modellhafte an den neuen Projektanträgen und den bereits seit 2010 laufenden Maßnahmen sei, dass die Projektideen in trägerübergreifenden Arbeitsgruppen in einem Workshop zu Beginn des Landesprogramms entwickelt wurden. Gleiche Projektziele und -inhalte würden zum Beispiel von unterschiedlichen Trägern, wie dem Frauentreff Brückenhof und dem Kulturzentrum Schlachthof, in verschiedenen Kasseler Stadtteilen gleichzeitig umgesetzt. Das biete die Möglichkeit, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Die Zusammenarbeit von freien Trägern, Migrantenselbstorganisationen, städtischen Ämtern und Landesbehörden in Verbundprojekten eröffne darüber hinaus neue Wege zur Zusammenarbeit und zur interkulturellen Öffnung und ermögliche weitreichende strukturelle Veränderungen.

Das langfristige Ziel des Landesprogramms „Modellregionen Integration“ sei es, die einzelnen Bemühungen und Initiativen unterschiedlicher Akteure der Integrationsarbeit vor Ort intensiver und systematischer miteinander zu vernetzen und gleichzeitig zu bündeln, erklärte Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn. „Wir wollen in den ausgewählten Kommunen und Landkreisen ein Handlungskonzept durch Koordination der vielen erfolgreichen Maßnahmen sowie die Erarbeitung gemeinsamer Leitbilder fördern.“ Die gleiche Chance im Leben, unabhängig einer nationalen oder sozialen Herkunft, sei das zentrale Ziel. In Kassel, ergänzte OB Hilgen, seien die im vergangenen Jahr mit der Unterstützung des Landes gestarteten zehn innovativen Projekte bereits recht erfolgreich angelaufen.

Für alle Projekte stehen bis Ende 2013 jährlich 150.000 Euro Landesmittel zur Verfügung. Die Programmkoordinatorin Peggy Niering, deren Stelle zu 100 Prozent vom Land Hessen finanziert wird, gewährleistet die direkte Zusammenarbeit zwischen der Stadt Kassel und dem Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa. Weiterhin steht sie in regelmäßigem Austausch mit den anderen hessischen Modellregionskommunen bzw. -landkreisen und berät die Projektträger vor Ort in Kassel. Teil des hessischen Landesprogramms ist außerdem die gemeinsame Entwicklung eines Verfahrens, um zukünftig anhand von Kennzahlen die Entwicklung der Integration in Kassel besser dokumentieren und Erfolge nachweisen zu können.

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