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Pressemitteilung vom
23. März 2011
Über 1,3 Millionen Euro für Landwirtschaftsinvestitionen – Amt für den ländlichen Raum legt Erfolgsbilanz vor

Region Kassel. „Allein im letzten Jahr konnten wir wieder über 1,3 Millionen Euro als Investitionszuschuss für landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Kassel bewilligen“, zieht Landrat Uwe Schmidt Bilanz der Fördermaßnahmen im Rahmen des Einzelbetrieblichen Investitionsförderungsprogramms der Abteilung Landwirtschaft des Amtes für den ländlichen Raum des Landkreises in Hofgeismar.

Diese Förderung beziehe sich auf zehn Einzelmaßnahmen und ermöglichte eine Gesamtinvestitionssumme von mehr als 7,3 Millionen Euro. Schmidt: „Dies zeigt, dass es sich in der Regel um größere Vorhaben gehandelt hat, die notwendig sind, um landwirtschaftliche Betriebe in unserer Region am Markt zukunftsfähig halten zu können“. Mit der Fördersumme lag das Hofgeismarer Amt an der Spitze der Ämter für den ländlichen Raum in Hessen.

 

Die größte Einzelinvestition betrifft den Neubau eines Boxenlaufstalls für 246 Kühe inklusive Bau eines Güllebehälters und Lagersilos im Hofgeismarer Stadtteil Hümme. Eine weitere Großinvestition wurde in mit der Erweiterung eines Sauen-, Ferkelaufzuchts- und Maststalls in Oberweser-Arenborn gefördert.

 

Weitere Förderungen betrafen den Umbau eines angekauften Wirtschaftsgebäudes für eine Mastschweinehaltung in Liebenau-Zwergen, den Neubau eines Stalles in Trendelburg-Langenthal, den Neubau eines Mastschweinestalles sowie den Bau eines Bewegungsstalls für Pferde in Calden-Fürstenwald, den Umbau eines Legehennenstalls und den Neubau einer Mehrzweckhalle in Wolfhagen-Niederelsungen, den Bau eines Getreidelagers in Grebenstein-Friedrichsthal, den Neubau eines Boxenlaufstalls für Kühe in Bad Karlshafen-Helmarshausen sowie den Neubau einer Mehrzweckhalle in Naumburg-Altendorf.

 

„Am Beispiel Altendorf kann man sehr gut verdeutlichen, vor welchen Problemlagen landwirtschaftliche Investitionsvorhaben heute stehen“, ergänzt Christian Primus, Leiter des Amtes für den ländlichen Raum. Hier sei es um den Erhalt eines Betriebsstandorts mitten im Dorf gegangen. Primus: „Wir haben hier den Vorteil, dass der landwirtschaftliche Betrieb mit all seinen Rahmenbedingungen im Ort akzeptiert ist – das ist leider nicht mehr überall der Fall“. Außerdem sei es gelungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege eine Lösung für den Neubau zu finden. „Ganz im Gegensatz zu manchen Vorurteilen war die Denkmalpflege flexibel und hat dem Abriss einer Scheune aus dem 18. Jahrhundert zugestimmt – der Neubau konnte somit in der Dorflage bleiben“, betont Primus.

 

Neben den Investitionen in neue Ställe und Mehrzweckhallen seien im letzten Jahr vier neue Biogasanlagen mit einer Investitionssumme von rund vier Millionen Euro im Kreis entstanden. „Wir haben im Kreis keine Probleme mit dem Maisanbau – er umfasst nur fünf Prozent der gesamten Ackerfläche“, berichtet Primus. Die Biogasanlagen seien fast ausschließlich auf die Verwertung des betriebseigenen Mistes und der anfallenden Gülle ausgerichtet und „fest in bäuerlicher Hand“, so der Amtsleiter weiter. Die Kritik der Umweltstiftung WWF an der Förderung von Biogasanlagen sei daher für den Landkreis Kassel nicht  zutreffend.

 

Neben der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung bewilligt das Amt für den ländlichen Raum als weiteren wichtigen Aufgabenschwerpunkt jährlich rund 15 Millionen Euro landwirtschaftliche Betriebsprämie als Preisausgleichszahlung für die Einhaltung von weit höheren Umweltstandards in der EU gegenüber Nicht EU-Staaten.

 

Primus: „Diese Förderung dient auch zur Erhaltung der regionalen Wirtschaftskraft nicht nur bei den landwirtschaftlichen Betrieben, sondern auch im Landhandel und bei den Direktvermarktern und Handwerksbetrieben im Lebensmittelbereich. Außerdem dienen die Direktzahlungen der Abmilderung von Preisschwankungen auf globalen Agrarmärkten sowie zur Erhaltung einer landwirtschaftlichen Erzeugung unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit auch in Krisenzeiten“. In einem weiteren Förderprogramm stehen rund eine Million Euro für Agrarumweltmaßnahmen und 400.000 Euro Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete zur Verfügung.

 

Trotz dieses umfangreichen Fördervolumens halte der Strukturwandel in der Landwirtschaft im Landkreis unvermindert an. „Von 2009 auf 2010 haben wir 79 Betriebe verloren – aktuell sind es noch 1.310 Betriebe, davon allerdings mehr als 800 in Nebenerwerbsform“, informiert Primus. Gründe für die Betriebsaufgaben seien die fehlende Wirtschaftlichkeit, keine Hofnachfolge, die mangelhafte Flächenausstattung der Betriebe und die fehlende Verfügbarkeit von zusätzlichen landwirtschaftlichen Flächen.

 

„Seit 2005 ist die landwirtschaftliche Fläche um rund 700 Hektar im Kreis zurückgegangen“, rechnet Primus vor. Für die Zukunft sehen Landrat und Amtsleiter die Lage der Landwirtschaft im Landkreis allerdings auch positive Entwicklungen. „Die Überzeugung der Verbraucher, immer mehr regional erzeugte Produkte, sei es Bio- oder konventionell erzeugt, nachzufragen, bietet Chancen, die wir gemeinsam nutzen können“, sind Schmidt und Primus überzeugt.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



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Agrarbilanz
Auf dem angehängten Foto sieht man von links nach rechts Landrat Uwe Schmidt, Alix von Bierbrauer zu Brennstein (Miteigentümerin des Betriebs Richard), der Naumburger Bürgermeister Stefan Hable, Christian Primus (Landkreis Kassel), Reinhard Rudolph (Vorsitzender des Gebietsagrarausschusses), Lydia Schubert (Landkreis Kassel), Rolf und Sonja Richard vor der neuen Mehrzweckhalle in Naumburg-Altendorf


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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
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