Delegationen aus China und Österreich trugen sich in das Gästebuch der Landeshauptstadt Magdeburg ein
Oberbürgermeister empfing Gäste aus Harbin und Wiener Neustadt
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute im Alten Rathaus hochrangige Delegationen aus Magdeburgs chinesischer Partnerstadt Harbin und der niederösterreichischen Kommune Wiener Neustadt. Während ihres Besuches trugen sich die Delegationsmitglieder in das Gästebuch der Landeshauptstadt Magdeburg ein. Mit der nördlichsten Boomregion Chinas – der 9-Millionen-Metropole Harbin – verbindet Magdeburg seit dem 2. Juli 2008 eine Städtepartnerschaft.
Zu den Delegationsmitgliedern, die sich heute in das Gästebuch eintrugen, gehören aus Harbin der Vize-Oberbürgermeister Yuanchao Jiao, der stellvertretende Leiter der Kommission für Industrie und Kommunikation Jieran Fu, der stellvertretender Leiter des Außenamtes Ru Cao, der stellvertretende Leiter des Büros für Tourismus Hongyu Jiang, der stellvertretender Leiter der Kommission für Entwicklung und Reform Ping Guo, der Abteilungsleiter im Außenamt Yueming Gao, der Referatsleiter für Vermögensfragen in der Kommission für Entwicklung und Reform Feng Guo, die Beauftragte der Harbiner Stadtregierung Deqin Shan, der Dolmetscher Guo Qiao sowie insgesamt 18 Vertreter von Unternehmen aus Harbin und der Region. Sie wurden begleitet vom Wirtschaftsrat der chinesischen Botschaft in Deutschland Hongliang Qin.
Aus Wiener Neustadt, einer weiteren Harbiner Partnerstadt, dokumentierten der Magistratsdirektor, Hofrat Dr. Gerhard Stickler, der Büroleiter des Bürgermeisters Klaus Billwein, die Geschäftsführerin der eco nova gesmbh Barbara Dunst und der Geschäftsführer der Holding Wiener Neustadt Gerald Sinabell ihren Besuch in Magdeburg mit einer Eintragung in das Gästebuch.
Anlass für den Besuch der Gäste sind die seit gestern in Magdeburg stattfindenden ersten Harbiner Unternehmertage. Bis Samstag präsentiert sich Magdeburg den chinesischen Gästen als facettenreicher und interessanter Standort für Wirtschaft, Wissenschaft, Logistik und Tourismus.
Auf dem Besuchsprogramm der Delegationen stehen vor allem Magdeburger Unternehmen und Einrichtungen. So führt z. B. der Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und Regionale Zusammenarbeit Rainer Nitsche eine Gruppe durch die Gewerbeparks, um die dortigen Investitions- und Wirtschaftsbedingungen vorzustellen. In Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle/Dessau sollen nachhaltige Projekte und langfristige Kooperationen zwischen Unternehmen und Einrichtungen auf den Weg gebracht werden.
Weitere Gruppen werden unter anderem die Unternehmen Europäisches Bildungswerk, Expert People Management, Megalearn, UWS Rothensee Guss- und Metallverarbeitungs GmbH, Förderanlagenbau Magdeburg, Universitätsklinikum Magdeburg, Hasomed, Magdeburg Marketing, Kongress und Tourismus GmbH (MMKT) und die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg besuchen.
Die Gäste aus Harbin sollen aber ebenso die Möglichkeit bekommen, mit den Magdeburgerinnen und Magdeburgern in Kontakt zu kommen. Alle Interessierten sind deshalb zur Eröffnung einer Fotoausstellung über Harbin im Karstadt Magdeburg am Samstag, dem 16. April, 11.00 Uhr sowie zu einer Abendfahrt auf der Elbe am 15. April eingeladen. Weil die Teilnehmerzahl für die Schiffsfahrt auf der Elbe auf begrenzt ist, wird um eine Voranmeldung im Internationalen Büro für Wirtschaftsförderung gebeten. Ansprechpartnerin ist Melanie Diedrich, Tel. 03 91/5 40 27 40, E-Mail melanie.diedrich@ob.magdeburg.de.
Hintergrundinformationen zur Städtepartnerschaft mit Harbin
Bereits seit 2001 gibt es Kontakte zwischen Magdeburg und Harbin, wechselseitig haben Delegationen aus Harbin Deutschland und Magdeburg besucht bzw. Delegationen aus Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt die Region Harbin in China. Ziel war und ist dabei vor allem der Auf- und Ausbau wirtschaftlicher und kultureller Kontakte zwischen beiden Regionen.
Am 2. Juli 2008 haben Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der damalige Bürgermeister von Harbin Zhang Xiaolian im Alten Rathaus zu Magdeburg die Partnerschaft beider Städte vertraglich besiegelt. Die chinesische Stadt Harbin ist – nach Sarajevo, Braunschweig, Nashville, Saporoshje und Radom – die sechste Stadt, mit der Magdeburg eine offizielle Städtepartnerschaft pflegt.
Mit ihrer Partnerschaft wollen beide Städte den Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen Formen in den Bereichen Kultur, Tourismus, Bildung, Handel usw. fortsetzen mit dem Ziel, einen Beitrag zur gemeinsamen Entwicklung und zum Wohlstand zu leisten. Im Sinne des gegenseitigen Verstehens sollen außerdem Begegnungen und Projekte zwischen den Bürgern beider Städte gefördert werden, um ihnen eine aktive Mitgestaltung der Partnerschaft zu ermöglichen.
Hintergrundinformationen zur Stadt Harbin
Harbin ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Heilongjiang. Durch die ganzjährig kalten Temperaturen wird die Stadt auch "Stadt des Eises" genannt. Heilongjiang liegt direkt an der Grenze zu Russland. Diese Nähe zu Russland macht sich in Harbin bemerkbar, die Stadt hat ein bezauberndes russisches Flair. Das Stadtbild erinnert an das russische St. Petersburg. Neben der russischen Architektur finden sich interessante Tempelanlagen. Zudem profitieren die Einwohner vom russisch-chinesischen Grenzhandel, der Stadt geht es dadurch wirtschaftlich sehr gut.
Die Region verfügt über reiche Kohle- und Erdölvorkommen, die der Stadt deutlich zu Wohlstand und Bekanntheit verholfen haben. Ein jährlicher Höhepunkt in Harbin ist das weltberühmte Eislaternenfest.
Die Stadt entwickelte sich erst zum Ende des 19. Jahrhunderts. Vor dieser Zeit war Harbin lediglich ein kleiner unbedeutender Fischerort. Durch die bessere Anbindung mit der Bahn und durch den Bau von Brücken im Land kamen immer mehr Menschen nach Harbin. 1918 gab es bereits 200.000 Einwohner. Viele jüdische Familien flohen im Laufe der Zeit vor dem russischen Zaren und den Pogromen in diese Stadt und fanden dort eine neue Heimat.
Hintergrund zum Gästebuch der Landeshauptstadt
Das Gästebuch der Landeshauptstadt Magdeburg existiert seit November 2002. In das Gästebuch tragen sich repräsentative Besucher der Stadt wie Diplomaten, Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Sport sowie hochrangige in- und ausländische Gäste ein. Unter den Gästen, die ihren Besuch in Magdeburg auf diese Weise dokumentierten, waren unter anderem Sachsen-Anhalts langjähriger Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, der Boxer Sven Ottke, Ernest Kan und seine Frau Ana, die ihre Familien durch den Holocaust verloren, der ungarische Schriftsteller Ivan Ivanji, der in Magdeburg-Rothensee im Konzentrationslager „Magda“ interniert war, Senatoren aus den USA, Vertreter der deutsch-arabischen Wirtschaftskonferenz, ehemalige Magdeburger jüdischer Herkunft, Sportler und Künstler.
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