Unterstützung für straffällige Jugendliche

12.05.2011 | Herten

Jugendgerichtshilfe berät und betreut

Dennis ist 16, Schulschwänzer und bereits straffällig geworden. Die alleinerziehende Mutter überfordert, der Vater nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Unterstützung erhalten Dennis und seine Mutter von der Jugendgerichtshilfe des Hertener Jugendamtes, die den Jugendlichen im Strafverfahren sowie bei Behördengängen und Therapien begleitet.

Bis zu Dennis‘ Schulabschluss sind es noch zwei Monate. Bisher glaubte er, alles „locker“ zu schaffen, doch die Realität sieht anders aus: Der 16-Jährige geht seit drei Monaten nicht mehr zum Unterricht, kassiert eine schlechte Note nach der anderen, kommt spät nach Hause, raucht Marihuana, hält sich an keine Regel. Selbst eine Anklage wegen Ladendiebstahls – er hat im Elektromarkt eine Spielekonsole „eingesteckt“ - ließ ihn zunächst kalt. Von Kollegen hatte er erfahren, dass man fürs Klauen sowieso nur Sozialstunden aufgebrummt bekommt.

In Gesprächen mit der Jugendgerichtshilfe hat Dennis nun erkannt, dass es so nicht weitergehen kann. Er ist bereit, sich zu verändern und Hilfen anzunehmen. Jetzt organisiert der Jugendgerichtshelfer eine Begleitung für Dennis – zunächst für sechs Monate. Ein männlicher Betreuer wird mit ihm Termine bei der Drogenberatung wahrnehmen und ihn darin unterstützen, an seinem Schulabschluss zu arbeiten. Darüber hinaus wird er den Jugendlichen auf sein Gerichtsverfahren vorbereiten.

Zu den Aufgaben der Jugendhilfe im Strafverfahren, so die offizielle Bezeichnung, gehören aber nicht nur Beratung und Begleitung im Strafprozess, sondern auch Aufklärung und Prävention, Kurse zu Aggressionsbewältigung oder Verkehrserziehung, Vermittlung weiterer Hilfsangebote oder – im schlimmsten Fall – auch Haftbesuche. Im Vordergrund steht jeweils die individuelle Betreuung. „Junge Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, können sich jederzeit an uns wenden - ebenso wie ihre Eltern“, erklären die beiden Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe, Alexandra Mielke und Peter Pelka. Dann wird ein Hilfesystem erarbeitet, das genau auf die Situation und die Bedürfnisse des Betroffenen abgestimmt ist. Oberstes Ziel ist es, die Jugendlichen vor weiteren Straftaten zu bewahren und ihnen den Schritt in eine positive Zukunft zu erleichtern.

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Hilfe, die ankommt“ präsentiert sich auch die Jugendgerichtshilfe auf dem Aktionstag am Freitag, 20. Mai, von 10 bis 14 Uhr in der Hertener Innenstadt vor dem Glashaus.

Kontakt:

Stadt Herten

FB 4.30 - Hilfe zur Erziehung
Jugendhilfe im Strafverfahren
Clemensstraße 2
45699 Herten

Alexandra Mielke
Tel.: (0 23 66) 30 34 57
a.mielke@herten.de

Peter Pelka
Tel.: (0 23 66) 30 34 46
p.pelka@herten.de

Pressekontakt: Pressestelle, Nele Däubler (Pressesprecherin), Tel: 02366/303-357, Mail: n.daeubler@herten.de