Kreis Steinfurt. Die gute Nachricht zuerst: Bisher gibt es keine neuen Fälle bestätigter EHEC-Erkrankungen im Kreis Steinfurt. Eine erkrankte Frau aus dem Landkreis Osnabrück konnte das Klinikum Ibbenbüren bereits verlassen, da keine weiteren Komplikationen drohten.
Die schlechte Nachricht: Das aggressive Bakterium ist weiterhin im Umlauf. Dr. Detlef Schmeer, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, rechnet mit weiteren Erkrankungen. „Wir haben einige Verdachtsfälle, bei denen eine bakteriologische Untersuchung noch aussteht. Die bisherigen Verläufe zeigen, dass dieses Bakterium gefährlich ist und starke Beschwerden auslösen kann.“
Aber gemach: Wer einige Regeln beachtet, wird eine Erkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit vermeiden. „Dazu muss man die Übertragungswege kennen: EHEC wird über eine Schmutz- oder Schmierinfektion übertragen. Im Klartext: Der Erreger ‚klebt‘ an verschmutztem Gemüse, Salatblättern oder auch – leider – an den berüchtigten Toilettentürklinken.“
Entsprechend hilft nur eines: Penible Hygiene! Tomaten, Salatgurken und Blattsalate sollten gar nicht roh verzehrt, andere Salate, Gemüse sowie Obst geschält, gekocht, wenigstens blanchiert oder gründlich unter fließendem Wasser gewaschen werden. Da das Bakterium ab 70 Grad Celsius zerfällt, ist eine Erhitzung über diesen Punkt sinnvoll. Rohmilch- und Fleischprodukte sollten gekocht, Küchengeräte und -arbeitsflächen sorgfältig gereinigt werden. Bei alledem ist wie immer die Handhygiene besonders wichtig – gerade vor der Essenszubereitung und bei immer klebrigen Kinderhändchen.
Wer bei aller Vorsicht trotzdem Symptome an sich feststellt – vor allem schwere Durchfälle –, sollte unbedingt den Hausarzt aufsuchen. Der Amtsarzt beruhigt jedoch: Die meisten Infektionen verlaufen leicht. Die schwerste Form, das HUS (Hämolytisch-urämisches Syndrom), tritt dagegen sehr selten auf. „Erst dann ist wirklich Alarm auf der Intensivstation: Es kommt zum Nierenversagen, zur Auflösung roter Blutkörperchen und zu Störungen der Blutgerinnung. Das bleibt den Menschen hier im Kreis hoffentlich erspart.“
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Pressekontakt: Silke Wesselmann, Tel.: 02551/ 69-2167