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Magdeburg, 04. Juli 2011
Bund fördert MEHRLin
Pilotprojekt „Integrierte Sozialarbeit“ in der Sozialregion Nord

Ottostadt Magdeburg.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fördert das soziale Projekt „MEHRLin“ über drei Jahre mit insgesamt 2 Mio. €. Mit dem Projekt sollen sozial Benachteiligte in den nördlichen Stadtteilen und Buckau durch Angebote verschiedener Träger individuell gefördert werden.

 

„MEHRLin steht für ’mehr Lebensqualität in Nord’“, erläutert Magdeburgs  Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit Hans-Werner Brüning. „Wir verfolgen hier einen neuen Ansatz der Sozialarbeit: Sozial Benachteiligte sollen maßgeschneidert gefördert werden, die Angebote werden dabei trägerübergreifend ‚geschneidert’.“  Vier Schwerpunkte werden umgesetzt: Beratung zur Berufsbildung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenslagen; besondere geschlechterbezogene Bildungsangebote; Integration behinderter Menschen und sozialintegrative interkulturelle Angebote.

 

„Die soziale Situation in Magdeburg hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert und zeigt sich in den einzelnen Stadtteilen sehr differenziert“, weiß Sozialplaner Dr. Ingo Gottschalk. „Einerseits steigen die Kosten, andererseits sind die Ressourcen begrenzt. Deshalb müssen wir stärker als bisher die Effizienz sozialer Angebote in den Blick nehmen, um mit den verfügbaren Mitteln möglichst viel zu erreichen.“

 

Das neue Modell heißt „Integrierte Sozialarbeit“ und wird seit rund einem Jahr im Stadtteil Nord vorangetrieben. Im Mittelpunkt Integrierter Sozialarbeit  stehen die ressort-, produkt-, träger- und generationsübergreifende Netzwerkplanung und das Etablieren wirksamer, bedarfsgerechter und wohnortnaher Hilfeangebote und Kooperationsmodelle. Zielstellung ist die Verbesserung der Lebenslagen benachteiligter Betroffenengruppen. Dies sind insbesondere:

-          Alleinerziehende und deren Kinder,

-          junge Menschen unter 25 Jahren,

-          Erwachsene über 55 Jahre,

-          Menschen mit Migrationshintergrund und

-          behinderte Menschen.

 

Vordringliche Handlungserfordernisse sind dabei:

-          die systematische Erweiterung der Teilhabe sozial benachteiligter Menschen am gesellschaftlichen Leben

-          die Bewertung der Qualität bisher erbrachter Leistungen und die Steigerung von Effizienz zukünftiger Angebote

-          die Erarbeitung von Vorschlägen für ein an den vorgefundenen Lebenslagen zu orientierendes Leistungsprofil sozialer Arbeit 

-          Maßnahmen gegen die Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit bei Familien, Kindern und im Alter

-          die Verstärkung bürgerschaftlichen und nachbarschaftlichen Engagements und

-          der Ausbau einer generationsübergreifenden Infrastruktur mit entsprechenden Angeboten und Leistungen.

 

Das Projekt MEHRLin - Mehr Lebensqualität in Nord – fußt auf dem integrierten Entwicklungskonzept der Landeshauptstadt Magdeburg für die Stadtteile Neustädter Feld, Kannenstieg und Neustädter See. Als regionales Referenzgebiet soll auch das Exwost-Modellgebiet Buckau einbezogen werden.

 

Projektbeteiligte sind:

-          Landeshauptstadt Magdeburg, Stabsstelle für Jugend-, Sozial- und Gesundheitsplanung

-          SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH

-          Jobcenter Magdeburg

-          WOHNUNGSBAUGESELLSCHAFT  MAGDEBURG

-          AWO – fair.leben Integrations- und Heimbetriebe GmbH

-          OUTLAW GmbH

-          Integrationsdienst Magdeburg/Stendal

-          Quartiersmanagement Neustädter Feld

-          Quartiersmanagement Kannenstieg/Neustädter See

-          BBI Bildungs- und Beratungsinstitut GmbH

-          IMA–Institut für Marktwirtschaft GmbH

-          Evangelische Hoffnungsgemeinde Magdeburg Nord.

 

Maßnahmen:

Sechs Teilprojekte will das Netzwerk von sozialen und kirchlichen Bildungsträgern im Rahmen von MEHRLin in den nächsten drei Jahren umsetzen:

-          TP1: Entwicklung eines präventiven, stadtteilorientierten Gesundheitskonzeptes für/mit Unternehmen und Wohnbevölkerung

-          TP2: arbeitsweltrelevante Kompetenzen stärken durch technische, gärtnerische und/oder handwerkliche Tätigkeiten in der Kirchgemeinde; generationenübergreifende Begegnungsprojekte organisieren; soziale Kompetenzen stärken

-          TP3: Einrichtung einer Beratungsstelle nach Lebenslagenkonzept; Berufswahlpass/Profilpass für Langzeitarbeitslose entwickeln; Personalbedarf mit Unternehmen klären

-           TP4: Profiling, Arbeitsmarktinfo./Beratung, Sozialberatung; modulare Vermittlung berufsbezogener Kenntnisse; Ausbildungs- und Arbeitsmarktvermittlung; individuelle Betreuung in Ausbildung und Beruf

-          TP5: jugendhilferechtliche und arbeitsmarktpolitische Instrumente verknüpfen durch mobile, niedrigschwellige Beratung; alltagsnahe u. ganzheitliche Einzelfallhilfe; erlebnispädagogische Ansätze; Unterstützung beim Erwerb des Hauptschulabschlusses bzw. Nichtschülerprüfung; Case-Management; Berufswegeplanung; Übergangsbegleitung Schule/Beruf (Verknüpfung mit Exwost Buckau);

-          TP6: Schaffung wohnortnaher Arbeitsplätze u. Beschäftigungsmöglichkeiten; Aufbau eines Gebrauchtwarenhandels

 

Je nach Stärken u. Schwächen können die Teilnehmer bei jedem Netzwerk-Partner einsteigen, benötigte Kompetenzen erwerben und innerhalb des Netzwerkes ganzheitlich und umfassend fit für den Arbeitsmarkt gemacht, vermittelt und nachhaltig betreut werden.

 

Koordiniert wird MEHRLin durch SPI - Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH - die auf vielfältige Erfahrungen aus der Steuerung eines vergleichbaren Projekts in Halle verfügt. SPI-Geschäftsführer Michael Scherschel: „Integration findet immer im sozialen Lebensraum der Menschen statt. Mit dem Projekt „MEHRLin“ gibt es nun die Möglichkeit, die für eine umfassende Stadtteilentwicklung noch bestehenden Lücken, insbesondere durch den Aufbau einer effektiven Netzwerkstruktur der vor Ort tätigen Träger, zu schließen.“

 

 

Für Rückfragen:         Dr. Gottschalk, Stabsstelle Jugendhilfe-, Sozial –und

Gesundheitsplanung, Tel.:  03 91/5 40 31 04  E-Mail:

Ingo.Gottschalk@jsgp.magdeburg.de



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