05. Juli 2011.
Ein großer Erfolg war die Sonderausstellung des Stadtmuseums „Mit Dampf und Diesel – Henschel und die Industriekultur Kassel“. Die Ausstellung, die zehn Monate lang im Südflügel des Kulturbahnhofs gastierte, lockte insgesamt rund 10200 Besucher an. Zur Finnisage am Sonntag, 26. Juni, kamen noch einmal 430 Besucher, um sich mit über 200 Jahren Industriegeschichte zu beschäftigen.
Aussagekräftige Dokumente und Bilder sowie eindrucksvolle Exponate informierten über die Anfänge der Industrialisierung in Kassel. Sie erzählten vom Weg der Familie Henschel vom angestellten Stückgießer über Erfinder und Konstrukteur zum Fabrikherrn, berichteten von der Entwicklung vom Handwerker zum Fabrikarbeiter, von der Vielfalt der Produktion in Kassel, von der Rüstungsschmiede Henschel vom Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg bis zum Neuanfang und dem Wirtschaftswunder in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
In 171 Führungen wurden die Inhalte der Ausstellung aufgeschlüsselt und den ganz unterschiedlichen Gästen übermittelt. Knapp 20 Themenführungen führten die Besucher außerdem zu alten Industrieanlagen, zu Relikten der Familie Henschel in der Innenstadt oder durch den alten Hauptbahnhof.
Für Schulklassen gab es Fragen zu eigens ausgeschilderten Stationen. Sie wurden in Arbeitsgruppen von den Schülern erarbeitet und gegenseitig vorgestellt. In Ferienworkshops wurde Kindern zudem das Leben von Fabrikarbeitern näher gebracht.
Zahlreiche Gästebucheinträge bestätigen den Erfolg der Ausstellung. Unter den Gästen waren auch die ehemalige Sekretärin des letzten Henschel-Chefs Oscar R. Henschel, ein ehemaliger Gastarbeiter, dessen persönliche Erinnerungsstücke ausgestellt waren, sowie die Enkeltochter des früheren Kasseler Radio-Herstellers Andreas Kopschina. Der Eisenbahn-Begeisterte Wolfgang Berg reiste sogar in Originaluniform eines Fahrdienstleiters der Main-Weser-Bahn aus dem Jahr 1860 an.
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