Der Landkreis Leer hat die ehemalige jüdische Schule in Leer an der Ubbo-Emmius-Straße gekauft. Das hat der Kreisausschuss am vergangenen Freitag beschlossen und folgte damit einstimmig einem Vorschlag von Landrat Bernhard Bramlage. Der Kaufvertrag beim Notar ist inzwischen bereits unterzeichnet worden. Nun will Bramlage gegen Ende der Sommerferien zu einem ersten Gespräch einladen, um gemeinsam ein Nutzungskonzept zu entwickeln.
Es soll an die Geschichte und ursprüngliche Bestimmung des Gebäudes anknüpfen. 1905 war das Haus in der Nachbarschaft des jetzigen Ubbo-Emmius-Gymnasiums als öffentliche Volksschule der jüdischen Gemeinde Leer gebaut worden. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und der beginnenden Ausgrenzungspolitik verlor die Synagogengemeinde im Herbst 1939 die Trägerschaft der Schule. Die Gemeinde verarmte und musste das Gebäude verkaufen, zunächst an die Stadt Leer. Seitdem gab es verschiedene Eigentümer und Nutzungen.
Der Landkreis als neuer Eigentümer will nach den Sommerferien Vertreter der Stadt Leer, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und einen Kreis von Menschen aus Stadt und Landkreis Leer einladen, die mit der Geschichte des Judentums in Stadt und Landkreis Leer vertraut sind. Mit ihnen will Landrat Bramlage darüber nachdenken, wie das Haus in Zukunft genutzt werden soll.
Mit Bürgermeister Wolfgang Kellner hat Bramlage bereits darüber gesprochen, dass in dem Haus beispielsweise die Geschichte der Juden in der Stadt Leer und im Landkreis dargestellt werden könnte. Auch ein erweitertes Nutzungskonzept mit Möglichkeiten der Begegnung in diesem Haus sei denkbar, so Bramlage. Er hat erste Gespräche hinsichtlich der Förderung durch EU-Mittel für die Verwirklichung der weiteren Pläne geführt.
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