Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 11. Juli 2011
Ungarischer Botschafter trug sich in das Goldene Buch der Stadt Magdeburg ein
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing S. E. Dr. József Czukor

Ottostadt Magdeburg.

 

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute im Alten Rathaus den ungarischen Botschafter S. E. Dr. József Czukor. Bei seinem Besuch trug sich der Diplomat in das Goldene Buch der Stadt Magdeburg ein.

 

Der Botschafter weilt zur Zeit für seinen Antrittsbesuch in Sachsen-Anhalt und Magdeburg. Mit ihm verewigte sich bereits zum dritten Mal ein Botschafter der Republik Ungarn im Goldenen Buch der Landeshauptstadt. Am 21. März 2001 besuchte S. E. Gergely Pröhle die Landeshauptstadt und am 15. Oktober 2004 weilte der damals vom Magazin „Diplomatische Depesche“ zum Botschafter des Monats erkorene Sándor Peisch in Magdeburg.

 

S. E. Dr. József Czukor hatte im Juni schon einmal die Landeshauptstadt besucht. Anlass war eine Podiumsdiskussion zur zuende gehenden ungarischen EU-Ratspräsidentschaft, zu der die Friedrich-Naumann-Stiftung geladen hatte.

 

Botschafter Dr. József Czukor, geboren am 28. Januar 1958, trat nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Budapest zunächst ins Innen-, danach ins Außenministerium ein. Er leitete von 1992 bis 1993 die politische Abteilung an der ungarischen Botschaft in Bonn und war von 1997 bis 2002 Gesandter in der Zeit des Umzugs nach Berlin. Zwischen 2002 und 2004 amtierte er als Direktor des Informationsamtes in Budapest. Von 2005 bis 2009 war er als Botschafter in Ljubljana (Slowenien) tätig. Im Dezember 2010 wurde er zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Republik Ungarn in der Bundesrepublik Deutschland ernannt. Außer Ungarisch spricht er Englisch und Deutsch.

 

Zwischen Magdeburg und Ungarn bestehen zahlreiche Kontakte, vor allem in den Bereichen Bildung und Forschung.

 

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und die Hochschule Magdeburg-Stendal pflegen einen regen Austausch ihrer Studenten und Lehrkräfte mit zahlreichen ungarischen Hochschulen. Mehrere Wissenschaftler der OvGU haben Ehrentitel an ungarischen Universitäten inne.  Aber auch Magdeburger Schulen und Institute wie die Europaschule Hegelgymasium und das Fraunhofer IFF arbeiten mit ungarischen Einrichtungen zusammen.

 

Auch bedeutende Magdeburger Ehrungen gingen in den letzten Jahren immer wieder nach Ungarn. So erhielt Prof. András Szekely aus Budapest,  Präsident der Internationalen Telemann Gesellschaft, 2005 den Telemann-Preis. Der Eike-von-Repgow-Preis ging 2010 an den ungarischen Rechtswissenschaftler Prof. Dr. László Blazovich und auch das erste Eike-von-Repogow-Stipendium gewann 2005 eine Ungarin: die Promotionsstudentin Erika Nikolicza.

 

Engagiert für den Austausch mit Ungarn in allen gesellschaftlichen Bereichen ist auch der Magdeburger Verein Ungarn mitten in Sachsen-Anhalt e. V., den es bereits seit 1999 gibt.

 

Hintergrund

Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Eingerichtet wurde es während der Amtszeit von Oberbürgermeister Hermann Beims. Mitglieder des Magistrats trugen sich am 10. Mai 1931 als Erste in das Buch ein.

 

Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.

 

Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Waigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.

 

Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Dr. Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde, Prof. Reinhold Krampitz, Rainer Löhr, Martin Hoffmann, Gerhard Heinl, Johannes Rink, Eberhard Seifert, Hans-Werner Brüning, Gerald Grünert und Walter Meinecke, der Ehrenortschaftsrat Prof. Adolf Lingener sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.

 

In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg, der Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich und Sven Ottke und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.

 

Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, der weltberühmte jüdische Pianist und Magdeburger Ehrenbürger Menahem Pressler, die Telemann-Preisträger Prof. Dr. András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a. D. Roland Wambeck bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ebenso wie besonders engagierte Bürger wie der Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der ehemalige Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt.

 



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