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Magdeburg, 15. Juli 2011
Gedenken an Widerstandskämpfer Henning von Tresckow
Jahrestag des Attentates auf Hitler am 20. Juli 1944

Ottostadt Magdeburg.

 

An den gebürtigen Magdeburger Henning von Tresckow und die Widerstandskämpfer des 20. Juli wird am kommenden Mittwoch mit einer Kranzniederlegung an der Tresckow zu Ehren errichteten Gedenkstele am Nordpark erinnert. Die Feierstunde beginnt um 16.00 Uhr, interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger sind herzlich eingeladen.

 

Gedenkworte sprechen Oberst Klaus Körbi, Kommandeur im  Landeskommando Sachsen-Anhalt und Dr. Lutz Trümper, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg. Das geistliche Wort spricht Andreas Kölling, Militärpfarrer in Burg. Die musikalische Umrahmung gestalten die Musiker Lukas Bach und Jens Kubbutat (Trompete).

 

Mit der Kranzniederlegung würdigen die Landeshauptstadt Magdeburg und die Bundeswehr einen der führenden Köpfe des Widerstandes gegen Hitler um Oberst Graf von Stauffenberg. „Gleichzeitig erinnern wir damit an alle anderen mutigen Widerstandskämpfer und an die Millionen Opfer von Nationalsozialismus und Krieg“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.

 

Henning von Tresckow wurde am 10. Januar 1901 in Magdeburg als Sohn einer pommerschen Adelsfamilie geboren. Hier verbrachte er einige Jahre seiner Kindheit. Als Jugendlicher trat er den kaiserlichen Truppen bei. Damit folgte er einer langen preußisch-militärischen Tradition seiner Familie und wurde 1918 zu einem der jüngsten Leutnants seines Regiments ernannt. Nach dem ersten Weltkrieg begann er ein Jurastudium und arbeitete einige Jahre als Bankkaufmann an der Börse. 1926 ging er erneut zur Reichswehr und wurde hier im Jahre 1928 zum Oberstleutnant befördert.

 

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten begrüßte Henning von Tresckow zunächst als willkommene Chance, die Schmach des Versailler Vertrages von Deutschland abzuwenden. Bald erkannte er jedoch den wahren Charakter der politischen und militärischen Strategien der NSDAP unter Hitler. Bereits 1938 nahm von Tresckow deshalb Kontakt zu oppositionellen Gruppen um Erwin von Witzleben auf.

 

Als 1941 immer mehr Details über Konzentrationslager und Kriegsverbrechen zu ihm durchdrangen, schloss er sich der Berliner Widerstandsgruppe um Ludwig Beck und Hans Oster an. In den folgenden Jahren plante er mehrere Attentate auf Hitler, die jedoch stets an unvorhersehbaren Umständen scheiterten.

 

Henning von Tresckow war maßgeblich an der Vorbereitung des Attentats beteiligt, dass Oberst Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 auf Hitler in dessen ostpreußischem Bunker verübte. Da von Tresckow kurz zuvor an die polnische Front versetzt worden war, konnte er sich an der unmittelbaren Ausführung des Attentates nicht beteiligen. Als er hörte, dass Hitler noch am Leben war und die Umsturzpläne der Verschwörer ebenfalls fehlgeschlagen waren, nahm er sich an der Front das Leben. Er wollte nicht riskieren, unter Folter die Namen anderer Widerständler zu verraten.

 

In seiner Gedenkrede würdigt Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper den Magdeburger Offizier und erinnert an dessen Vermächtnis: „Das Schicksal Henning von Tresckows mahnt uns zu Vernunft und Menschlichkeit. Es ist unsere Pflicht, die Erinnerung wach zu halten, die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und an den Krieg, der von deutschem Boden ausging und unermessliches Leid über die Welt und über die Deutschen selbst brachte. Wir müssen kommende Generationen lehren, die Brandstifter zu enttarnen, die unsere freiheitlich-demokratischen Strukturen zur Verbreitung von rassistischem und nationalistischem Gedankengut missbrauchen.“

 

Die Gedenkstele für Henning-von-Tresckow wurde am 10. Januar 2001 zu seinem 100. Geburtstag an der gleichnamigen Straße enthüllt. Seitdem finden hier jährlich zum Jahrestag des Hitler-Attentates vom 20. Juli 1944 Gedenkveranstaltungen statt.



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