20. Juli 2011. Auch in diesem Jahr werden in Kassel Rothenditmold im Rahmen des Programms STÄRKEN vor Ort wieder Projekte gefördert. Mit Blick auf Probleme beim Einstieg in das Arbeitsleben sind zu Beginn des Jahres Projektideen für Frauen und Jugendliche entwickelt worden, die der spezifischen Situation in Rothenditmold entsprechen. Durch Aktivierung sollen die Jugendlichen und Frauen mehr Möglichkeiten zur Teilhabe, Chancengleichheit und Bildung gewinnen und beim Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützt werden. Ideen dafür waren unter anderem bei der Stadtteilkonferenz „Wir reden mit“ im September 2010 gesammelt worden.
Das Programm STÄRKEN vor Ort wird mit 100.000 Euro im Jahr noch bis Ende 2011 gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und den Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union.
Die Stadt Kassel ist in Rothenditmold an vielen Stellen aktiv. Der Prozess der Stadtteilentwicklung wird von einem Stadtteilgremium begleitet, das durch die Stadt organisatorisch betreut und moderiert wird. Der Stadtteiltreff Engelhard 7 hat sich zu einem gut frequentierten Treffpunkt für verschiedene Initiativen und Projekte entwickelt. Das Familiennetz AKERo setzt seine Arbeit fort und koordiniert die zahlreichen Aktivitäten und Angebote, die es für Kinder und Familien im Stadtteil gibt. Und seit Ende letzten Jahres ist Rothenditmold in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen, mit dem bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation im Stadtteil finanziert werden können.
„In Rothenditmold hat sich in den letzten Jahren vieles positiv entwickelt. Das zeigt, dass sich das Engagement der Stadt und der Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil auch lohnt“, so Stadträtin Anne Janz. „Darüber freue ich mich, und dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken, vor allem auch bei denen, die ehrenamtlich für den Stadtteil aktiv sind.“
Projekte für Jugendliche und junge Frauen Dran bleiben! Durchhalten! Durchblicken! Das JAFKA gGmbH Projekt Drei D! ist eins von 5 Projekten die sich speziell an Jugendliche richten. Durch die Kooperation mit der Valentin-Traudt-Schule besteht direkter Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern der Abgangsklassen. Gemeinsam mit ihnen wird in einem Zukunftscafé (Stadtteiltreff Engelhard 7) über alltägliche Probleme, vor allem aber über berufliche Perspektiven und die Ausbildungssituation gesprochen.
Sportlich geht es beim ESV Jahn Kassel zu, der neu in die Runde der Träger von Mikroprojekten gekommen ist. Das Projekt „Die schönste Nebensache der Welt“ richtet sich mit speziellen Fußballangeboten an Jugendliche zwischen 15 bis 18 Jahren. Über das gemeinsame Spiel sollen die Jugendlichen Selbstvertrauen erlangen und ihre Teamfähigkeit ausbauen. Ziel ist es, die Jugendlichen dafür zu gewinnen, unter Anleitung selbst Fußballevents für jüngere Kinder im Stadtteil zu organisieren und dabei Verantwortung zu übernehmen. So ist nach den Sommerferien beispielsweise die Durchführung einer Hobbyfußball-WM geplant.
Auch im Tanz- und Theater-Projekt des Anne-Frank-Hauses für Mädchen und junge Frauen steht der Zugewinn an Selbstvertrauen im Mittelpunkt. Über die Beschäftigung mit dem Thema „Gefühl“ sollen zusätzlich die Körperwahrnehmung und besonders die Sprache gefördert werden. Diese neu erworbenen Kompetenzen können später in Schule und Ausbildung zielgerichtet eingesetzt werden.
Der Verein Respekt e. V. führt mit Schülerinnen und Schülern der Valentin-Traudt-Schule ein „Soziales Kompetenztraining für die 8. und 9. Klasse“ durch. Hier soll ein Schwerpunkt auf den Umgang zwischen Mädchen und Jungen sowie auf das Thema Praktikum/Berufseinstieg gelegt werden.
Schon im Jahr 2010 wurde im Rahmen des Projektes „Betriebe in Rothenditmold“ des Kulturzentrums Schlachthof e. V. eine Praktikumsbörse von 20 Schülerinnen und Schülern ins Leben gerufen. Diese nahmen Kontakt zu zirka 50 Betrieben im Stadtteil auf und führten dort Gespräche bezüglich Ausbildungs-, Praktika-, und Ferienjobmöglichkeiten durch. Die gesammelten Daten wurden in einer Datenbank elektronisch erfasst. Mit dem Aufbauprojekt „Praktikumsbörse“ werden nun noch deutlich mehr lokale Betriebe einbezogen werden. Die Schülerinnen und Schüler sind außerdem Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, wenn es darum geht, ihren Mitschülerinnen und Mitschülern die Nutzung der Datenbank zu erläutern.
Für Frauen und Mütter Ein weiteres Projekt der JAFKA gGmbH richtet sich an die Frauen in Rothenditmold. Das Projekt „Von Frau zu Frau –Aktive Familienarbeit in Rothenditmold“ ist ein Aufbauprojekt bei dem Frauen aus dem Stadtteil, die im letzten Förderzeitraum speziell geschult wurden, als Beraterinnen direkt in Familien gehen, um dort bei alltäglichen Fragen und Problemen zu helfen. Auch hier dient der Stadtteiltreff Engelhard 7 als zentraler Treffpunkt.
„Gemeinsam - Gruppenangebot für junge Mütter mit Kleinstkindern“ des Deutschen Kinderschutzbundes Kassel e.V. schließt inhaltlich direkt an das Vorjahresprojekt „Mütter in der Babypause“ an. Hier treffen sich die jungen Mütter um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über alltägliche Probleme zu diskutieren. Vermittelt werden Kenntnisse über gesunde Ernährung, gute Pflege und Beschäftigungen mit dem Kleinkind. Außerdem wird über zukünftige schulische oder berufliche Perspektiven gesprochen.
Das zweite Projekt des Kulturzentrums Schlachthof e. V. setzt noch konkreter bei der beruflichen Orientierung an: es wird eine „Schreib- und Bewerbungswerkstatt“ angeboten, in der Frauen des Stadtteils die Gelegenheit haben unter Anleitung an ihren PC-Kenntnissen zu feilen. Ob es nur um eine schnelle Recherche wie beispielsweise eine Fahrplanauskunft oder aber um ein wichtiges Schreiben wie eine Bewerbung geht, bei all diesen Dingen werden Frauen in den PC-Räumen der Valentin-Traudt-Schule unterstützt. Begleitend gibt es in der Kita Zierenbergstraße ein Beratungsangebot für Frauen zu Fragen bezüglich Alltag, Familie und Beruf.
Neu dabei ist auch der Verein „Stadtteilmütter Kassel e. V.“, der sich im Jahr 2010 gegründet hat. Im Projekt „Stadtteilmütter – Multiplikatorinnen in den Familien“ steht zum einen die Weiterbildung der bereits aktiven Stadtteilmütter in 10 Themen für die Bereiche Schulalter und Pubertät und zum anderen die aufsuchende Familienarbeit im Vordergrund. Durch Informationsvermittlung und Organisation von Veranstaltungen sollen insgesamt positive Effekte für Frauen und Familien im Stadtteil erzielt und Strukturen für eine erfolgreiche längerfristige Arbeit geschaffen werden.
Der „Frauengarten Rothenditmold“, des Diakonischen Werks Kassel setzt die Arbeit des letzten Jahres fort und richtet sich an Frauen, die sich mit Fragen der gesunden Ernährung und der Versorgung ihrer Familien beschäftigen möchten. Durch das gemeinsame Bearbeiten der eigenen Gartenfläche werden Kenntnisse in der Anbauvielfalt, Anbautechnik, Gartenpflege und Nahrungskunde vermittelt.
Bei mehreren Projekten können noch neue Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen einsteigen. Frauen oder Jugendliche, die sich für ein Projekt interessieren, können sich im Frauenbüro melden. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
Frauenbüro, Ansprechpartnerin: Dr. Ute Giebhardt, Frauenbeauftragte der Stadt Kassel, 34112 Kassel, Telefon 0561 787- 7069, frauenbeauftragte@stadt-kassel.de
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