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Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK) - Erste Zwischenergebnisse der schriftlichen Befragung
26. Juli 2011. Wie soll die Zukunft der Stadt Borken aussehen? Wie kann die Stadt die sozialen, ökonomischen, städtebaulichen und ökologischen Herausforderungen der kommenden Jahre meistern? Was muss heute getan werden, damit Borken auch in zwanzig Jahren eine schöne und lebenswerte Stadt ist?
Auf diese Fragen soll das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ Antworten geben, das die Stadt Borken derzeit erarbeitet. Dabei setzen Rat und Verwaltung große Hoffnungen auf die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger. Mit einer schriftlichen Befragung gleich zu Beginn des Planungsprozesses erhielten diese die Gelegenheit, sich zu allen aktuellen Fragen der Stadtentwicklung zu äußern. Von Mitte Februar bis Ende März lagen die Fragebögen im Rathaus aus oder konnten von der Internetseite der Stadt Borken heruntergeladen werden.
Die Chance zur Teilnahme an dieser Befragung haben 239 Bürgerinnen und Bürger genutzt und sich jeweils etwa eine halbe Stunde Zeit genommen, Fragen zu den Themen Arbeiten, Wohnen, Bildung und Kultur, Verkehr und Umwelt zu beantworten. Auch aktuelle planungspolitische Themen wie die Entwicklung der Innenstadt wurden in der Befragung angesprochen.
Der Rücklauf von 239 Fragebögen gibt ein differenziertes Meinungsbild wieder. Die Antworten sind sehr wertvoll und geben Politikern und Planern wichtige Hinweise für den weiteren Planungsprozess.
An der Aktion haben sich alle Einwohnergruppen beteiligt: Sowohl Bewohner der Kernstadt Borken (etwa 62%) als auch Bewohner der dörflichen Ortsteile (etwa 31%) haben den Fragebogen ausgefüllt, Männer (etwa 57%) und Frauen haben annähernd in gleicher Zahl an der Befragung teilgenommen. Vertreten waren unterschiedliche Altersgruppen: Junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren mit einem Anteil von etwa 12% ebenso wie 30- bis 44-Jährige (etwa 26%), 45- bis 54-Jährige (23%), 55- bis 64-Jährige (16%) sowie 65-Jährige und Ältere (etwa 17%). So lassen sich die Antworten auch nach Wohnort, Geschlecht oder Alter differenziert darstellen, was sich für einige Themen als durchaus aufschlussreich erweist.
Zurzeit werden die Fragebögen intensiv ausgewertet. Insbesondere die Auswertung der „offenen“ Fragen nach konkreten Anregungen zu einzelnen Themenbereichen ist zeitaufwändig und erfordert große Sorgfalt, da die Befragten mit detaillierten Hinweisen zu aktuellen Probleme nicht gespart haben. Weit fortgeschritten ist dagegen die Auswertung der „geschlossenen“ Fragen, mit denen die Bewohnerinnen und Bewohner um eine Bewertung der wichtigen Themen der Stadtentwicklung gebeten wurden. Die Bewertung erfolgte nach dem Prinzip der Schulnoten: Note „1“ für sehr gut bis Note „5“ für mangelhaft.
Unter dem Strich – dies lässt sich schon jetzt als Zwischenergebnis festhalten - gaben die Befragten ihrer Stadt durchaus gute Noten. Der Notendurchschnitt für die einzelnen Themen liegt zwischen 2,1 und 3,4 - also zwischen gut und befriedigend. Mit den besten Noten abgeschnitten haben die Wohnqualität und das Bildungsangebot in Borken. Hier beträgt die Durchschnittsnote jeweils 2,1, also ein ausgesprochen guter Wert. Es folgen mit nur geringem Abstand die Angebote für den Radverkehr und die Qualität von Landschaft und Grünräumen in den Ortsteilen mit Durchschnittsnoten von 2,3.
Schlusslichter in der Rangfolge der Noten sind die Angebote des ÖPNV, die touristische Attraktivität Borkens und die Qualität des Warenangebots in der Innenstadt, die jeweils mit einer Durchschnittsnote von 3,1 abschnitten. Diese Note wird nur noch unterboten von der Durchschnittsnote 3,4 für die „Möglichkeiten zum Bummeln und Verweilen in der Borkener Innenstadt“.
Die erste Auswertung dieser Fragen weist deutlich darauf hin, dass die Bewohnerinnen und Bewohner Borkens Handlungsbedarf in ihrer Innenstadt sehen. Die noch nicht abgeschlossene Auswertung der offenen Fragen wird wichtige Hinweise darauf geben, wo aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger in Zukunft der Hebel angesetzt werden sollte.
Die Rangfolge in der Notengebung spiegelt sich wider in der Benennung von „Stärken“ und „Schwächen“ der Stadt Borken. Den Befragten war freigestellt, hier die aus ihrer Sicht drei wichtigsten Aspekte aufzulisten.
Die Liste der „Schwächen“ wird angeführt von Defiziten in der Innenstadt und Problemen in der Verkehrs- und Parkplatzsituation. Angemahnt werden zudem eine „Stadtplanung mit Weitsicht“ sowie eine intensivere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Stadtplanung.
Die Auflistung der Stärken machte jedoch auch deutlich, dass sich die meisten Bürgerinnen und Bürger in ihrer Stadt wohlfühlen und sich mit ihrer Stadt identifizieren. Sie schätzen insbesondere ihre „schöne, ruhige und saubere Stadt im Grünen“ mit ihrer überschaubare Größe, die hohe Wohnqualität, gute Bildungsmöglichkeiten und die ruhige ländliche Lage mit einer guten verkehrlichen Anbindung an ihre „Nachbarn“, das Ruhrgebiet und die Niederlande.
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