23. August 2011. „Mit Kopf und Herz für Kassel und seine Menschen, das war der Antrieb für ein außergewöhnlich erfolgreiches Lebenswerk. Die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger haben ihm sehr viel zu verdanken.“ So hat Oberbürgermeister Bertram Hilgen den früheren Kasseler Bürgermeister Heinz Hille gewürdigt, der am Wochenende im Alter von 88 Jahren verstorben ist.
Als waschechter Kasseläner wurde Hille 1923 in eine eingesessene Kaufmannsfamilie, Schokoladen-Hille am Martinsplatz, hineingeboren. Seine enormen Kenntnisse von Menschen und Örtlichkeiten konnte er später zum Nutzen seiner Heimatstadt in vielfacher Weise einsetzen.
Als Volljurist trat er 1955 in den Dienst der Stadt Kassel ein, zunächst als persönlicher Referent des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Lauritz Lauritzen. Rasch setzte er Akzente beim Wiederaufbau der Stadt durch das Schaffen von Rechtsgrundlagen im Bauwesen: 1958 wurde Heinz Hille zum Leiter des neugeschaffenen Bauverwaltungsamtes berufen.
1960 wurde er mit 38 Jahren Kasseler Polizeipräsident, der damals jüngste in Deutschland. Bis heute ist aus dieser Zeit eine Erfindung von ihm im allgemeinen Gebrauch – die Parkscheibe. Patentiert wurde die Idee nicht, aber der Siegeszug der Parkscheibe von Heinz Hille war in der Bundesrepublik nicht mehr aufzuhalten.
1965 wurde er zum Rechts- und Ordnungsdezernenten gewählt. 1969 folgte seine Wahl zum Dezernenten für das Stadtkrankenhaus, das heutige Klinikum. Ende 1972 wurde er dann zum Bürgermeister und damit zu einem der höchsten Repräsentanten der Stadt gewählg. Zu den herausragenden Projekten seiner 15-jährigen Amtszeit zählten die Einrichtung der Rettungsleitstelle, die Stationierung des Rettungshubschraubers Christoph 7 oder auch der Bau der Landesfeuerwehrschule an der Dönche. Insbesondere auch der Sport und die Vereine haben von Heinz Hilles Wirken stark profitiert: Seine Amtszeit war vom Neu- und Ausbau zahlreicher Sportanlagen geprägt, so auch des Kegel- und Tanzzentrums am Auepark.
Heinz Hille habe sich in 32 Jahren im Öffentlichen Dienst, davon 22 Jahren als Stadtrat und Bürgermeister, durch seine liebenswerte, verlässliche und kompetente Amtsführung eine außergewöhnliche Popularität bei den Bürgerinnen und Bürgern erworben, erklärte Oberbürgermeister Hilgen, sicher vor allem auch deshalb, weil er sich als Anlaufstelle verstanden und sich zahlreicher Sorgen und Probleme angenommen habe. Es habe eine hohe Identität zwischen Wählern und dem gewählten Bürgermeister gegeben, wie sie für einen Kommunalpolitiker nur sehr selten erreichbar sei. In der Kommunalpolitik überzeugte Heinz Hille durch sein Detailwissen und habe sich mit Humor und ausgleichendem Wesen Anerkennung über die Parteigrenzen hinweg erworben. Dies habe er in zahlreichen Auszeichnungen erfahren, so sei ihm die Carl-Schomburg-Plakette und der Ehrentitel „Stadtältester“ verliehen worden.
„Die Stadt trauert mit seiner Familie und wird sein Andenken in Ehren halten. Wir werden Heinz Hille und das Beispiel, das er uns gegeben hat, nicht vergessen“, so der Oberbürgermeister abschließend.
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