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Presseinformation

25. August 2011
Warum in die Ferne schweifen? - Unterwegs auf dem Energiepfad im Tecklenburger Land
Teil 3: Holzhackschnitzelheizung in Lienen/Passivhaus in Lengerich
Kreis Steinfurt/Lienen/Lengerich. Der „Goldene Tödde“ ist ein Wanderpokal, vergeben von der LEADER-Region Tecklenburger Land. Zuletzt ging diese Auszeichnung an das Projekt „Energiepfad“, das in 44 Stationen die Geschichte und Vielfalt regionaler Energiegewinnung aufzeigt. Im Herbst wird der Pokal weiterwandern – ein Anlass, vorher einige Stationen des Energiepfades näher vorzustellen. Heute geht es um die Holzhackschnitzelanlage im ehemaligen Feuerwehrhaus Lienen und um ein Passivhaus in Lengerich.

Seit Oktober letzten Jahres versorgen in Lienen zwei Heizzentralen mehrere Gebäude der Gemeinde und verschiedene Einrichtungen mit Wärme. Eine der beiden Anlagen steht im ehemaligen Feuerwehrhaus an der Hauptstraße 14. An das 190 Meter lange Wärmeverbundnetz dieser Heizzentrale sind zwei Verwaltungsgebäude, die Grundschule, der Jugendtreff und die Räume der ehemaligen Feuerwehr selbst angeschlossen, die heute zur Übermittagbetreuung von Kindern dienen.

„Zur Heizzentrale gehört neben einem Hackschnitzelkessel mit einer Leistung von 150 Kilowatt (kW) auch ein Gasbrennwertkessel mit 190 kW“, erklärt Lienens Bauamtsleiter Günter Glose. Dieser wird automatisch zugeschaltet, wenn der Wärmebedarf der angeschlossenen Gebäude die Leistung des Hackschnitzelkessels übersteigt. „Bei minus 15 oder minus 20 Grad kommt der Gasbrennwertkessel zum Einsatz. Das ist günstiger, ansonsten hat der Holzhackschnitzelkessel Vorrang.“

Insgesamt kann die Anlage jährlich eine Wärmemenge von rund 420.000 Kilowattstunden produzieren. Dafür benötigt sie etwa 500 Schüttraummeter Holzhackschnitzel. Das Material kommt zum Teil aus Lienen selbst – es wird aus Holzabfällen gewonnen, die durch die Pflege der Wallhecken entstehen. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe bringt Kosteneinsparungen mit sich – sowohl finanziell als auch umwelttechnisch: 11.000 bis 12.000 Euro beziehungsweise rund 130.000 Kilogramm Kohlendioxid.

Die getrockneten Holzhackschnitzel werden in 30 Kubikmeter großen Schubbodencontainern angeliefert und gelagert. Per Fördersystem gelangen sie in den Kessel, der das Material automatisch über eine elektronische Steuerung anfordert. „Die Heizanlage ist in den Fahrzeughallen der ehemaligen Feuerwehr untergebracht und ist auch von außen gut zu sehen“, betont Glose, der vor dem Haus noch eine Infotafel mit allen Daten aufstellen will. Besucher, die spontan am Lienener Feuerwehrhaus vorbeikommen, können also auch einen Blick auf die Heizzentrale werfen. Bis die Infotafel steht, können Besucher auf einen Audioguide zurückgreifen, den es kostenlos beim Projektträger des Energiepfades, der Gesellschaft für angepasste Technologien e.V. in Rheine, als mp3-Datei gibt.

Außerdem bietet die Tourist-Information Lienen kostenlose Besichtigungen der Holzhackschnitzelanlage für Gruppen ab acht Personen an. Anmeldungen nimmt Anja Schmidt unter Telefon 05483-724010 entgegen. Besichtigungen sind montags bis freitags möglich.

Von Lienen ist es nicht weit zu einer weiteren Station des Energiepfades in Lengerich: Auf der Laar 14 ist die Adresse, um sich ein Bild von einem Passivhaus zu machen. Aus Gründen der Privatsphäre ist dieses Haus aber nur von außen zu besichtigen. Per Audioguide können sich Interessierte aber auch hier darüber informieren, wie die Wärmeenergie jeder eingeschalteten Lampe, des aufgeheizten Backofens, des laufenden Föhns etc. zur Wärmeversorgung in so einem Haus genutzt wird.

Die Wärmeenergie wird nicht nur durch die sehr gut gedämmte Gebäudehülle besser gespeichert, sie wird zusätzlich genutzt, um frische hereinkommende Luft zu erwärmen. Eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher sorgt für diesen energiesparenden Effekt. Das hat den Vorteil, dass so ein Passivhaus weniger beheizt werden muss und somit Energiekosten gespart werden können.

Die Audiobeiträge für den Energiepfad Tecklenburger Land können bestellt werden bei der Gesellschaft für angepasste Technologien e.V. in Rheine unter Telefon 05971-9900 oder per E-Mail an julia.scheerer@tat-zentrum.de.

Infokasten Energiepfad: Der Energiepfad Tecklenburger Land umfasst 44 Stationen in elf Orten, die Interessierte je nach Belieben anfahren können. Hier werden sowohl die herkömmliche als auch die moderne Energieerzeugung und –nutzung gezeigt - angefangen bei historischen Mühlen über Stollen und Schächte im Bergbau bis hin zu Windparks, Biogas- oder Solaranlagen. Der Energiepfad ist ein Kooperationsprojekt der Städte und Gemeinden in der LEADER-Region Tecklenburger Land und wurde von der Gesellschaft für angepasste Technologien e.V. als Projektträger entwickelt.


Herausgeber:
Kreis Steinfurt, Stabsstelle Landrat; Pressesprecherin: Kirsten Weßling; Tecklenburger Straße 10, 48565 Steinfurt
Telefon: 02551-692160, Telefax: 02551-692100; www.kreis-steinfurt.de, kirsten.wessling@kreis-steinfurt.de