15. September 2011. Eine neue Initiative zur Umwandlung der Joseph-von-Eichendorff-Schule in Bettenhausen in eine integrierte Gesamtschule haben jetzt Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Stadträtin Anne Janz gestartet. In einem Brief an den hessischen Minister der Justiz, für Integration und Europa und stellvertretenden Ministerpräsidenten Jörg-Uwe Hahn wiesen beide Kasseler Kommunalpolitiker darauf hin, dass die Schule in einem Sozialraum mit einem hohen Ausländer- und Migrantenanteil in der Wohnbevölkerung eine wichtige soziale Funktion ergänzend zu ihrem bildungspolitischen Auftrag habe. Durch den demografischen Wandel und die damit einhergehenden sinkenden Schülerzahlen sei die Joseph-von-Eichendorff-Schule, eine kooperative Gesamtschule im Kasseler Osten, allerdings in ihrem Fortbestand bedroht. Die Stadt Kassel habe als Schulträger deshalb im Schulentwicklungsplan beantragt, die Schule in eine integrierte Gesamtschule umzuwandeln. Dies allerdings habe das hessische Kultusministerium abgelehnt.
Hilgen und Janz machten deutlich, Bettenhausen und Forstfeld seien als Einzugsgebiet der Joseph-von-Eichendorff-Schule Stadtteile, in denen der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in den nächsten Jahren immer mehr zunehmen werde. Die Schule wolle deshalb mit einem speziell auf den Stadtteil zugeschnittenen Modell als „Modellschule für Integration und interkulturelle Schulentwicklung“ gezielt zusätzliche Schülerinnen und Schüler erreichen. „Für die Umsetzung dieses Integrationskonzeptes benötigt sie jedoch neben Zeit schulfachlich eine Perspektive. Deshalb ist die Genehmigung zur Umwandlung in eine integrierte Gesamtschule eine notwendige Voraussetzung“, machten Oberbürgermeister und Schuldezernentin übereinstimmend deutlich.
Gleichzeitig wiesen beide Lokalpolitiker darauf hin, dass das Landesprogramm „Modellregion Integration“ einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Stadtgesellschaft habe. Dieses Konzept sei aber untrennbar damit verbunden, dass die Joseph-von-Eichendorff-Schule bestehen bleibe und zugleich weiterentwickelt werde.
Hilgen und Janz baten den Minister, sich bei Kultusministerin Dorothea Henzler dafür einzusetzen, dass der Joseph-von-Eichendorff-Schule künftig ein Sonderstatus als Integrationsmodellschule zugestanden werde und sie zunächst für drei Jahre die Möglichkeit erhalte, ihre außerordentliche Leistung bei der Integrationsförderung in der Schule und damit auch im Stadtteil unter Beweis zu stellen. Schon heute sei der Beitrag und das Engagement der Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund sowie der Schulleitung und des Lehrerkollegiums zu einem guten und friedlichen Miteinander in Schule und Stadtteil vorbildlich und ein eindrücklicher Hinweis darauf, dass nach drei Jahren von einem Erfolg auszugehen sei.
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