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Magdeburg, 15. September 2011
Altes Sudenburger Tor jetzt wieder erlebbar
Offizielle Einweihung am kommenden Montag

Ottostadt Magdeburg.

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper wird am kommenden Montag um 13.30 Uhr das Alte Sudenburger Tor offiziell einweihen. Die begehbare Anlage wurde jetzt um eine Informationstafel zur Baugeschichte des Tores und zur Sichtbarmachung der archäologischen Funde ergänzt.

Rund 326.000 € hat die Stadt investiert, um die Ergebnisse der archäologischen Grabungen an der Kreuzung Breiter Weg/Danzstraße auf Dauer sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Planung und Bauausführung lagen in der Hand Magdeburger Unternehmer.

 

Hintergrund

An der Kreuzung Breiter Weg/Danzstraße war seit der Freilegung der Überreste des Alten Sudenburger Tores im Jahre 2008 bis in das Jahr 2011 geforscht und gebaut worden. Zunächst wurden durch Archäologen die Mauerreste Schicht für Schicht freigelegt. Im Zuge der weiteren Grabung wurde der Beschluss gefasst, die Überreste des Stadttores für den Besucher erlebbar zu gestalten. Deshalb wurde das freigelegte Mauerwerk saniert und bis kurz über Gehwegniveau aufgemauert, so dass der Besucher deutlicher die Seitenmauern des aus spätromanischer Zeit stammenden Alten Sudenburger Tores, genaugenommen des stadtseitigen Torhauses, in der südlichen Magdeburger Stadtmauer wahrnehmen kann.

Die Mauerkronen wurden dabei bewusst amorph gestaltet, so dass deutlich wird, dass die Wände des ursprünglichen Alten Sudenburger Tores hier nicht geendet haben. Benachbarte Mauerstrukturen sind niveaugleich im Gehweg gekennzeichnet, so dass im Grundriss ein größeres Bild der ehemaligen Toranlage entsteht.

Durch die archäologische Grabung konnte die Höhenniveauentwicklung der Stadt von der ersten steinernen Befestigung bis in die Gegenwart nachgezeichnet werden. Diese verschiedenen Zeithorizonte werden nach Abschluss der Untersuchungen an der Nordwand der Grube auf der Oberfläche der Betonstützwand kenntlich gemacht.

 

Der Leitgedanke für den architektonischen Entwurf war, dass ein Tor in erster Linie einen Durchgang darstellt. Diese Funktion des Tor-Durchschreitens soll mit der in die Grube eingelassenen Brücke wieder erfüllt werden. Gleichzeitig kann der Besucher eines der verschiedenen Höhenniveaus - das der barocken Umbauphase nach 1773 - nachempfinden indem er einige Stufen auf eben jenes Niveau hinuntergeht.

 

Baugeschichte

Der Breite Weg wurde erstmals im Zusammenhang mit dem Stadtbrand im Jahr 1207, dem auch der Magdeburger Dom zum Opfer fiel, namentlich erwähnt. Zu dieser Zeit war er schon lange Hauptverkehrsstraße durch Magdeburg. An der nördlichen Stadtgrenze befand sich das Krökentor, welches den Zugang nach Magdeburg von Norden her ermöglichte. Im Süden gelangte man durch das Alte Sudenburger Tor in die Stadt.

Obwohl die ersten Straßenhorizonte, die bei den Grabungen in den Jahren 2008 und 2010 untersucht werden konnten, bereits im 10./11. Jh. entstanden sind, wurde das erste steinerne Stadttor vermutlich in spätromanischer Zeit erbaut. „Pietra rasa“ genannte Fugenritzungen - ein Verzierungselement, welches bei Bruchsteinmauerwerk vorrangig in der Spätromanik vorkommt - helfen bei der Datierung. In dieser Zeit konnte man durch zwei nebeneinander liegende Durchfahrten die Stadt verlassen bzw. betreten.

Im Jahr 1546 wurde das Tor umgebaut. Eine der Tordurchfahrten wurde dabei verschlossen. Dies hatte vermutlich militärische Gründe, denn bereits in den Jahren 1550/51 belagerten die Truppen des Kurfürsten Ernst Moritz von Sachsen die Stadt Magdeburg.

Die letzte große Umbaumaßnahme erfolgte 1773. Dabei wurde unter anderem die Tordurchfahrt verbreitert. Eine der Torangeln, die zu dieser Zeit eingesetzt wurden, ist heute noch im Mauerwerk zu sehen.

Neben diesen großen Baumaßnahmen konnten auch mehrere kleinere Umbauten festgestellt werden. Der letzte Umbau geschah im 19. Jh., nachdem in der Durchfahrt ein Fußgänger zu Tode kam. Danach wurde ein Fußgängerdurchgang durch das Mauerwerk gebrochen. Ab 1872 erfolgte dann jedoch schon infolge der Stadterweiterung der Abriss der Toranlage.

 

Am Bau beteiligte Unternehmen

Planung
sußmann + sußmann, architekten und ingenieure - Begleitung der Archäologie, Konzeptstudie, Planung über aller Bauphasen und Bauüberwachung

Ingenieurbüro Bayrhammer & Herden GmbH - Ausführungsplanung des Brückenüberbaus, Bewehrungsabnahme

Ingenieurbüro D. Beyer - Statik, Ausführungsplanung der Ortbetonelemente
Ingenieurbüro Steffens & Möller GmbH - Berechnung der Rigole

IPK mbH – Elektrofachplanung


Landesamt f. Denkmalpflege und Archäologie - Archäologische Ausgrabungen
DUB - Maurizio Paul - Bauhistorische Begutachtung


Bauausführung
Paul Schuster GmbH - Generalunternehmer und Koordination
speziell verantwortlich f. Naturstein-, Mauer- und Verfugarbeiten

davon als Subunternehmer

Elektro Mahlecke-Regener GmbH – Elektroinstallationsarbeiten

Spiegel-Meyer GmbH – Ganzglasgeländer

Liebscher Nachf. Bau Gesellschaft mbH - Tiefbauarbeiten, Wegebau

Infotafel
sußmann + sußmann, architekten und ingenieure - Konzeption, Koordination, Texterarbeitung, Redaktion

Landesamt f. Denkmalpflege und Archäologie - Juliane Huthmann - Texterarbeitung
itkplus - Übersetzung der Texte ins Englische
4visions mediagroup Magdeburg - Layout und Druckvorlagenerstellung
Kroschke sign point Magdeburg GmbH – Fertigung







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