Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 29. September 2011
3.500 Euro Geburtstagsgeld für die Johanniskirche
Übergabe an Oberbürgermeister und Kuratorium

Der Vorsitzende des Kuratoriums für den Wiederaufbau  der Johanniskirche, Werner Kaleschky hat heute eine Spende von 3.500 Euro an Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper übergeben. Der ehemalige Baubeigeordnete feierte am 18. August seinen 70. Geburtstag und hatte Gäste und Gratulanten um Spenden zugunsten der Johanniskirche gebeten.

 

Mit der Spendenübergabe verbindet der Jubilar den Wunsch, das Geld für die künstlerische Gestaltung der Fenster der Johanniskirche zu verwenden. Dazu Werner Kaleschky: „Durch das Engagement des Kuratoriums für den Wiederaufbau und die große Spendenbereitschaft der Magdeburgerinnen und Magdeburger konnte die wieder aufgebaute Johanniskirche um viele Details und manches Kleinod bereichert werden. Eine künstlerische Gestaltung der Fenster kann die Würde des Sakralbaus unterstreichen und knüpft natürlich an seine Geschichte an. Diesem Vorhaben wird sich das Kuratorium deshalb in den nächsten Jahren mit ganzer Kraft widmen.“

  

„Die Landeshauptstadt unterstützt die Idee, die Johanniskirche mit künstlerisch gestalteten Fenstern zu komplettieren“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Der Bedeutung des Gebäudes entsprechend sollten anerkannte Glasgestalter damit beauftragt werden, dafür Entwürfe einzureichen. Derzeit erarbeiten wir dafür das erforderliche Konzept.“

 

Das Gotteshaus St. Johannis wurde insgesamt fünfmal zerstört – und stets wieder aufgebaut. 1631 wurde die Johanniskirche, wie viele andere Teile der Stadt, vollständig zerstört. Ihr Wiederaufbau wurde nach Ende des Dreißigjährigen Krieges von einem der berühmtesten Magdeburger mitgestaltet – dem Naturforscher und Diplomaten Otto von Guericke.

 

Auch im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zerstört. Sanierungsmaßnahmen erhielten lange Zeit zumindest Teile der Johanniskirche, deren Abriss schon geplant war. Am 13. Dezember 1990 wurde der Wiederaufbau des geschichtsträchtigen Bauwerkes beschlossen. Kurze Zeit später gründete sich das Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche, das sich auch nach der feierlichen Einweihung der wieder aufgebauten Kirche 1999 für ihren Ausbau einsetzt. Zuletzt konnten im Oktober 2010 Panoramatafeln auf dem Südturm der ältesten Rats- und Pfarrkirche der Stadt angebracht werden

 

Das Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche feierte im Januar dieses Jahres sein 20-jähriges Bestehen.

 

 

 

 

Chronik des Wiederaufbaus

 

Am 13. Dezember 1990

Die Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung zum Wiederaufbau der Johanniskirche und zur Gründung eines Kuratoriums (mit ausdrücklicher Unterstützung des Oberbürgermeisters Dr. Willi Polte) erfolgt.

 

Am 16. Januar 1991

Das Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche zu Magdeburg nimmt seine Arbeit auf. Als erster Vorsitzender wird Diplom-Ing. Klaus Reipsch gewählt.

 

1992 und 1993

Der Minister für Wirtschaft und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Horst Rehberger, übergibt Bescheide über Fördermittel in Höhe von 80% der Gesamtkosten des Wiederaufbaues an den Bauherren, die Landeshauptstadt Magdeburg. Der Wiederaufbau kostete 20,2 Mio. DM

 

9. Juni 1994

Die Stadtverordnetenversammlung bestätigt das erste Nutzungskonzept, das gemeinsam von Stadt und Kuratorium erarbeitet wurde.

 

1997

Die Stadt Magdeburg erarbeitet das grundlegende Nutzungskonzept unter Teilnahme des Kuratoriums.

 

1997

Spendenmittel ermöglichen die Planung der Wiedererrichtung des Südturmes und die Sanierung des Glockenstuhles sowie des Geläutes.

 

1999

Mit Spenden werden Sitzbänke im Außenbereich installiert und die Vorhallenfenster erneuert. 

 

2. Oktober 1999
Festakt zur Einweihung der wieder aufgebauten Kirche. Sie wird als Veranstaltungszentrum an die Bürger der Stadt übergeben.

 

27. März 2002
Dipl.-Ing. Werner Kaleschky wird zum Vorsitzenden des Kuratoriums und Dipl.-Ing. Klaus Reipsch zum Ehrenmitglied gewählt.

 

Mai 2004:

Der eingeweihte Südturm der Johanniskirche vollendet den 1998 begonnenen

6-jährigen Wiederaufbau des Magdeburger Symbols.

 

September 2008:

Die Restaurierung der kleineren Glocke der Johanniskirche ist beendet. Am 2. September 2008 wird die Glocke mit einem Schwerlastkran in die Glockenstube gehoben.

 

31. Oktober 2008:

Inbetriebnahme des neuen Glockenstuhls und der sanierten Glocken der Johanniskirche

 

 

 

Oktober 2009:

Die größere der beiden Glocken – die Festtagsglocke – wird künftig als Tonsignal für einen Uhrschlag genutzt. Mit der dauerhaften Nutzung dieser Einrichtung ab dem Reformationstag 2009 wird das Glockengeläut der Johanniskirche wieder täglich in das Gedächtnis der Magdeburger zurückgebracht.

 

April 2010:

An eine kurze, aber wichtige Episode in der ereignisreichen Geschichte der Kirche St. Johannis erinnert nun eine Informationstafel am Anbau. Von 1832 bis 1850 befand sich am Ostende des Daches die Station 14 der Königlich-Preußischen Telegrafenlinie.

 

Oktober 2010:

Das Kuratorium hat auf der Aussichtsplattform Panoramatafeln installieren lassen, die in alle Himmelsrichtungen auf Sehenswürdigkeiten Magdeburgs und markante Punkte des Umlandes hinweisen. Finanziert wurden die Tafeln aus Spenden.

 

November 2010:

Die von der Firma Schuster aus der Kirchenruine geborgenen Sand- und Kalksteinplatten kommen in die Kirche zurück
- Epitaph: Benedikt David Carpzow, Theologe aus Leipzig (1637 - 1682); Südwand
- Epitaph: Name unbekannt, um 1674; Westwand
- Epitaph: Gottlieb Leberecht Immermann, Königlicher Preußischer Kriegs- und Domainenrat (1794 - 1814); Westwand
- eine Kalksteinplatte mit Ritzzeichnung, die aus einem Pfeiler der Kirche stammt, stellt die gekrönte Maria dar;

 

März 2011:

Das ca. 250 Jahre alte Sakristei-Schloss, das der letzte Pfarrer der Johanniskirche Alfred Frantz (1878 bis 1973) aus den Trümmern der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg gerettet hatte, wurde nach seiner Sanierung von Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und dem Vorsitzenden des Kuratoriums für den Wiederaufbau der Johanniskirche Werner Kaleschky entgegengenommen. Überreicht wurde das Schloss von Staatsanwalt i. R. Jürgen Frantz, dem in Hamburg lebenden Enkel von Pfarrer Alfred Frantz. Vor dem endgültigen Verschwinden hatte zunächst der Pfarrer, dann dessen Tochter Liselotte Frantz und seit etwa 30 Jahren dessen Enkel Jürgen Frantz das Schloss bewahrt.



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
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