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Magdeburg, 21. Oktober 2011
Sechs weitere Stolpersteine erinnern an das Schicksal Magdeburger Opfer des Nationalsozialismus
Erinnerungsmale werden nächsten Dienstag verlegt

Zum 14. Mal werden in Magdeburg Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus gesetzt. Der Arbeitskreis "Stolpersteine für Magdeburg" verlegt gemeinsam mit Angehörigen der Opfer sowie Spendern dieser Erinnerungsmale am 25. Oktober sechs neue Stolpersteine. Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger sind eingeladen, an den Einweihungen teilzunehmen und der jüdischen Opfer zu gedenken.

 

"Mit den sechs neuen Stolpersteinen erinnern wir an das individuelle Schicksal von Magdeburgerinnen und Magdeburgern, die während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Wir gedenken damit ehemaliger jüdischer Mitbürger und setzen ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen der Nazidiktatur in unserer Stadt."

 

Die sechs Stolpesteine werden am Dienstag in folgender Reihenfolge verlegt: Für die Geschwister Brandus (13.00 Uhr, Gellertstraße 18), für den Justizrat Dr. James Brandus und seine Ehefrau (ca. 13.30 Uhr, Richard-Wagner-Straße 3a), für das Ehepaar Rosenthal (ca. 13.50 Uhr, Gareisstraße), für Erna Eyck (ca. 14.10 Uhr, Pfälzer Platz), für die Familie Warzecha (ca. 14.40 Uhr, Peterstraße/Ecke Jakobstraße) und für die Familie Rosenthal (ca. 15.10 Uhr, Jerichower Straße 36).

 

In die Messingoberfläche sind die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt der Deportation und der Deportationsort eingraviert. Seit 1997 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemalige Wohnhäuser und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus.

 

Finanziert werden die Erinnerungsmale ausschließlich durch Spenden. "Die Bereitschaft, mit Spenden die Patenschaft für die Stolpersteine zu übernehmen, verdient Dank und Anerkennung. Je mehr Menschen dieses Projekt mit einer Spende unterstützen, umso mehr Steine können weiterhin verlegt werden", wirbt Dr. Lutz Trümper gleichzeitig auch für die künftige Unterstützung in der Bürgerschaft.

 

Ein Stein kostet derzeit 95,- Euro. Hinzu kommen 25 Euro für die Dokumentation in einem "Magdeburger Gedenkbuch", das möglichst viele Angaben über Leben und Schicksal der ermordeten Menschen aufnimmt. Das Buch wird zusammengetragen von Vereinen, Initiativen, Schulklassen und Einzelpersonen und widmet sich der Spurensuche nach dem Lebensweg der Ermordeten. Die Seiten für die neuen Stolpersteine wurden bereits gedruckt.

 

Spenden für künftige Verlegungsaktionen von Stolpersteinen können auf das Konto 140 00 101 bei der Stadtsparkasse Magdeburg (BLZ: 81053272) überwiesen bzw. eingezahlt werden. Als Verwendungszweck muss dabei unbedingt die Ziffernfolge 37 99 43 11 angegeben werden.

Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeiter des Kulturbüros der Stadtverwaltung unter der Rufnummer 5 40 21 34 zur Verfügung.

 

Unter www.magdeburg.de/media/custom/698_9280_1.PDF findet man einen regelmäßig aktualisierten Stadtplan mit den Verlegeorten der Stolpersteine.

 

 

Hintergrundinformationen

Der Magdeburger Stadtrat hat 2005 auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, sich der Möglichkeit des Erinnerns und Gedenkens durch so genannte Stolpersteine vor Hauseingängen und auf Gehwegen anzuschließen, von denen es mehr als 10.000 in über 190 Städten und Gemeinden Deutschlands gibt.

 

Eine Arbeitsgruppe, der neben der Stadtverwaltung und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auch die Vereine "Miteinander e.V." und "Förderverein Neue Synagoge Magdeburg e.V." sowie das Ökumenische Domgymnasium angehören, haben Informationen über die Personen zusammengetragen, denen die neuen Stolpersteine gewidmet sind.

 

Weitere Informationen über die Stolpersteine in der Landeshauptstadt Magdeburg sind im Internet unter www.magdeburg.de zu finden.



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
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