24. Oktober 2011. Er gilt als eine der interessantesten und auch umstrittensten Personen der Kasseler Stadtgeschichte: Philipp Scheidemann. Im Januar 1920 übernimmt der führende SPD-Politiker und Mitbegründer der Weimarer Republik das Amt des Oberbürgermeisters in seiner Heimatstadt Kassel. Es war eine Zeit, in der die politische Szenerie zerfasert ist und die Republik nicht von allen anerkannt, ja sogar von vielen bekämpft wird. Nach nicht einmal der Hälfte seiner Amtszeit tritt er - angefeindet, verleumdet, amtsmüde, mit Mord bedroht und gesundheitlich angeschlagen – von seinem Amt zurück. Wie konnte es so weit kommen? Diese und andere Fragen beleuchtet der Autor Dr. Walter Mühlhausen in seinem Buch „Das große Ganze im Auge behalten. Philipp Scheidemann – Oberbürgermeister von Kassel“, das am Donnerstag, 27. Oktober, um 18.30 Uhr im Stadtverordnetensaal des Rathauses vorgestellt wird.
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Jürgen Kaiser führt Dr. Andreas Hedwig, Leiter des Staatsarchivs Marburg, in das Werk ein. In seinem anschließenden Vortrag geht Autor Dr. Walter Mühlhausen der Frage nach, wo die Verdienste und wo die Grenzen von Philipp Scheidemann als Oberbürgermeister von Kassel liegen.
Das Buch ist eine biografische Teilstudie und liefert zugleich einen Beitrag zu der bislang nur wenig beleuchteten Geschichte Kassels in der Weimarer Republik. Es bietet insgesamt einen exemplarischen Blick auf die Historie der Kommunalpolitik in der Zwischenkriegszeit.
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