Nachlass von Hans Mangold an die Stadt Kassel übergeben

08. November 2011. Zu den führenden Personen des Kasseler Kulturlebens, der zugleich auch ein profilierter Mahner und Förderer der Museumspolitik des Landes war, gehörte der am 28. Mai diesen Jahres verstorbene frühere Leiter der Brandversicherungsanstalt Hans Mangold. Seine Tochter Dr. Verena Metze-Mangold hat jetzt den Nachlass ihres Vaters an die Stadt Kassel übergeben. Er bietet wichtige Einblicke in das Leben Mangolds sowie das Kasseler Kulturlebens seit den 1960er Jahren und geht in Teile in das Stadtmuseum, das Stadtarchiv sowie das documenta-Archiv.

Der Nachlass Mangold umfasst vielfältige Unterlagen zu seinem beruflichen und ehrenamtlichen Engagement. Er beinhaltet umfangreiche Korrespondenzen, Manuskripte, Reden und Redeentwürfe, Gedichte, Notizhefte, Akten zu verschiedenen kulturellen Projekten und Initiativen sowie zu seinen Tätigkeiten in der Historischen Kommission Hessens und in weiteren Gesellschaften. Mit der Erschließung des Bestandes, der bei der Lieferung elf Umzugskartons umfasste, werden Forschungen nicht nur zur Person Mangolds, sondern auch zur Geschichte der Brandversicherungskasse und zu zahlreichen Aspekten des kulturellen Lebens in Kassel ermöglicht.

Die Sparkassenversicherung fördert die Erschließung des Nachlasses aufgrund der Bedeutung, die Hans Mangold für die Brandversicherungsanstalt und das kulturelle Leben der Stadt besaß mit 1.500 Euro, da das Stadtarchiv Kassel die Erschließung des Bestandes durch eine studentische Mitarbeiterin momentan nicht aus eigenen Mitteln erschließen lassen.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen dankte Dr. Metze-Mangold für die Übergabe des Nachlasses ihres Vaters, den er als ein „wertvolles Gut für die Stadtgeschichte bezeichnete. „Und durch die finanzielle Unterstützung der Sparkassenversicherung können die Dokumente über das nachhaltige Engagement Hans Mangolds auch für die Öffentlichkeit zuganglich gemacht werden.“

Hans Mangold wurde am 3. September 1915 in Verden geboren und wuchs in Kassel auf. Nach der juristischen Ausbildung wirkte er zunächst lange Jahre als Rechtsanwalt, bis er 1963 das Amt als Direktor der Hessischen Brandversicherungsanstalt, des Vorgänger-Unternehmens der SV-Sparkassenversicherung, antrat. In dieser Funktion gestaltete er zwölf Jahre lang die wirtschaftspolitische Entwicklung Nordhessens mit. Ebenso bedeutsam war sein kulturelles Engagement. In seinem Amt als Direktor der Brandkasse gelang es ihm, sein kulturelles Engagement und seine berufliche Tätigkeit in Einklang zu bringen, war die Brandkasse doch ein maßgeblicher Förderer des kulturellen Lebens der Region. 1963 wurde Mangold Vorsitzender des Hessischen Museumsverbandes, von 1968 bis 1974 war er zudem beratendes Mitglied des Aufsichtsrates der documenta GmbH. Darüber hinaus war er in der Historischen Kommission für Hessen, im Landesdenkmalbeirat und dem Kuratorium für den Hessischen Kulturpreis tätig. Zentrales Anliegen Mangolds war stets die Professionalisierung der Museumslandschaft und die Förderung zahlreicher kultureller Projekte. Für sein Engagement erhielt er unter anderem die Goethe-Plakette, den Wappenring der Stadt Kassel und das Große Bundesverdienstkreuz.

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