11. November 2011. Seit April dieses Jahres wird an einem integrierten Klimaschutzkonzept für die Stadt Kassel gearbeitet. In diesem Zusammenhang hatte die Stadt gestern Abend zu einem Forum in den Bürgersaal des Rathauses eingeladen. Das Klimaschutzkonzept soll die Strategie der Stadt Kassel für die nächsten Jahre im Bezug auf CO2- Einsparung, energieeffizenten Umgang mit Ressourcen sowie den Ausbau der erneuerbaren Energie in der Stadt aufzeigen. Fast 70 Interessierte hatten sich eingefunden, um über Handlungsmöglichkeiten für den Klimaschutz in Kassel zu diskutieren.
Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel betonte bei seiner Begrüßung die positiven wirtschaftlichen Impulse für die Region, die von Unternehmen ausgingen, die im Bereich der regenerativen Energien oder der energetischen Sanierung von Gebäuden tätig sind. Hier seien in den vergangenen Jahren über 10.000 Arbeitsplätze entstanden und auch das Aufkommen an Gewerbesteuer habe sich sehr positiv entwickelt. Dr. Barthels Fazit: „Es zeigt sich hier deutlich, dass Ökonomie und Ökologie gut miteinander vereinbar sind.“
Ziel der Veranstaltung war es, mit Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger konkrete Handlungsstrategien zu entwickeln, die in kurz-, mittel-, und langfristige Maßnahmen münden. Zur Einstimmung auf das Thema stellte Dipl.-Ing. Armin Raatz von der Kasseler Agentur KEEA (Klima und Energieeffizienzagentur) den aktuellen Stand der Arbeiten am Klimaschutzkonzept vor. Er zeigte auf, dass sich der CO2-Ausstoß im Bereich der Stadt Kassel insbesondere durch das Engagement der Städtischen Werke AG in die Bereitstellung von klimaneutralen Energieprodukten deutlich reduziert hat. Es gebe jedoch erheblichen Handlungsbedarf bei der Verminderung des Energieverbrauchs, insbesondere in den Bereichen Gebäudeheizung, Stromverbrauch und Kraftfahrzeugverkehr. Neben der dauerhaften Verminderung der CO2-Emissionen könne durch Maßnahmen in diesem Bereich auch Kaufkraft in der Region gehalten werden, die jetzt noch in erheblichem Umfang als Energiekosten abfließe. Abschließend wurden einige der bisher entwickelten Projektvorschläge vorgestellt, die von Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe bis hin zu Beratungsangeboten für Mieter reichen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten regen Gebrauch von der Möglichkeit, Themen zu benennen und zu diskutieren, die aus ihrer Sicht große Bedeutung für den Klimaschutz in Kassel haben. Dabei wurden auch schon sehr konkrete Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet. Von dem Themenfeld „Sensibilisierung und Information von älteren Menschen zur energetischen Gebäudesanierung“ über das Angebot von „regelmäßigen Informationsveranstaltungen für Gebäudebesitzer im Hinblick auf Finanzierung und Förderung von Sanierungsobjekten“ bis hin zu Beiträgen und Projektideen im Bereich Tagungen und Messen „ Klimaneutrale Tagungen in Kassel“ erstreckte sich das Spektrum der Vorschläge aus den engagierten Arbeitsgruppen.
Die Arbeitsergebnisse aus dem Forum, so Dr. Jürgen Drewitz vom Referat für Klima und Energie im Umwelt- und Gartenamt, würden bei der weiteren Entwicklung des integrierten Klimaschutzkonzepts für Kassel berücksichtigt. Er zeigte sich als Veranstalter sehr erfreut über die hohe Beteiligung und das Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Entwicklung und Umsetzung konkreter Projekte und Maßnahmen böten die besten Chancen für einen nachhaltige Verminderung der CO2-Emissionen und zur weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Stadt Kassel durch die Steigerung der regionalen Wertschöpfung.
Weitere Anregungen und Projektideen sind jederzeit willkommen. Kontakt: E-Mail klimaschutz@stadt-kassel.de
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