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Pressemitteilung vom
25. November 2011
Gemeinsam gegen häuslicher Gewalt
Runder Tisch gegen häusliche Gewalt in der Region Kassel

Vorbei sind die Zeiten, als häusliche Gewalt als privates Problem der Betroffenen angesehen wurde. Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Gewalt unabhängig davon, ob sie im öffentlichen Raum oder im familiären Bereich stattfindet, gleichermaßen bekämpft werden muss. 588 Fälle häuslicher Gewalt registrierte die Polizei im Jahr 2010 in der Region Kassel, davon 379 Fälle in der Stadt und 209 Fälle im Landkreis Kassel.

Den Opfern von häuslicher Gewalt wirkungsvoll zu helfen, ist das Ziel der Arbeitsgemeinschaft Runder Tisch gegen häusliche Gewalt, der sich im Februar 2003 in Baunatal gründete. Initiiert hatte ihn die städtische Frauenbeauftragte Irmgard Schüler. Bereits im November 2003 wurde dieser Arbeitskreis durch die Kooperation mit der Kreisfrauenbeauftragten Anna Hesse zu einer auf Kreisebene agierenden Arbeitsgemeinschaft erweitert. Die räumliche Nähe und inhaltliche Verzahnung mit Einrichtungen in und Behörden der Stadt Kassel waren der Grund für eine zweite Erweiterung im Juni 2009.

Die gute Zusammenarbeit von Vertreterinnen und Vertreter von strafverfolgenden Behörden, von Hilfeeinrichtungen, dem Interventionsbereich und dem Gesundheitswesen aus dem Landkreis Kassel konnte mit den neuen Mitgliedern aus Einrichtungen in der Stadt und Kasseler Ämtern fortgesetzt werden.

Dass die Zusammenarbeit gut funktioniert, zeigt nicht nur die gemeinsam getragene Interventionsstelle KAIP, sondern auch die aktualisierter Neuauflage der Broschüre „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt – Interventionsarbeit in der Region Kassel“, die in diesem Monat herausgegeben wird. In der Broschüre stellen die Mitglieder ihre Vorgehensweisen bei Fällen häuslicher Gewalt vor, ergänzt durch einen persönlichen Sicherheitsplan, Gesetzestexte und Adressen von relevanten Beratungsstellen und Einrichtungen. Einen herzlichen Dank sprechen die Schirmherrin Anne Janz, Dezernentin der Stadt Kassel, und die Schirmherren Uwe Schmidt, Landrat des Landkreises, und Manfred Schaub, Bürgermeister der Stadt Baunatal, den Mitgliedern des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt Region Kassel für ihre engagierte Arbeit aus. Ein besonderer Dank gilt auch dem Verein Zahnärzte und Patienten helfen Kindern e. V. für seine finanzielle Unterstützung für die Neuauflage der Broschüre.

Im Fokus der Arbeitsgemeinschaft sind neben den betroffenen Frauen, besonders die Kinder. Sie sind bei Fällen häuslicher Gewalt stets Opfer, auch wenn die Gewalt sich nicht direkt gegen sie, sondern gegen einen Elternteil richtet. In ca. 90 Prozent der Fälle ist dies die Mutter, während der Männeranteil bei den Tätern ebenfalls bei ca. 90 Prozent liegt. Aus diesem Grund konzentriert sich die Arbeit des Runden Tisches auf die Frauen und Kinder als Opfer von Partnergewalt. Dabei ist allen durchaus bewusst, dass auch Männer Opfer und Frauen Täterinnen von Partnergewalt sind. Im Interventions- und Hilfeprozess wird, soweit die Möglichkeiten dafür vorhanden sind, in allen Fällen häuslicher Gewalt gleich verfahren, unabhängig davon, welches Geschlecht das Opfer oder der Täter hat. Traurige Tatsache ist jedoch noch immer, dass die Gewalt gegen Frauen und Mädchen weltweit die am meisten verbreitete Menschenrechtsverletzung ist.

Die Arbeitsgemeinschaft unterstützt und begleitet den Aufbau eines bedarfsgerechten Hilfesystems. Die Umsetzung der Strategien liegt jedoch in der Verantwortung der jeweils damit Befassten. Die Grundlage für eine wirkungsvolle Interventions- und Präventionsarbeit ist ein zudem Hilfesystem, das dem tatsächlichen Bedarf entspricht. „Unverzichtbare Bestandteile eines wirkungsvollen Hilfesystems sind Frauenhäuser, Fachberatungsstellen für Frauen und für Männer, eine Interventionsstelle und das Angebot von Täterarbeit“, so Irmgard Schüler, Leiterin des Arbeitskreises. Dass die Voraussetzung hierfür ist eine verbesserte finanzielle Ausstattung ist, darüber sind sich die drei Frauenbeauftragten Anna Hesse, Dr. Ute Giebhardt und Irmgard Schüler einig.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:


11-05-02 Flyer Runder Tisch



Statistik Opfer+Tatverdaechtigen HG



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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
Handy: 0173/4663794
E-Mail: pressestelle@landkreiskassel.de
http://www.landkreiskassel.de

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