Delegation aus Magdeburgs Partnerstadt Harbin besucht Magdeburg
Ottostadt Magdeburg.
Im Rahmen einer mehrwöchigen Studienreise durch verschiedene Städte Deutschlands zum Thema „Nachhaltiger Stadtumbau und umweltverträgliche Stadtentwicklung“ wird am kommenden Montag (5.12.) die Delegation aus der nördlichsten Provinz Chinas einen Tag in Magdeburg verbringen und sich mit der Stadtentwicklung und den Standortbedingungen der Stadt vertraut machen.
Rainer Nitsche, Beigeordneter für Wirtschaft, wird die Delegation um 12.30 im Alten Rathaus empfangen und sie über den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort informieren. Am Morgen wird Stefan Herrmann aus dem Stadtplanungsamt, Bereich Stadtsanierung und Stadtumbau über die städtebaulichen Veränderungen in Magdeburg in den 20 Jahren seit der Wende berichten. Am Nachmittag ist ein informativer Spaziergang durch die Magdeburger Altstadt und über den Weihnachtsmarkt geplant.
Die 15 Delegationsmitglieder aus Stadtplanungsämtern und Baudezernaten auf Provinz- und kommunaler Ebene wollen sich in ausgewählten deutschen Städten über sozial nachhaltige Stadtentwicklungskonzepte und entsprechende Wohn- und Verkehrsprojekte informieren. Neben einigen Städten im westlichen Teil Deutschlands steht als einzige Stadt in den neuen Bundesländern die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts auf dem Programm des Studienaufenthaltes der Gruppe. Das Ziel wurde bewusst gewählt. Zum einen haben die vielen städtebaulichen Veränderungen gerade im Rahmen der IBA Magdeburg auch über seine Grenzen hinweg bekannt gemacht, zum anderen gestaltet sich gerade in den letzten beiden Jahren die Städtepartnerschaft mit der Hauptstadt der Provinz Harbin sehr dynamisch und lebendig.
Hintergrundinformationen zur Städtepartnerschaft mit Harbin
Bereits seit 2001 gibt es Kontakte zwischen Magdeburg und Harbin, wechselseitig haben Delegationen aus Harbin Deutschland und Magdeburg besucht bzw. Delegationen aus Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt die Region Harbin in China. Ziel war und ist dabei vor allem der Auf- und Ausbau wirtschaftlicher und kultureller Kontakte zwischen beiden Regionen.
Am 2. Juli 2008 haben Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der damalige Bürgermeister von Harbin Zhang Xiaolian im Alten Rathaus zu Magdeburg die Partnerschaft beider Städte vertraglich besiegelt. Die chinesische Stadt Harbin ist – nach Sarajevo, Braunschweig, Nashville, Saporoshje und Radom – die sechste Stadt, mit der Magdeburg eine offizielle Städtepartnerschaft pflegt.
Mit ihrer Partnerschaft wollen beide Städte den Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen Formen in den Bereichen Kultur, Tourismus, Bildung, Handel usw. fortsetzen mit dem Ziel, einen Beitrag zur gemeinsamen Entwicklung und zum Wohlstand zu leisten. Im Sinne des gegenseitigen Verstehens sollen außerdem Begegnungen und Projekte zwischen den Bürgern beider Städte gefördert werden, um ihnen eine aktive Mitgestaltung der Partnerschaft zu ermöglichen.
Hintergrundinformationen zur Stadt Harbin
Harbin ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Heilongjiang. Durch die ganzjährig kalten Temperaturen wird die Stadt auch "Stadt des Eises" genannt. Heilongjiang liegt direkt an der Grenze zu Russland. Diese Nähe zu Russland macht sich in Harbin bemerkbar, die Stadt hat ein bezauberndes russisches Flair. Das Stadtbild erinnert an das russische St. Petersburg. Neben der russischen Architektur finden sich interessante Tempelanlagen. Zudem profitieren die Einwohner vom russisch-chinesischen Grenzhandel, der Stadt geht es dadurch wirtschaftlich sehr gut.
Die Region verfügt über reiche Kohle- und Erdölvorkommen, die der Stadt deutlich zu Wohlstand und Bekanntheit verholfen haben. Ein jährlicher Höhepunkt in Harbin ist das weltberühmte Eislaternenfest.
Die Stadt entwickelte sich erst zum Ende des 19. Jahrhunderts. Vor dieser Zeit war Harbin lediglich ein kleiner unbedeutender Fischerort. Durch die bessere Anbindung mit der Bahn und durch den Bau von Brücken im Land kamen immer mehr Menschen nach Harbin. 1918 gab es bereits 200.000 Einwohner. Viele jüdische Familien flohen im Laufe der Zeit vor dem russischen Zaren und den Pogromen in diese Stadt und fanden dort eine neue Heimat.
|