Auslaufen der Städtischen Realschule beschlossen

02.12.2011 | Herten

Zahlreiche Besucher verfolgen Entscheidungen des Rates

Selten gab es so viele Besucher bei einer Ratssitzung: Rund 90 Zuschauerinnen und Zuschauer, darunter eine große Zahl an Schülern der Städtischen Realschule und der Martin-Luther-Schule, verfolgten am gestrigen Donnerstagabend gespannt die Entscheidungen der Politik.

Der längste Tagesordnungspunkt, dem wohl auch das meiste Interesse galt, drehte sich um die Weiterentwicklung der Hertener Schullandschaft. Keine leichte Entscheidung, die der Rat da zu fällen hatte – schließlich ging es unter anderem um das Auslaufen der Städtischen Realschule. Nachdem die teils sehr gegensätzlichen Argumente erneut abgewogen und kontrovers diskutiert worden waren, entschied sich die Politik mit großer Mehrheit, das langsame Auslaufen der Schule bis zum Jahr 2015 zu beschließen und gleichzeitig einer neuen Schulform – der Sekundarschule – am Standort der Martin-Luther-Schule in Westerholt den Weg zu ebnen. Bürgermeister Dr. Uli Paetzel betonte, dass diese Maßnahme vor dem Hintergrund schwindender Schülerzahlen und dem Elternwahlverhalten unerlässlich sei und gleichzeitig eine Chance darstelle, die pädagogische Vielfalt in der Stadt auch langfristig zu sichern.
Mehr zum Thema Schulen in der aktuellen Sonderausgabe "Herten macht Schule" unter http://www.presse-service.de/data.cfm/medien/109760P.pdf


Ähnlich einmütig zeigte sich die Politik beim Thema Gebühren. Zwar war man sich einig, die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger weiterhin möglichst gering halten zu wollen, dennoch seien moderate Gebührenerhöhungen in einigen Bereichen für das nächste Jahr nötig. In der Entwässerung werden die Kosten um rund 4,1 (Beispielrechnung für Kleinfamilie im Einfamilienhaus) bis 4,5 Prozent (Mehrfamilienhaus mit 30 Personen) steigen. Die Friedhofsgebühren steigen je nach Bestattungsart und Zusatzleistungen wie Nutzung der Trauerhalle und Aufbahrung um 2,3 bis 2,9 Prozent, die Straßenreinigungskosten pro Frontmeter um 2,96 Prozent. Gute Nachrichten gibt es aus der Abfallentsorgung: Hier bleiben die Gebühren konstant oder werden nur ganz geringfügig angepasst (+0,15 Prozent).

Einen Schritt zur Weiterentwicklung der Hertener Familienpolitik und des Systems der frühen Hilfen hat die Politik mit ihrer Zustimmung zum "Audit familiengerechte Kommune" beschlossen. Durch die Teilnahme an dieser Zertifizierung soll erreicht werden, dass sich alle für Kinder, Jugendliche und Familie zuständigen Stellen und Träger in der Stadt noch stärker untereinander vernetzen und eine "Verantwortungsgemeinschaft" bilden. So sollen soziale Probleme früher erkannt, Hilfeleistungen noch besser koordiniert und vorhandene Ressourcen optimal ausgeschöpft werden. Begleitet wird der Zertifizierungsprozess durch den gemeinnützigen Verein "Familiengerechte Kommune e.V.".

Ebenfalls beschlossen wurde das Stadtentwicklungskonzept "Herten2020", das im vergangenen Jahr unter umfangreicher Beteiligung interessierter Hertener Bürgerinnen und Bürger erarbeitet worden war und zentrale Handlungsfelder in den Hertener Themenschwerpunkten "Neue Energien – Bildung – Mitmachstadt" für das kommende Jahrzehnt darstellt.

"Mitmachen" ist auch beim traditionellen Jahresprogramm "Herten putzt sich raus" gefragt, das auch dieses Jahr wieder im Rat präsentiert wurde. "Eine saubere Stadt erhöht die Lebensqualität – und ist nur als Gemeinschaftsaufgabe zu erreichen", betonte Uli Paetzel. Neben den Aktivitäten des ZBH zur Verschönerung der Ortseingänge, zur Grünflächenpflege und zum Blumenschmuck im Stadtbild, sowie des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) zur Überwachung von Kinderspielplätzen, Grünanlagen und anderen zentralen Bereichen der Stadt, sind auch 2012 die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich an der Gestaltung und Verschönerung ihrer Stadt zu beteiligen. Ob Kleingartenwettbewerb, Meldungen an die „Sauber-Hotline“ oder gemeinsamer Frühjahrsputz – jeder kann einen kleinen Teil zu einem ansprechenden Stadtbild beitragen.

Pressekontakt: Pressestelle, Nele Däubler (Pressesprecherin), Tel: 02366/303-357, Mail: n.daeubler@herten.de