09. Dezember 2011. Kassels Ehrenbürgerin und berühmte Schriftstellerin Christine Brückner würde am Samstag, 10. Dezember, 90 Jahre alt. Aus diesem Anlass ist jetzt ihr Ehrengrab auf dem Friedhof ihres Geburtsortes Schmillinghausen bei Bad Arolsen durch das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel und die Brückner-Kühner-Stiftung aufgewertet worden. „Christine Brückner ist und bleibt unvergessen in Kassel“, sagte Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel namens des Magistrats der Stadt.
Das berühmte Kasseler Schriftsteller-Ehepaar Christine Bückner und Otto Heinrich Kühner hatte viele Gemeinsamkeiten. Beider Geburtsjahr war 1921, beide starben – nur zehn Wochen nacheinander – im Jahr 1996. Sie wurden, wie sie es sich gewünscht hatten, gemeinsam auf dem Friedhof in Schmillinghausen bestattet.
Christine Brückner war eine der berühmtesten Schriftstellerinnen der noch jungen Bundesrepublik. Ihr Debütroman „Ehe die Spuren verwehen“ war preisgekrönt, ihre Bücher „Jauche und Levkojen“ sowie „Nirgendwo ist Poenichen“ wurden für das Fernsehen verfilmt. Auch die Aufzeichnungen „Mein schwarzes Sofa“ und die Theatermonologe „Wenn Du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ begründeten ihren literarischen Erfolg.
Brückner wurde als Tochter eines Pfarrers geboren, 1934 zog die Familie nach Kassel. Nach Abitur und Examen als Bibliothekarin studierte sie Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie in Marburg. Seit 1960 lebte sie wieder in Kassel, ab 1967 mit ihrem zweiten Mann, dem Schriftsteller Otto Heinrich Kühner, dem Schöpfer des „Pummerer“, der in zahlreichen Zeitungen einem breiten Publikum bekannt wurde: Er schrieb Romane, Erzählungen, Lyrik sowie Hörspiele und erhielt mehrere Preise. Christine Brückner war von 1980 bis 1984 Vizepräsidentin des deutschen P.E.N., ausgezeichnet wurde sie u.a. mit der Goethe-Plakette des Landes Hessen und dem Großen Bundesverdienstkreuz.
1984 gründete das Paar die Brückner-Kühner-Stiftung, die seither jährlich den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergibt und heute im ehemaligen Wohnhaus ihrer Namensgeber untergebracht ist. Der dortige Brückner-Kühner-Platz ist eine bleibende Erinnerung im Stadtbild von Kassel.
Weitere Informationen: www.brueckner-kuehner.de
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