13. Dezember 2011. Bei einer kleinen Feierstunde in der neu geschaffenen Aschrott-Halle im Rathaus haben Stadträtin Anne Janz und Gerd Bechtel, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Kassel, acht neuen Pflegebegleiterinnen ihre Zertifikate überreicht. Hinter ihnen liegt ein 60 Stunden umfassender Kurs, in denen die Frauen sich neben rechtlichen und organisatorischen Fragen der Pflege mit der Situation pflegender Angehöriger auseinander setzten.
Das Tätigkeitsprofil der Pflegebegleitung wurde 2003 bis 2008 im gleichnamigen Bundesprogramm entwickelt und soll Familien bei der Versorgung ihrer Angehörigen unterstützen. Auf Initiative des städtischen Referats für Altenhilfe und in Trägerschaft der Evangelischen Diakoniestationen wurden damals bereits drei Schulungen für interessierte Bürgerinnen durchgeführt. Nach Auslaufen der Förderung übernahm das Diakonische Werk Kassel die Trägerschaft und stellt seither aus eigenen Mitteln die Koordination der Pflegebegleiterinnern – von denen auch nach fünf Jahren noch zwölf aktiv sind – sicher.
Dank einer Spende konnte die Stadt Kassel nunmehr einen neuen Ausbildungsgang ermöglichen und die Organisation des Angebotes verbessern. Wesentlich hierbei ist die Vernetzung mit den Diensten und Angeboten rund um die Pflege, allen voran der Beratungsstelle ÄLTER WERDEN/dem Pflegestützpunkt Kassel.
Jugend- Gesundheitsdezernentin Anne Janz sieht in den Aufgaben der Pflegebegleiterinnen Parallelen zu den Stadtteilmüttern, die inzwischen erfolgreich in mehreren Stadtteilen Familien bei Erziehungsfragen begleiten.
Die Kasseler Pflegebegleiterinnen sind Teil des Hessischen Netzwerks Pflegebegleitung, das sich mit Unterstützung von Land und Pflegekassen aktuell dafür einsetzt, dass Pflegebegleitung hessenweit zum Begriff und zur selbstverständlichen Brücke zwischen Familien und professionellen Hilfen wird. „Die Pflegebegleiter sind ein gutes Beispiel dafür“ so Gerd Bechtel, „wie angesichts scheinbar immer größer werdender Probleme – hier das der steigenden Zahl von hochaltrigen und hilfsbedürftigen Menschen – unserer Gesellschaft neue Formen der Unterstützung und der mitmenschlichen Solidarität erwachsen.“
Wer die Unterstützung durch eine Pflegebegleiterin sucht oder sich für die Ausbildung interessiert, wendet sich an Elke Just-Lindemann, Diakonisches Werk Kassel, Telefon (05 61) 7 12 88-14, Mail: pflegebegleiter@dw-kassel.de, Marianne Funk, Beratungsstelle ÄLTER WERDEN - Stadt Kassel, Telefon (05 61) 7 87-56 33, Mail: marianne.funk@stdt-kassel.de.
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