Gedenkstunde für den einstigen Oberbürgermeister Herrmann Beims
Landeshauptstadt ehrt den „Bauherren eines neuen Magdeburgs“
Ottostadt Magdeburg.
Modernisierung, Aufbruch, Metropolenstreben. Dafür ist Herrmann Beims bekannt geworden. Von 1919 bis 1931 lenkte der Sozialdemokrat als Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt Magdeburg. Aus Anlass seines 80. Todestages ehrt die Stadt ihn am Dienstag, den 20. Dezember um 14.00 Uhr an seinem Grab auf dem Magdeburger Westfriedhof.
Neben Oberbürgermeister Dr. Trümper und weiteren Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft wird auch Herrmann Beims Enkelin Inge Beims zu der Gedenkfeier erwartet.
„Wir ehren mit Herrmann Beims den Bauherrn des neuen Magdeburg“, so der Oberbürgermeister. „Die von Beims geprägte ‚Magdeburger Moderne’ umfasste nicht nur die Stadtplanung, sondern auch soziale Reformen, Verbesserungen in den Kindereinrichtungen und Krankenhäusern der Stadt, eine hervorragende Jugendarbeit und die Chance zur Verwirklichung reformpädagogischer Ansätze an den Schulen. Mit seiner Offenheit für neue Ideen und seinem auch in schwierigen Zeiten nie nachlassenden Tatendrang ist er bis heute ein Vorbild.“
Beims, der zunächst den Beruf eines Tischlers lernte und später ein Gartenrestaurant in Osterode führte, kam als Arbeitersekretär in Magdeburg das erste Mal mit kommunalpolitischen Themen in Berührung. 1917 wurde er der erste sozialdemokratische Stadtrat Magdeburgs. In den Wirren der Novemberrevolution zeigte er sich als besonnener Schlichter und rief erfolgreich zum Gewaltverzicht auf. Daraufhin wählte eine große Mehrheit der Stadtverordneten Herrmann Beims am 24. April 1919 zum Oberbürgermeister. Sein politisches Ziel war die Gestaltung eines modernen Magdeburgs als Zentrum des Aufbruchs in der jungen Weimarer Republik. Damit stieß er zunächst auf einigen Widerstand vor allem auf Seiten konservativer Kräfte
Während seiner zwölfjährigen Amtszeit überzeugte er auch Skeptiker von seinen Vorhaben. Für den Bau moderner Wohnsiedlungen, die Etablierung Magdeburgs als Messestadt und das Streben nach einer Metropolenstellung in Mitteldeutschland gab es einen breiten Konsens in der Stadt.
Auch die Besetzung hochrangiger Ämter mit unkonventionellen Köpfen wie den Stadtbauräten Bruno Taut und Johannes Göderitz, dem Schulreformer Hans Löscher oder dem Mediziner Paul Konitzer erwies sich als kluger Schachzug für die Stadtentwicklung. Ihre Namen stehen - ebenso wie der von Herrmann Beims - noch heute für Magdeburgs städtebaulichen und sozialen Aufbruch in die Moderne.
Errungenschaften aus Beims Amtszeit sind neben dem Messeensemble auf der Rotehorninsel, der heutigen Beimssiedlung und vielen weiteren modernen Bauten auch umfangreiche Reformen im Sozial-, Schul- und Gesundheitswesen der Stadt.
In Magdeburg ist neben der Beimssiedlung und der Beimsstraße auch die berufsbildende Schule für Gastronomie und Ernährung nach dem verdienten Politiker und früheren Gastwirt benannt.
Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger sind herzlich eingeladen, am kommenden Dienstag um 14.00 Uhr an der Gedenkfeier auf dem Westfriedhof teilzunehmen.
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