Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 22. Dezember 2011

Weihnachtspost in alle Welt

Bürgermeister Peter Nebelo schreibt ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern

Bocholt (PID).

Auch in diesem Jahr schickt Bürgermeister Peter Nebelo wieder "Grüße zum Jahreswechsel aus Bocholt" an ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mibürgern sowie ihren Familien. Insgesamt 19 Briefe gehen rund um den Globus.

"Die Stadt Bocholt hat derzeit eine neue Vision, die unter dem Kunstwort "KuBAaI" inzwischen regional bekannt ist", schreibt Nebelo in seinem diesjährigen Weihnachtsbrief über die Neuigkeiten aus den vergangenen 12 Monaten in Bocholt. Er berichtet so den ehemaligen Bocholterinnen und Bocholtern von dem Städtebauprojekt an der Bocholter Aa zwischen Innenstadt und Aa-See, Industriestraße und Don-Bosco-Straße. "Wo heute alte Produktionshallen und Spinnereigebäude, Maschinenhallen und Schornsteinreste von einer längst vergangenen, blühenden Bocholter Textilproduktion zeugen," so der Bürgermeister, "sollen künftig in einem urbanen Quartier Menschen arbeiten und wohnen, Freizeit verbringen und Kultur erleben." 

Neben diesem Projekt erzählt Nebelo auch vom European Energy Award, einem Preis, den Bocholt für seine vorbildliche Klimapolitik im Herbst verliehen bekommen hat. Darüber hinaus übersendet er das neue Bocholter Luftbildposter. In jedem Jahr lädt er die ehemaligen jüdischen Mitbürger auch ein, wieder einmal die alte Heimat zu besuchen. Im vergangenen Jahr besuchte Gerardo Mera Euler mit seiner Familie die Stadt.

Mit einem kurzen Bericht über die Ausstellung "Spuren in Riga" geht der Bürgermeister auf die Erinnerungsarbeit in Bocholt ein. Die Ausstellung zeigte Fotos, die Schüler der Hohe-Giethorst-Schule 2010 in der Gedenkstätte Riga-Biekerniki sowie in den Vernichtungslagern um Riga gemacht haben. Dort wurden über 30.000 Juden aus Deutschland, Österreich, der Slowakei und Tschechien ermordet. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. hat die Gedenkstätte in Riga-Biekerniki geschaffen. Anlass für die Ausstellung war die Deportation von 25 Bocholterinnen und Bocholtern jüdischen Glaubens vor 70 Jahren am 10. Dezember 1941 nach Riga, nur zwei überlebten: Henny Hochheimer und Meta Metzger konnten 1945 in das kriegszerstörte Bocholt zurückkehren.

Mit einem Spruch des französischen Mathematikers und Philosophen Blaise Pascal: „Es gibt bereits alle guten Vorsätze, wir brauchen sie nur noch anzuwenden“ und den besten Wünschen für das neue Jahr, beschließt Nebelo den Brief.

Die Tradition der Weihnachtspost zum Jahreswechsel wurde in den 80er Jahren vom verstorbenen Oberbürgermeister Günther Hochgartz ins Leben gerufen. Alle nachfolgenden Bürgermeister haben die Tradition gerne fortgesetzt und freuen sich immer, wenn die eine oder andere Reaktion auf den Brief von ehemaligen Bocholterinnen und Bocholtern folgt. 

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Zentrale Verwaltung, Partnerschaftsbeauftragte Petra Taubach, Telefon 0 28 71 95 33 28, E-Mail: ptaubach@mail.bocholt.de