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| Pressemitteilung vom 27. Dezember 2011 |
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Zukunftskataster im Entstehen – Studenten auf Erhebungstour Reinhardshagen/Kreis Kassel. Miriam Engemann und Janne Jakob Fleischer nehmen es genau: Jedes leerstehende Gebäude und jede Baulücke im Reinhardshagener Ortsteil Veckerhagen von den beiden Studenten des Fachbereichs Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung der Universität Kassel erfasst. „Außerdem erheben wir Geschäfte, Gaststätten und Dienstleister aus allen Wirtschaftsbereichen sowie die Angebote im Bereich der sozialen und öffentlichen Infrastruktur“, berichten Engemann und Fleischer. Zweck des Erhebungsaufwands ist die Erstellung der Grundlage für ein Zukunftskataster für den Landkreis Kassel. „Wir wollen mit den erhobenen Daten die Entwicklung in den Orts- und Stadtteilen im Landkreis transparent machen“, erläutert Andreas Güttler, Geschäftsführer des Zweckverbandes Raum Kassel (ZRK), der das Projekt mit den Studenten der Universität Kassel und die technische Umsetzung der Daten in detailgenaue Lagekarten betreut. Die Idee, eine Datengrundlage für die durch den demographischen Wandel verursachten Veränderungen in den Kommunen im Landkreis zu schaffen, wurde im Arbeitskreis Demographie des Landkreises Kassel entwickelt. „Die Anregung kam vom Verein Region Kassel-Land, der für seine Arbeit bereits einzelne Daten zusammengestellt hatte“, informiert Peter Nissen, Abteilungsleiter Dorferneuerung und Regionalentwicklung beim Amt für den ländlichen Raum in Hofgeismar. Der Weg zum Zukunftskataster war dann noch mit einer Reihe von technischen und organisatorischen Problemen gepflastert. „Im März 2011 wurde das Projekt den Bürgermeistern im Landkreis vorgestellt – und viele waren begeistert“, so ZRK-Geschäftsführer Güttler. Nach einer Pilotphase, die im September 2011 abgeschlossen werden konnte, läuft jetzt bis April die Erhebung von Daten in den 13 kreisangehörigen Kommunen. Güttler: „Insgesamt beteiligen sich bis jetzt 18 der 29 Kommunen im Kreis“. Mit dem Zukunftskataster erhalten Politik und Bürger eine belastbare Grundlage bei Entscheidungen und Planungsüberlegungen. „Gerade in der Dorferneuerung spielen kommunale Entwicklungskonzepte eine immer größere Rolle – mit dem fertigen Zukunftskataster ist hier eine wichtige Vorarbeit bereits erledigt“, betont Dorferneuerungsexperte Nissen. Ein weiterer positiver Effekt der Datenerhebung ist die Sensibilisierung der Bevölkerung und der Kommunalpolitik. „Wenn man auf einen Blick feststellen kann, welche Häuser nicht mehr bewohnt sind und wo Geschäfte leer stehen, wird schneller deutlich, welche Probleme bestehen und welche Handlungsnotwendigkeiten bestehen“, sind sich Güttler und Nissen einig. Dieser „Blick aufs Ganze“ schließe auch den Blick über den Tellerrand des eigenen Ortes mit ein. „Warum kann man nicht darüber nachdenken, statt der Sanierung von zwei Bürgerhäusern in zwei benachbarten Orten sich auf etwas Gemeinsames zu einigen“, gibt Güttler zu bedenken. Diesen Gedanken greife auch die Neuregelung der Hessischen Dorferneuerung auf, die statt einzelner Ortsteile seit diesem Jahr mehrere Ortsteile einer Kommune berücksichtigt und damit auch die gemeinschaftliche Nutzung von Infrastruktur fördern will, ergänzt Nissen. Wenn die von den Studenten erhobenen Daten eingepflegt sind, wird das Zukunftskataster in Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen aktuell fortgeschrieben, so dass die Datenlage ein aktuelles Bild der Entwicklung wiedergibt. „Für uns ist das auf jeden Fall eine sehr hilfreiche Erfahrung der Probleme und Herausforderungen für den ländlichen Raum, von der wir für unser Studium und sicher auch danach profitieren werden“, bilanzieren die beiden Studenten. Auch für die besuchten Orte bringt der „Blick von außen“ der Studierenden zählbares. „Da fällt manches auf, was vor Ort übersehen wurde“, verweist ZRK-Geschäftsführer auf die Erfahrung aus den Pilotkommunen. So seien bereits für acht Kommunen von den Studenten des Fachbereichs Architektur, Stadt- und Freiraumplanung Lösungsvorschläge entwickelt worden. „Die Vorschläge reichen vom Wohnen für alle Generationen in Helsa-Wickenrode über eine Solar-City auf einer Konversionsfläche in Fuldatal-Rothwesten“, so Güttler abschließend.
Hintergrund: Am 31. Dezember 2010 lebten im Landkreis Kassel 236.986 Menschen. Ende 2030 werden es nach Berechnungen des Hessischen Statistischen Landesamtes 212.430 sein. In dieser Entwicklung wie auch in der Zahl der steigenden Bevölkerung über 65 Jahren (aktuell 22,5 Prozent der Bevölkerung – 2030: 31,9 Prozent) liegen Herausforderungen und Chancen gleichermaßen. Mit dem Arbeitskreis Demographie versucht die Kreisverwaltung rechtzeitig die Grundlagen für die richtigen Entscheidungen zu treffen, um den ländlichen Raum im Landkreis Kassel in seiner Lebensfähigkeit zu erhalten. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten: Zukunftskataster 002 Auf dem Foto sieht man von links nach rechts Peter Nissen (Amt für den ländlichen Raum), Ute Raband (Verein Region Kassel-Land), Miriam Engemann und Janne Jakob Fleischer, Bürgermeister Fred Dettmar, Andreas Güttler (Geschäftsführer ZRK), Franziska Thöne und Sandra Kambach (Mitarbeiterinnen ZRK) vor einem bewohnten Haus in Veckerhagen.
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