
Seinem Studium der Volkswirtschaftslehre ließ der Diplom-Volkswirt ein Referendariat für den höheren Verwaltungsdienst im nordrhein-westfälischen Innenministerium folgen, 1998 stellte ihn die Stadt Solingen ein. Dort war er zunächst im Büro des Oberbürgermeisters tätig, 2003 folgte der Wechsel in den Bereich Finanzmanagement. Dort stieg Wieneke im Oktober 2009 vom stellvertretenden Leiter zum Leiter auf.
Im Kreishaus soll Wieneke den Fachbereich 2 übernehmen. Dort sind zurzeit die Bereiche Finanzen, Kreisentwicklung und Arbeit gebündelt. Die offizielle Bestellung zum Kämmerer muss durch den Kreistag erfolgen. „Wir sind uns sicher, dass Daniel Wieneke die damit verbundenen Herausforderungen bewältigen wird. Schließlich ist er nicht nur ein ausgewiesener Finanzfachmann, der mit den Abläufen in einer Kommunalverwaltung sehr vertraut ist. Im Solinger Rathaus hat er sich neben den Finanzen samt Haushalt und Haushaltssicherung auch mit den Themen Beschäftigungsförderung und Wirtschaftsförderung, Beteiligungspolitik und Betreuung von Tochterunternehmen beschäftigt“, begründet Landrat Dr. Arnim Brux die Entscheidung.
Stichwort Kämmerer
Das Wort geht auf das Hof- und Klosteramt des Camerarius und das Erzamt des Archicamerarius zurück und stammt vom lateinischen Begriff camera, Kammer. Im Mittelalter wurde damit ein Bediensteter fürstlicher Höfe oder der Inhaber eines Klosteramts bezeichnet, im Sinne eines Finanzbeamten. Später verlor er diese Funktion an den Schatzmeister. Ursprünglich hatte der Kämmerer eines der alten Hofämter inne. Der Landeskämmerer war in einigen Gegenden eine obrigkeitliche Person, die für die herrschaftlichen Einnahmen einer ganzen Provinz verantwortlich war.
Heute bezeichnet das Kommunalverfassungsrecht in Nordrhein-Westfalen mit Kämmerer denjenigen, der neben dem Bürgermeister oder Landrat für die finanziellen Angelegenheiten einer Kommune verantwortlich ist und der unter anderem alljährlich den Haushaltsplan aufstellt. In der Regel sind ihm die Kämmerei, die Kasse und das Steueramt unterstellt. Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind diese Sachgebiete aktuell mit den Bereichen Liegenschaften, Kreisentwicklung und Beteiligungen sowie dem Jobcenter EN im Fachbereich 2 zusammengefasst.