13. Januar 2012. Die Anzahl wohnungsloser Menschen in Kassel sei in den vergangenen Jahren nahezu gleichbleibend, teilte jetzt ein Sprecher im städtischen Pressedienst mit. Waren im Jahr 2005 in Kassel 825 Personen wohnungslos gemeldet, so betrug zum Jahresende 2011 die Anzahl 840 Personen. Jedoch sei verstärkt zu beobachten, so der Sprecher weiter, dass immer mehr junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren sowie mehr psychisch Kranke und Personen mit Alkohol- und Suchtproblemen Beratungen und individuelle Hilfen in Anspruch nehmen müssten.
Die Anzahl der Obdachlosen in der Stadt sei dagegen von 226 Personen im Jahr 2007 auf 298 Personen zum Jahresende 2011 stärker gestiegen. Vor allem die Personengruppe der alleinlebenden Obdachlosen betrage mittlerweile fast 80 Prozent (im Vergleich: 2007 betrug sie unter 70 Prozent). Eine Vermittlung in einen Mietvertrag werde deutlich erschwert, da viele alleinlebende Obdachlose zusätzlich unter psychischen Erkrankungen und Suchtproblematiken leiden. Das Angebot an kostengünstigen Wohnungen sei in Kassel sowieso durch die gestiegene Anzahl der Studenten begrenzt, so der Sprecher weiter. Die Zentrale Fachstelle Wohnen im Sozialamt organisiere daher verstärkt die Unterbringung der alleinstehenden Obdachlosen in Wohngemeinschaften.
Begrifflichkeiten:
Als obdachlos gelten Kasseler Bürger/innen, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Wohnung verloren haben. Die Stadt Kassel ist mit der Zentralen Fachstelle Wohnen verpflichtet, diese Menschen unterzubringen. Vorrangiges Ziel der Mitarbeiter/innen ist es aber, die Obdachlosigkeit z.B. durch die Regelungen von Mietrückständen oder Verhandlungen mit Vermietern zu vermeiden.
Als wohnungslos gelten Menschen, die z.B. nach Haftentlassung, Entlassung aus einer Einrichtung, einem Krankenhaus oder aufgrund von Suchtmittelmissbrauch, als Durchreisende usw. ohne Wohnung sind. Für diese Menschen steht in der Stadt Kassel ein umfangreiches Hilfesystem zur Verfügung, dass mit Beratung, Soforthilfe, Unterbringung, Sicherung des Lebensunterhaltes unterstützt. Ziel ist es vor allem, die dauerhafte Wiedereingliederung zu erreichen.
Dafür stehen
• die Beratungsstelle Wohnungslose/Haftentlassene des Sozialamtes,
• der Verein Soziale Hilfe e.V. mit Beratung, der Tagesaufenthaltsstätte Panama, Notschlafstellen,
• das Sozialcenter der Heilsarmee mit der Übernachtungseinrichtung,
• das Diakonische Werk Kassel mit seinen Hilfeangeboten und
• die Drogenhilfe Nordhessen e.V. mit dem Cafe Nautilus und der Notschlafstelle zur Verfügung.
Für die Stadt Kassel sei vor allem wichtig, dass jeder Mensch in einer Notsituation sofort die richtige Hilfe und Unterstützung bekomme. „Gerade jetzt im Winter soll jeder ein Dach über dem Kopf haben“, erklärte der Sprecher abschließend.
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