
Oft sind es gut ausgebildete junge Mütter - oder mehr und mehr auch Väter - die, sobald sich Nachwuchs einstellt, zu Hause bleiben, um sich der Familie zu widmen. „Dies geschieht nicht immer ganz freiwillig, schließlich ist es eine schwierige Aufgabe, Kinderbetreuung und eine frühzeitige Rückkehr in den Beruf organisatorisch und finanziell unter einen Hut zu bringen“, beschreibt Dieter Wagner, Projektkoordinator der EN-Agentur, die Probleme.
Warum insbesondere Tagesmütter hier ein Ausweg sein können, das erläuterten in Hattingen die Referenten Peter Wiemann und Andrea Stock-Sieger. Ihre Erkenntnis: Im Vergleich zu Betriebskindergärten, deren Einrichtung insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sein können, biete ein System mit Tagesmüttern deutlich bessere Möglichkeiten, die gewünschte Lösung zu finden. Egal, ob ein 2-jähriger jeden Vormittag ab 7 Uhr und für vier Stunden zu Hause oder ein 4-jähriger für fünf Stunden in einer Gruppe bei einer Tagesmutter beaufsichtigt werden soll, egal, ob ein 7-jähriger an wechselnden Tagen nach der Schule oder eine 8-jährige während der Sommerferien zu betreuen ist, mit einem Netz an Tagesmüttern seien vielen Wünsche und Anforderungen zu erfüllen.
Stock-Sieger, die als pädagogische Fachberaterin für das Dortmunder Unternehmen „Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung“ tätig ist, berichtete aus ihrer täglichen Praxis, beschrieb, wie Arbeitnehmern und Arbeitgebern unter die Arme gegriffen wird. „Wir verfügen über gut ausgebildete Tagesmütter und Kinderfrauen, beraten Eltern sehr individuell und können ihnen passgenaue Angebote machen. Die für Beratung und Vermittlung anfallenden Kosten übernimmt der Arbeitgeber, der mit uns zusammenarbeitet, die Betreuungskosten selbst tragen die Eltern. Diese sind selbstverständlich je nach Zahl der Betreuungsstunden und -zeiten, dem Alter der Kinder oder dem Ort der Betreuung sehr unterschiedlich.“
„Optimal ist es natürlich“, so berichtete eine der Teilnehmerinnen, „wenn der Arbeitgeber zusätzlich auch noch eine flexibel gestaltete Arbeitszeit anbietet. Dann spricht wie in meinem Fall nur noch sehr wenig gegen eine frühzeitige Rückkehr an den Arbeitsplatz.“
Abgeschlossen wird die Veranstaltungsreihe „Beruf + Familie.Innovativ“ am Donnerstag, 23. Februar in Witten. „Dann geht es in den Räumen der Völker AG ab 17 Uhr um den Widerspruch zwischen Berufstätigkeit und Pflege. Wir wollen Wege aufzeigen, wie dieser aufgelöst werden kann und wie es gelingt, pflegebedürftige Angehörige zu betreuen und dennoch berufstätig zu sein“, kündigt Wagner an. Weitere Information erhalten Interessierte bei Dieter Wagner, 02324/5648 16, wagner@en-agentur.de.
Stichwort EN-Agentur
Seit 1996 unterstützt die EN-Agentur mit Sitz in Hattingen die Arbeit der örtlichen Wirtschaftsförderungen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Sie ist Dienstleister für Unternehmen, bearbeitet gemeinsam mit Partnern strategische Vorhaben und vermarktet die Region nach Außen. Die Arbeit der Agentur erstreckt sich im Einzelnen auf die Schwerpunkte Wirtschaftsförderung, Tourismusförderung und Regionalmarketing. Internet: www.en-agentur.de.