Der Landkreis Leer erhält seit mehreren Jahren einen wirtschaftlichen Schub nach vorne wie nie in seiner Geschichte. Er entwickelt immer noch Kraft. „Das einstige Armenhaus wächst zu einer Boom-Region", stellt Landrat Bernhard Bramlage in seinem Jahresrückblick fest. Nie gab es im Landkreis Leer so viele Jobs wie heute.´
Die Zahlen der Agentur für Arbeit und des Zentrums für Arbeit des Landkreises weisen die rasante Entwicklung schon mehrere Jahre aus, jetzt hat ein Forschungsinstitut, die Oldenburger Regio GmbH, sie bestätigt. Während der Nordwesten für das letzte halbe Jahrzehnt einen Beschäftigten-Boom von durchschnittlich neun Prozent ausweist, ragt der Landkreis Leer mit 17,8 Prozent neben dem Landkreis Emsland mit gleicher Steigerungsrate deutlich heraus.
„Damit nehmen wir einen Spitzenplatz ein", sagte Landrat Bramlage. Dieser Spitzenplatz beweist seine Qualität besonders im Vergleich zu Niedersachsen und zu Westdeutschland, wo die ermittelten Werte bei 6,5 und 5,7 Prozent liegen.
Landrat Bramlage nennt als Grund eine „kleine wirtschaftliche Revolution": Wie im übrigen Ostfriesland setzten im Landkreis Leer Unternehmen und Kommunen frühzeitig auf erneuerbare Energie, vor allem auf Windstrom. Die Energiewende gab dem Trend zu den Erneuerbaren noch einmal starken Rückenwind. Aber auch die Maritime Wirtschaft sorgte für Dynamik und Qualität auf dem Arbeitsmarkt. Nicht zuletzt profitiert der Landkreis Leer von den erfolgreichen Weltfirmen Meyer-Werft in Papenburg und VW in Emden.
Der Landkreis sieht mit seinen Kommunen und der Wirtschaft längst über den Tellerrand. Sie sind eng verzahnt mit den Partnern zwischen der Grafschaft Bentheim und der Nordsee. Das Bindeglied ist der Verein „Wachstumsregion Ems-Achse", in dem der Landkreis für die Maritime Wirtschaft die Feder führt. Bramlage gibt der Wachstumsregion die Note „außerordentlich gut".
Den wirtschaftlichen Aufschwung markieren auch die Zahlen des Zentrums für Arbeit. Dieses kreiseigene Jobcenter, zuständig für Hartz-IV-Empfänger, konnte die Zahl der Langzeitarbeitslosen erneut stark verringern. Zwar sind immer noch 3135 mehrjährig ohne Job, aber ihr Anteil an der Arbeitslosenquote ist mit 3,8 Prozent der niedrigste seit Bestehen des Zentrums für Arbeit. Auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, die Hartz IV erhalten, sank auf den bisher niedrigsten Stand. Bramlage: „Darauf sind wir stolz. Die gewachsene Kraft unserer Wirtschaft und die gute Einstellungspraxis unserer Unternehmen sind die Grundlagen dieser positiven Tendenz."
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